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Informationen zur politischen Bildung (Heft 251)
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Zu diesem Heft |

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Jürgen Faulenbach
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Der Nationalsozialismus “hat die deutsche Nachkriegsliteratur, aber auch den Film, das Theater und die darstellende Kunst wie kaum ein anderes Thema beschäftigt. Die Zeitgeschichte steht da nicht zurück” (Peter Reichel). Heute gilt die Zeit zwischen 1933 und 1945 als eine der am besten erforschten Epochen der deutschen Geschichte. Auch wenn dabei in vielen zentralen Fragen weitgehende Einigkeit erzielt werden konnte, bleibt eine Reihe von grundlegenden Erklärungs- und Interpretationsansätzen umstritten.
Dies zeigen auch die zahlreichen Auseinandersetzungen über den Nationalsozialismus und seine Ursachen, die jeweils weit über die Fachwelt hinaus in der Öffentlichkeit der Bundesrepublik Deutschland Aufmerksamkeit erregten: So etwa der Historikerstreit in der zweiten Hälfte der 80er Jahre, in dem es um die Vergleichbarkeit der nationalsozialistischen Verbrechen mit anderen Staatsverbrechen in diesem Jahrhundert ging. Binnen weniger Monate wurden damals in fast allen Zeitungen und vielen Zeitschriften mehr als 500 Artikel und Diskussionsbeiträge zu dieser Thematik publiziert. Gerade in diesen Tagen erleben wir in den deutschen Medien die Debatte über das Buch “Hitler’s Willing Executioners” des amerikanischen Historikers Daniel Goldhagen, noch bevor dieses Werk ins Deutsche übersetzt worden ist. Darin werden nicht nur Hitlers zahlreiche Helfer bei der Ermordung der Juden neu untersucht, sondern auch die bereits längst überwunden geglaubte These von der deutschen Kollektivschuld wiederbelebt, wogegen sich deutschsprachige Historiker und Publizisten zu Recht wenden.
Solche Debatten über den Nationalsozialismus erregen soviel Aufsehen in der Öffentlichkeit, weil sie das Selbstverständnis der Deutschen berühren. Sie fragen nach der Verantwortlichkeit früherer Generationen und vor allem auch nach den Konsequenzen, die aus dem Nationalsozialismus gezogen worden sind bzw. noch gezogen werden können und sollten.
Die Bundeszentrale für politische Bildung hat in dieser Reihe zum Thema “Nationalsozialismus” über lange Zeit ein Heft angeboten, das in seiner Grundkonzeption auf die späten 60er Jahre zurückgeht. Deshalb legt die Redaktion nun zwei völlig neu erarbeitete Ausgaben zu dieser Thematik vor. Im Mittelpunkt dieses ersten Heftes unter der Überschrift “Von den Anfängen bis zur Festigung der Macht” steht die Frage, die Zeitzeugen und Historiker nunmehr seit 60 Jahren umtreibt: “Wie waren Hitler und der Nationalsozialismus möglich?” Bei der Beantwortung dieser Frage geht der Autor, Hans-Ulrich Thamer, von zwei Thesen aus:
- Bei allen historischen Belastungen der Weimarer Republik gab es keine Zwangsläufigkeit der deutschen Geschichtsentwicklung zum “Dritten Reich” hin. Jederzeit - auch in der Spätphase der Weimarer Republik - waren andere Entscheidungen möglich, die Hitler verhindert bzw. seinen Aufstieg behindert hätten.
- Bei der Eroberung der Macht durch die Nationalsozialisten gab es ein Ineinandergreifen von Gewalt und Verführung. Der Terror gegenüber politisch Mißliebigen und Juden war eine Seite des Regimes. Die andere war ein Eingehen auf Sehnsüchte und Hoffnungen breiter Massen der Bevölkerung. Die Nationalsozialisten verstanden es offenkundig besser als ihre Konkurrenten, sich als Bollwerk gegen den umstürzenden gesellschaftlichen Wandel in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts darzustellen. Nur die Beachtung beider Aspekte des nationalsozialistischen Regimes bietet Ansätze für die Erklärung des Nationalsozialismus und seine dauerhafte Unterstützung bis zum Kriegsende durch große Teile der Bevölkerung.
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15. März 2010
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Dossier |
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Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 55 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte? |
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