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Informationen zur politischen Bildung (Heft 267)

Die Deutschen in Polen


Joachim Rogall
Inhalt

Einleitung

Unsichere Identität

Schicksal nach 1945

Zugeständnisse 1950–1960

Entwicklung bis 1989

Gegenwart

Rolle der Minderheit

Gegenwart
Seit Mitte der achtziger Jahre verstärkten sich bei den Deutschen in Oberschlesien die Bemühungen um Anerkennung, die in der zunächst illegalen Gründung von „Deutschen Freundschaftskreisen“ zur Wahrung ihrer Interessen und Rechte gipfelte. Die polnischen Behörden verweigerten bis zum Ende des kommunistischen Systems jede offizielle Anerkennung. Erst nach dem Polenbesuch von Bundeskanzler Helmut Kohl 1989 und seinem Treffen mit dem ersten nichtkommunistischen Premier Tadeusz Mazowiecki trat hier eine Änderung ein. Anfang 1990 wurden die Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaften und Deutschen Freundschaftskreise in den Wojewodschaften Oppeln (Opole) und Kattowitz (Katowice) als Vertretungen der deutschen Minderheit von den Behörden anerkannt. Rasch kam es auch zu entsprechenden Gründungen in anderen Teilen des Landes. Die Gesamtzahl der in diesen Organisationen zusammengeschlossenen Deutschen betrug Ende 1990 300000. Im September 1990 kam es zur Gründung eines Zentralrats der deutschen Gesellschaften in der Republik Polen als gemeinsamer Interessenvertretung.

Im Jahre 1991 wurde der deutsch-polnische „Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“ abgeschlossen, der auch die Rechte der Deutschen in Polen festlegte. Zuvor hatte das wieder vereinigte Deutschland in einem Grenzvertrag mit Polen am 14. November 1990 die polnische Westgrenze an Oder und Lausitzer Neiße bestätigt und damit die deutsch-polnischen Beziehungen auf eine neue Grundlage gestellt.

Der Nachbarschaftsvertrag garantierte das Recht auf freien Gebrauch der Muttersprache, auf Gründung deutscher Bildungs-, Kultur- und Religionseinrichtungen und den ungehinderten Kontakt über die Grenzen. Die zwangsweise Polonisierung der Vor- und Familiennamen konnte von den Betroffenen rückgängig gemacht werden.
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10. Februar 2012
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