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Pressetext (23.06.2004)

Va bene - Europa verstehen: Italien


Inhalt

Theater, Ausstellungen, Installationen

4:3 – zwei Nationen, eine Leidenschaft

Europa und Italien – Politische Diskurse

Literatur in Deutschland und Italien

Baal" von Bertolt Brecht

Theater, Ausstellungen, Installationen
Neben Vorträgen, Diskussionen und Podiumsgesprächen nehmen Vermittlungsformen wie Ausstellungen, Film, Musik, Autorenlesungen und Theater bei der Veranstaltung "Va bene – Europa verstehen: Italien" breiten Raum ein. Fünf verschiedene Ausstellungen mit sehr unterschiedlichen Zugängen zum historischen Verständnis und zur Aktualität Italiens werden im Literaturhaus, im Gasteig und in der Muffathalle in München präsentiert.

Die Ausstellung "Spurensuche" (Gasteig), eine Initiative des Goethe-Instituts Rom, zeigt an exemplarischen Biografien italienischer Arbeitsmigranten die historisch-sozialen Bezüge der Jahre 1950 bis 2003. Das Goethe-Institut hat Schüler und Schülerinnen zu einem Wettbewerb aufgerufen. Erste Ergebnisse werden in dieser Ausstellung präsentiert. Das Projekt wird durch die Projektleiterin Gerdis Thiede vom Goethe Institut Rom am Freitag, den 16. Juli um 16 Uhr im Gasteig erläutert.

Mit "Migration: Italiener in Deutschland" (Gasteig), einer Fotoausstellung des bekannten Schweizer Fotografen Roger Wehrli im Auftrag des Goethe-Instituts Genua wird die "Reise" italienischer Emigranten zwischen Kalabrien, der Schweiz und Deutschland dokumentiert. Die Ausstellungseröffnung findet am 14. Juli um 11 Uhr durch den Schweizer Autor und Literaturagenten Leo La Rosa statt.

Einige der wichtigsten Projekte der unabhängigen Medien Italiens behandelt die Installation "Media-Democracy and Telestreet – Networking Free TV” (Muffathalle). Bei der Eröffnung am Mittwoch, 14. Juli um 17 Uhr werden die alternativen Medien(kunst-)produzenten vorgestellt: Enrico Bisenzi, Giacomo Verde, NGV New Global Vision, Matteo Pasquinelli und Agnese Trocchi. Die Installationen werden durch eine Konferenz über neue Medien und Medienkunst am 15. Juli ab 14.30 Uhr, die Vorführung des Dokumentarfilms "Radio Alice" (ab 20.30 Uhr) und eine anschließende Party mit DJ Belissma ergänzt.

Mit Büchern die Welt verändern, das war Antrieb und Ziel Giangiacomo Feltrinellis, als er 1954 seinen Verlag gründete. Die Ausstellung "Giangiacomo Feltrinelli. Verleger und Revolutionär" (Literaturhaus), entstand in Kooperation des Präsidialparlament Zürich, der Fondazione Feltrinelli, dem Archiv der Familie Feltrinelli und wurde 2002 erstmals im Strauhof, Zürich, präsentiert. Sie zeigt Exponate zur politischen Geschichte und zur Vergangenheit des Verlages. Konzept und Recherche: Sibylle Gut, Francesca Tomasi, Gestaltung: Adrian Buchser. Als deutsches Pendant zur Feltrinelli-Ausstellung widmet sich die Ausstellung "40 Jahre Verlag Klaus Wagenbach" (Literaturhaus) zum 40. Jubiläum der Verlagsgeschichte dem wichtigsten Vermittler italienischer Literatur in Deutschland.

Ein Beispiel für junges italienisches Theater ist die Aufführung von Bertolt Brechts "Baal" in der Inszenierung des Envers Teatro unter Valeriano Gialli aus Aosta am 16. Juli um 20.00 Uhr in der Muffathalle: "Valeriano Gialli versteht Theater als eine musikalische Partitur. [...] In dieser Inszenierung tanzen die Tänzer nicht nur, sondern rezitieren auch, so wie die Schauspieler ihrerseits wiederum tanzen."(Giulio Cappa, RAI 3) Der Baal von Valeriano Gialli ist eine überbordende und gewaltige Wiederentdeckung der Kraft der Natur in einer Welt von mechanischen Körpern und zwitterartigen Landschaften. Die Karten (VVK: 10,- Euro/AK: 13,- Euro) sind ab sofort an allen bekannten Vorverkaufstellen, telefonisch unter 089/54 81 81 81 und auf muffathalle.de.

Ebenfalls in der Muffathalle findet am Mittwoch, 14. Juli um 20 Uhr im Rahmen der Reihe "Fun For Free" (freier Eintritt) ein Konzert mit Nicola Conte statt.

Eine Filmserie in der Stadtbibliothek im Gasteig, eingeleitet durch den Filmkritiker Klaus Eder (Mitt-woch, 14. Juli um 19.00 Uhr) gibt Einblick in das gegenwärtige italienische Kino. Eintritt jeweils: 5,- Euro. Veranstaltet wird die Kino-Reihe in Kooperation mit dem Circolo Cento Fiori e.V. aus München, das mit einer Alberto Sordi-Retrospektive unmittelbar anschließt.

Zu den Personen:

Leo La Rosa
Literaturagent und Autor aus Zürich. Herausgeber u.a. des Sammelbandes "Die dunk-len Seiten des Lichts. Die besten Kriminalgeschichten aus Italien". La Rosa eröffnet die Wehrli-Ausstellung und ist außerdem Teilnehmer der deutsch-italienischen Literaturkonferenz im Literaturhaus im Rahmen von "Va bene".

Nicola Conte
Nicola "Fez" Conte gilt als Kultstar des Dancefloor und Remix Jazz. Seine jüngsten Produktionen halten das, was viele andere nur versprechen: Sie bieten Future Sound und Jazz. Ursprünglich klassisch ausgebildet, begann Conte im süditalienischen Bari sich für New Jazz zu interessieren und engagierte sich zunächst als DJ und inzwischen auch als Plattenproduzent. Dank seines hybriden Jazzstils landete er im Jahr 2000 mit "Bossa per due" einen Hit. Seine unverwechselbare Art, dem Bossa Nova eine neue Soundästhetik zu verleihen, setzt neue Maßstäbe. Nach dem Erfolg von "Jet Sounds" ließ er zwischenzeitlich durch phänomenale Remixe wie beispielsweise Mo'Horizons' "Foto Viva" von sich hören. Mit "Jet Sounds Revisited" erhält man eine komplette neue Interpretation der musikalischen Grundlage von "Jet Sounds". Nicht wenigen jungen Gruppen verlieh Conte ihren charakteristischen Sound. Und nach anfänglicher Konzentration auf den Bossa Nova wagt sich Conte in jüngster Zeit immer weiter in den Spannungsbereich zwischen Swing und Klassische Moderne und kultiviert einen italienisch gefärbten Acid Jazz.

Roger Wehrli
1965 geboren, 1990 Gründungsmitglied der Schweizer Fotoagentur Lookat in Zürich, realisierte zahlreiche Fotoprojekte in Italien und Spanien. Er lebt und arbeitet heute in Baden/Schweiz. Er lieferte Fotoarbeiten u.a. für: Neue Zürcher Zeitung, Weltwoche, Basler Zeitung, Chrismon, Facts.

Klaus Wagenbach
1930 in Berlin geboren, Verleger und Publizist, ab 1949 Lehre bei Suhrkamp und S. Fischer Verlag, Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Archäologie, 1957 Lektor im Modernen Buchclub Darmstadt, ab 1959 Lektor für deutsche Literatur bei S. Fischer. 1964 Gründung des Verlags Klaus Wagenbach für zeitgenössische Literatur, seit 1966 Verleger von Erich Fried (Gesammelte Werke, 1993/1998). Persönlicher Publikationsschwerpunkt: Franz Kafka, italienische Literatur. Herausgeber von Anthologien und Reihen des Verlags (Kursbuch, Freibeuter). Italienischer Staatspreis (1990), Bundesverdienstkreuz 1990. Honorarprofessor für Neuere deutsche Literatur an der FU Berlin, wo er heute lebt.

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