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Informationen zur politischen Bildung (Heft 255)
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Historische Entwicklung |

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Manfred Pohl
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Häufige Verlegungen der Hauptstädte kennzeichneten bis Ende der Nara-Zeit, als Nara 75 Jahre lang Hauptstadt Japans war, den “Städtebau”. Nach dem Tod eines Tenno war sein bisheriger Wohnort mit unglückverheißenden Tabus belegt und ein neuer Residenzort mußte gefunden werden. Die Verlegung der Hauptstadt aus Nara nach Heiankyo (das heutige Kyoto) im Jahre 794 hatte jedoch andere Gründe: Die buddhistischen Tempel-Sekten hatten einen solchen politischen Einfluß gewonnen, daß der Kaiserhof nur durch eine Verlegung der Hauptstadt diese Einflüsse abschütteln konnte. Heiankyo/Kyoto blieb tausend Jahre lang kaiserliche Residenz (“Hauptstadt”), erst im 19. Jahrhundert wurde dann Tokyo neue Hauptstadt.
Am Hof von Heiankyo entwickelte sich eine höfische Kultur von äußerstem Raffinement: Der höfische Adel war durch die Erträge seiner Landgüter materiell abgesichert, die Verwaltungsaufgaben wurden weitgehend den Provinzgouverneuren und dem Landadel auf diesen Gütern überlassen, nur die zentralen Staatsaufgaben wurden von Hofbeamten (im Namen des Kaisers) wahrgenommen.
In der höfischen Muße entwickelten sich die schönen Künste zu höchster Blüte: Malerei, Plastik, die Schriftkunst und vor allem die Literatur erreichten eine Hochblüte, die diese Epoche mit Recht als “japanische Klassik” bezeichnen läßt. Damen und Herren bei Hofe lebten in getrennten Wohnquartieren des Schlosses, galante Abenteuer - nicht selten ausgelöst durch eine auffällig raffinierte Garderobe oder auch durch ein geistreiches Tagebuch, das von Hand zu Hand ging - waren an der Tagesordnung. Hofdamen, die nicht gerade Dienst bei der Kaiserin (oder den zahlreichen hochrangigen Konkubinen) hatten, beteiligten sich hingebungsvoll an diesen galanten Spielen - und genossen in dieser Epoche völlige Freiheit. In der Literatur setzten sie sogar die Maßstäbe: Im 10. und 11. Jahrhundert gaben Frauen in der japanischen Literatur den Ton an, einige der größten Literaturwerke wurden von Hofdamen verfaßt (zum Beispiel die “Geschichte vom Prinzen Genji”, Gedichtsammlungen, Tagebücher).
Den beherrschenden politischen Einfluß am Kaiserhof übte die Familie Fujiwara aus, die vielfältige verwandtschaftliche Bindungen zum Kaiserhaus unterhielt. Die Fujiwara stellten hohe Staatsbeamte und lenkten nicht selten aus dem Hintergrund die Entscheidungen des Tenno als Regenten. Anfangs geschah dies nur für einige minderjährige Tenno, später aber auch für volljährige Kaiser. Angehörige der Fujiwara übten militärische Ämter aus, und eine ganze Reihe von Tenno waren mit Töchtern des Hauses Fujiwara verheiratet. Die Fujiwara brachten aber auch berühmte Dichter und Gelehrte hervor, so daß die höchste Blüte der höfischen Kultur in der Heian-Zeit auch “Fujiwara-Epoche” genannt wird. Ihre Macht endete im 11. Jahrhundert mit dem Aufkommen des Schwertadels. |
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10. Februar 2012
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Aus Politik und Zeitgeschichte |
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Asiens Zukunft
Asien steht vor enormen sozialen und sicherheitspolitischen Herausforderungen. Welche dazu gehören, offenbart beispielsweise die Analyse der Entwicklung Japans oder der bilateralen Beziehungen zwischen der VR China und Taiwan. |
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