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Informationen zur politischen Bildung (Heft 255)
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Historische Entwicklung |

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Manfred Pohl
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Die frühesten schriftlichen Zeugnisse über Japan finden sich in chinesischen Quellen aus der Zeit zwischen 200 vor bis 200 n. Chr. Die Chroniken erwähnen ein Inselreich mit etwa 100 Teilstaaten. Einige dieser Fürstentümer pflegten engen Austausch mit China, ihre Herrscher erkannten die Tributpflichtigkeit gegenüber den chinesischen Kaisern an. Über die regelmäßigen Tributgesandtschaften gelangten Grundelemente der chinesischen Zivilisation nach Japan, vor allem die chinesische Schrift. Um 350 n. Chr. gelang es dem Lokalherrscher der Region Yamato (Gebiet um Kyoto, Nara), die übrigen Fürstentümer unter seiner Vorherrschaft zu einen. Als religiöse Legitimation dieses neuen Herrschaftsanspruchs wurden die Familiengottheiten der anderen Fürstenfamilien den Hausgottheiten der Yamato-Fürsten in “familiärer” Hierarchie unterstellt. China und kleinere Königreiche auf der koreanischen Halbinsel erkannten die Vorherrschaft der Yamato-Fürsten über das gesamte damals bekannte Japan an - ein neuer Staat war geboren.
Der kulturelle Austausch mit China über die koreanische Halbinsel als “Kulturbrücke”, aber auch mit der Kultur Koreas selbst, verstärkte sich besonders im 6. Jahrhundert: Von dieser Zeit an reisten immer wieder koreanische Gelehrte und Handwerker nach Japan. Sie brachten Hausbautechnik, medizinisches Wissen, Musik, Literatur und vor allem buddhistische Schriften mit. Korea wurde auf diese Weise zu einem Bindeglied zwischen dem kulturell hochentwickelten chinesischen Kaiserreich und dem vergleichsweise “primitiven”, jungen japanischen Staat. Im 6. Jahrhundert gelangte so der Buddhismus nach Japan, der nach längeren Machtkämpfen zwischen den führenden Familien unter dem Regenten Shotoku Taishi “Staatsreligion” wurde (ca. 600 n. Chr.). Unter Shotoku wurde der Kaiser (Tenno), gestützt auf die “17 Artikel” (eine Art “Verfassungswerk” Shotokus), zum göttlichen Alleinherrscher über einen ansonsten locker zusammengefügten Sippenverband als Staat. Dieses “Reich” übernahm im 8. Jahrhundert das chinesische Verwaltungssystem, den zentralisierten Beamtenstaat. Der neue Zentralstaat dehnte seine Grenzen im Norden nach harten Kämpfen gegen die Ainu (eine Bevölkerungsgruppe sibirischer Abstammung) bis Ost-Honshu aus; im Westen wurden Restvölker südostasiatischer Abstammung auf Kyushu besiegt. Zuvor war Japan bis Mitte des 7. Jahrhunderts in die Machtkämpfe zwischen Reichen in Korea verwickelt, es besaß im Süden eine “Kolonie” (das Gebiet Mimana). Diese frühen Kontakte zu Korea waren für die weitere Entwicklung der japanischen Zivilisation und Kultur von entscheidender Bedeutung: Die koreanische Halbinsel wurde in den folgenden Jahrhunderten zu einer “Kulturbrücke” zwischen dem chinesischen Kaiserreich und Japan. |
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10. Februar 2012
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Aus Politik und Zeitgeschichte |
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Asiens Zukunft
Asien steht vor enormen sozialen und sicherheitspolitischen Herausforderungen. Welche dazu gehören, offenbart beispielsweise die Analyse der Entwicklung Japans oder der bilateralen Beziehungen zwischen der VR China und Taiwan. |
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