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Massenmedien (Heft 260)

Konkurrenz zwischen den Medien


Hanni Chill / Hermann Meyn
Inhalt

Printmedien und Fernsehen

Film und Fernsehen

Öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk

Zukunft des dualen Systems

Printmedien und Fernsehen

Elektronische Medien


Programmangebote


Nettoumsätze des Werbefernsehens


ARD-Finanzausgleich

Grundsätzlich konkurrieren Presse und Rundfunk miteinander, denn beide bemühen sich, ähnliche Bedürfnisse zu befriedigen: Unterhaltung, Information, Bildung. Die Mittel, mit denen sie dieses Ziel zu erreichen suchen, sind aber so unterschiedlich, daß - publizistisch betrachtet - nur mit Einschränkungen ein Wettbewerbsverhältnis herrscht. Jedes Massenmedium hat so beträchtliche Vor- und Nachteile, die sich zum großen Teil aus seiner Technik erklären, daß auch in absehbarer Zeit die völlige Verdrängung des einen Mediums durch das andere nicht zu befürchten ist: Zeitungen und Zeitschriften binden zum Beispiel diejenigen, die sie nutzen, räumlich und zeitlich in sehr viel geringerem Maße als Hörfunk und Fernsehen. Sie gestatten jedoch nur ein Nacherleben, während bei Direktübertragungen im Radio und auf dem Bildschirm ein Miterleben möglich ist.

Trotz ihrer Besonderheiten stehen Presse und Rundfunk in Teilbereichen im Wettbewerb miteinander, so etwa bei der Verbreitung aktueller Informationen.

Der in den fünfziger und sechziger Jahren mit großem Aufwand geführte Streit über die Frage, ob und inwieweit die Werbung im Fernsehen das Anzeigengeschäft der Zeitungen beeinträchtigen und insbesondere für lokale und regionale Blätter existenzbedrohend werden könne, hat inzwischen an Aktualität eingebüßt. Seit Einführung der TV-Reklame 1956 haben die Netto-Werbeeinnahmen der Medien in der Bundesrepublik kontinuierlich zugenommen. Auch im letzten Jahrzehnt verdoppelten sich die Ausgaben der werbenden Wirtschaft noch einmal auf rund 38 Milliarden DM. Davon entfielen im Jahre 1996 knapp 10,7 Milliarden DM auf die Tageszeitungen, gut dreieinhalb Milliarden DM mehr als 1987. Diese Steigerung um 52 Prozent fiel relativ bescheiden aus, wenn man sie mit den Zahlen für das Fernsehen vergleicht: Dort wuchs die Werbung von 1987 bis 1996 um 326 Prozent auf 6,9 Milliarden DM. Dies belegt die These: Die werbende Wirtschaft hat ihre Ausgaben mit dem Aufkommen neuer Werbemöglichkeiten beim privaten Fernsehen erhöht, sie aber nicht den Tageszeitungen entzogen.
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10. Februar 2012
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