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Informationen zur politischen Bildung (Heft 270)

Gesellschaft und Alltag in der DDR


Günther Heydemann
Inhalt

Einleitung

Fabrikarbeit

Versorgungslage

Wohnen

Freizeit

Urlaub und Reisen

Frauen

Erziehung und Schule

Ministerium für Staatssicherheit

Wohnen
Ein gleich bleibend knappes Gut, das mit westlichen Devisen indes kaum zu erwerben war, stellte Wohnraum in der DDR dar. Bauliche Kriegsschäden waren häufig nicht oder nur unzureichend behoben worden, sodass angesichts mangelnder Instandsetzung Ende der siebziger Jahre ein enormer Verfall der Altbaubestände einsetzte. Ohnehin war in der DDR bis 1970 im Vergleich zur Bundesrepublik, gemessen an der Bevölkerungszahl, nur knapp die Hälfte an Wohnungen gebaut worden, wobei die tatsächlich geschaffene Wohnfläche pro Kopf wiederum nur einem Drittel des in Westdeutschland erstellten Wohnraums entsprach. Das mit Honeckers Amtsantritt unter großem Aufwand begonnene, die DDR-Wirtschaft aber überfordernde Wohnungsbauprogramm konnte zwar im Oktober 1988 die Fertigstellung der zweimillionsten Wohnung feiern, doch der zur Verfügung stehende Wohnraum blieb für die Bevölkerung insgesamt zu knapp. Mangelnde Reparaturen, und die Schwierigkeit, entsprechende Dienstleistungen zu bekommen, minderten die Wohnqualität und nicht zuletzt die Zufriedenheit mit der individuellen Wohnsituation.

Die Eingabe einer jungen Familie mit Kind an Staats- und Parteichef Erich Honecker vom Juni 1986 ist für die mangelnde Instandhaltung alten Wohnungsbestands keineswegs untypisch: "Wir haben eine kleine Zwei-Raum-Wohnung und eine sehr kleine Küche mit Schrägdach. Wenn wir im Winter heizen, müssen wir unsere Frisierkommode auf den Flur stellen und dort regnet es auch durch. Wir haben uns schon bald die Hacken wund gelaufen und uns wurden bloß immer leere Versprechungen gemacht. Mein Mann arbeitet im Forstbetrieb N. und ich als Annahmesekretärin. Meine Schwiegermutter ist Heizerin in der Kinderkrippe W. Nach Feierabend müssen wir uns dann in einer Schüssel waschen. Denn eine Badewanne und eine Spültoilette kennen wir gar nicht. Wir möchten auch gerne in einer Badewanne liegen können, wie andere es auch haben. Und nachts nicht mehr zum Hof auf die Toilette gehen. Es wurde sogar schon zu uns gesagt, was wir bloß mit unserem Bad haben, wir sollten doch zufrieden sein mit dem, was wir haben." (Zit. nach: Dertz-Schröder/Staadt, S. 74 f.)
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20. März 2010
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Inhalt
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Deutschland in den 70er/80er Jahren
Zu diesem Heft
Bundesrepublik Deutschland 1969 bis1973
Innere Entwicklung der Bundesrepublik bis 1989
Wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik
Entwicklung der DDR bis Ende der 80er Jahre
Gesellschaft, Alltag und Kultur in der Bundesrepublik
Gesellschaft und Alltag in der DDR
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Geschichte der DDR
"Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt", so begann die Hymne der Deutschen Demokratischen Republik. Doch schnell drifteten Ideologie und Alltag auseinander: Unfreiheit, Bespitzelung und eine knappe Versorgungslage prägten das Leben der Menschen.
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Wirtschaftswunder, 68er Bewegung, RAF, neue Ostpolitik, Ölkrise, Massenarbeitslosigkeit – Stichworte, die für 40 Jahre westdeutsche Geschichte stehen. Mit Gründung der Bundesrepublik im Jahre 1949 manifestierte sich auch eine neue, bundesdeutsche Gesellschaft.
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