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Informationen zur politischen Bildung (Heft 255)
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Historische Entwicklung |

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Manfred Pohl
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Neuzeit seit dem 19. Jahrhundert |
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Nach 300jähriger strenger Abgeschlossenheit gegen das Ausland (nur in Nagasaki durften Holländer auf einer künstlichen Insel eine Handelsniederlassung unterhalten) erzwang 1854 eine amerikanische Flotte unter Commodore Matthew Perry (die sogenannten “Schwarzen Schiffe”, in Japan noch heute Symbol äußerer Bedrohung) die Öffnung von Vertragshäfen und damit die Aufnahme des Handelsverkehrs. Das alte feudalistische Herrschaftssystem wurde in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts von Wirtschafts- und Finanzkrisen geschüttelt. Inflation durch Münzverfälschungen (Kupfer statt Gold, Blei statt Silber), häufige Mißernten und drückende Steuerlasten, die Bauernaufstände auslösten, kündigten das Ende der Tokugawa-Herrschaft an.
Diese zerbrach von außen unter der Bedrohung durch westliche imperialistische Mächte und von innen unter dem Herrschaftsanspruch einer Gruppe junger, reformfreudiger Samurai (“Ritter”) aus den südwestlichen Lehensgebieten des japanischen Reiches. Sie hatten schon früh, Ende des 18. Jahrhunderts, die technische Überlegenheit des Westens erfahren und erkannten, daß die Tokugawa-Regierung und das erstarrte Wirtschafts- bzw. Gesellschaftssystem nicht zur Abwehr der ausländischen Bedrohung in der Lage waren. Zwischen der alten Waffentechnik des Landes und der modernen Waffentechnik westlicher Mächte klaffte eine Entwicklungslücke in Japan. Die jungen Samurai aber waren bereit, sich zur Abwehr der westlichen imperialistischen Bedrohung deren technologisches Wissen anzueignen, um es gegen sie zu kehren. Gleichzeitig strebten sie danach, die Herrschaft der Militärregenten aus dem Hause Tokugawa zugunsten einer “Restauration” der kaiserlichen Macht zu brechen. Der Tenno sollte wieder als höchster Herrscher in seine “ursprünglichen” politischen Rechte eingesetzt werden.
Nach kurzen Kämpfen zwischen Reformern und Konservativen um die Familie Tokugawa brach die Tokugawa-Herrschaft (das sogenannte “bakufu”, etwa “Zeltregierung” in Erinnerung an den militärischen Ursprung) zusammen. Es folgten schnelle wirtschaftliche und soziale Reformen: freie Berufswahl, Abschaffung der Privilegien der Samurai-Klasse, Umwandlung der Grundsteuern von Natural- in Geldsteuern, Aufhebung der Bindung der Bauern an den Boden, Gewerbefreiheit - und nicht zuletzt die Schaffung eines stehenden Heeres mit allgemeiner Wehrpflicht.
1889 war das neue Herrschaftssystem der Meiji-Zeit (so genannt nach der Ära-Devise des Kaisers Mutsuhito, dem Meiji-Tenno) weit genug gefestigt, daß eine Verfassung erlassen werden konnte, die in weiten Teilen der deutschen Reichsverfassung von 1871 nachgebildet war. Deutsche Staatsrechtler hatten an ihrer Ausarbeitung mitgewirkt. Im Artikel 3 der neuen Verfassung hieß es allerdings: “Der Kaiser ist heilig und unverletzlich” - und damit war dem Tenno eine gänzlich andere verfassungsrechtliche Rolle zugewiesen als dem deutschen Kaiser. An die Stelle des europäischen Gottesgnadentums (das heißt der Herrscher regiert “von Gottes Gnaden”) trat in der ersten japanischen Verfassung der rechtliche Hinweis, daß der Tenno selbst Familienbande zur Gottheit (Sonnengöttin) hatte, also selbst “göttlich” war (siehe “Geschichte und Einfluß des Kaiserhauses”). |
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10. Februar 2012
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Aus Politik und Zeitgeschichte |
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Asiens Zukunft
Asien steht vor enormen sozialen und sicherheitspolitischen Herausforderungen. Welche dazu gehören, offenbart beispielsweise die Analyse der Entwicklung Japans oder der bilateralen Beziehungen zwischen der VR China und Taiwan. |
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