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Massenmedien (Heft 260)
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Vielfalt und Aufgaben der Printmedien |

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Hanni Chill / Hermann Meyn
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Alternative lokale Publizistik |
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Für Abwechslung in der lokalen Publizistik haben in den letzten Jahrzehnten vor allem die Alternativ-Zeitungen gesorgt. Mitglieder von Bürgerinitiativen, Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende, also überwiegend keine journalistischen Profis, geben Volks- und Szeneblätter, Stadt- und Stadtteilzeitungen heraus - Produkte, die sich in der Herstellungsweise, äußeren Gestaltung, Form und Themenwahl zum Teil kraß, zum Teil nur wenig von der herkömmlichen Presse unterscheiden. Wichtiger als wirtschaftliche Gewinne erscheinen den Machern dieser Blätter die politischen Ziele und das Erlebnis, in einer Gruppe Gleichgesinnter publizistisch zu arbeiten.
Stadtmagazine
Professioneller als die eben erwähnten Volks- und Szeneblätter, die hauptsächlich in Groß- und Hochschulstädten den Pressemarkt beleben und sich häufig allein durch Verkauf finanzieren, arbeiten die Stadtmagazine wie der "Plärrer" (Nürnberg), die "Münchner Stadtzeitung" oder "Zitty" (Berlin). Die Stadtmagazine sind wegen ihres Inhalts teils noch als Alternativpresse wie die Volks- und Szeneblätter einzustufen; denjenigen, die sie machen, kommt es aber weniger auf "Selbstverwirklichung" als - wie bei herkömmlichen Presseerzeugnissen - auf geschäftlichen Erfolg an. Charakteristisch für den Inhalt sind ein breiter Serviceteil (Fernsehen, Hörfunk, Film, Theater, Musikveranstaltungen), eine bunte Mischung lokaler und politischer Informationen und Tips für Veranstaltungen aller Art in der Kulturszene im weitesten Sinne - dies alles serviert in einer lockeren, auf ein spätjugendliches Publikum abgestellten Sprache. Die Magazine, zumeist aufwendig hergestellt, sind mit Anzeigen prall gefüllt; nicht zuletzt deswegen halten ihnen die kleineren Alternativ-Blätter vor, sie hätten sich von ihrem ursprünglichen Ziel, eine sogenannte Gegenöffentlichkeit (Entdeckung und Berücksichtigung neuer und bislang in den Medien nur wenig oder gar nicht vorkommender Themen) zu den traditionellen Medien zu schaffen, weit entfernt. |
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10. Februar 2012
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