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Massenmedien (Heft 260)
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Zu diesem Heft |

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Jürgen Faulenbach
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Die Bedeutung der Massenmedien für die moderne Gesellschaft ist kaum zu überschätzen. Sie prägen das Bild der Menschen von ihrer Welt und ihrer weiteren Umwelt vielfach stärker als eigenes Erleben, als Schule oder andere Bildungsinstitutionen.
Brachten die ersten Zeitungen im 17. Jahrhundert (auch aufgrund der noch jungen Lesekultur) ausschließlich den gebildeten Schichten Neuigkeiten aus näherer und fernerer Umgebung, so sorgte die Erfindung der Massenpresse seit den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts (zunächst in Großbritannien und den USA) für Information und Unterrichtung der gesamten Gesellschaft.
Der Aufstieg der Massenmedien wurde nahezu von Anfang an begleitet von einer heftigen Diskussion um Einfluß, Wirkung und gesellschaftliche Auswirkung dieser "Bildungs- und Unterhaltungsindustrie". Die durch sie geschaffene publizistische Öffentlichkeit wurde einerseits als eine Grundlage der demokratischen Gesellschaft angesehen, in der ein breites Angebot von Informationen, Wissen und kontroversen Standpunkten die Kenntnisse und damit die Partizipationsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger in bis dahin unbekannter Weise erhöhte. Andererseits wurden die Risiken und die "Möglichkeiten zur Vernebelung und zur Verdummung des Publikums" (Wolfgang Kraus) immer wieder hervorgehoben. So beobachtete man mit Skepsis und offener Kritik die Einfluß- und Manipulationsmöglichkeiten der noch jungen Massenmedien im nationalsozialistischen Deutschland und später in anderen Diktaturen. Aber auch in freien Gesellschaften wurden die durch die Medien heraufziehenden Probleme beschworen: Vom Verlust an Realität und unmittelbarer Erfahrung, über Zeitverschwendung, zunehmende Passivität bis hin zur Gefahr der Nachahmung von Kriegs- und Gewaltdarstellungen. Letztere hat immer wieder die Diskussion vor allem in der politischen Bildung intensiv beschäftigt. Die jüngste Debatte, ausgelöst durch die Zulassung des Privatfernsehens Mitte der achtziger Jahre, dreht sich vor allem um die wachsende Kommerzialisierung der Massenmedien, die sich im Kamf um Werbeeinnahmen niederschlägt, und die Konzentration der Medienunternehmen und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Angebot und die journalistische Vielfalt.
Das vorliegende Heft stellt die Entwicklung, die Struktur und die aktuellen Probleme der Massenmedien in der Bundesrepublik Deutschland dar. Dabei gehen die Autoren auch auf die "neuen Medien" ein. Im Unterschied zu den Massenmedien, bei denen es relativ wenig Rückkopplung und Austausch mit den Emfängern geben kann, sind die "neuen Medien" primär für den individuellen Zugriff und die wechselseitige Kommunikation geeignet. |
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10. Februar 2012
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