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Schriftenreihe (Bd. 386)
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5.2 Kryptografie |

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Selbst mit den besten Methoden ist es unmöglich, ein absolut unknackbares kryptografisches System zu entwickeln. Zur Entschlüsselung eines Texts sind extrem viele Versuche notwendig. Die heutigen Computer würden mehrere hundert Jahre oder noch länger brauchen, um alle Möglichkeiten eines Codes auszuprobieren – und trotzdem kann der Code letztendlich geknackt werden, wie uns eines Tages die viel schnelleren Quantencomputer beweisen werden. Daher ist die Entscheidung für eine bestimmte kryptografische Methode letztlich eine Vertrauensfrage.
Für den durchschnittlichen Computernutzer ist es eher kompliziert, die Gefahren und technischen Hintergründe der elektronischen Datenübertragung zu verstehen oder sich darüber auch nur Gedanken zu machen. Die meisten Menschen, die über den eigenen Bedarf an Verschlüsselung nachdenken, sind darauf angewiesen, Spezialisten und den von ihnen verbreiteten Informationen zu vertrauen. Die Websites (und auch die Artikel und Bücher), die sich mit den Hintergrundproblemen des Themas beschäftigen, sind ebenfalls von Experten geschrieben, oftmals in der für sie so typischen wissenschaftlichen Sprache, die für Laien größtenteils unverständlich ist.
Die Tatsache, dass es schwierig ist, Gefahren zu erkennen und dass der Bedarf an Sicherheitsmaßnahmen etwas ist, was die meisten Menschen nur aus Medienberichten kennen, führt uns direkt zum Problem der unterentwickelten Demokratie im Bereich der Kryptografie.
Offensichtlich ist die Verbindung zwischen Kryptografie und Demokratie für viele Menschen nicht sichtbar. Die bereits erwähnten Medienberichte spezialisieren sich häufig auf die Berichterstattung über die Arbeit der Computer-Hacker (die mal als Verbrecher, mal als Helden präsentiert werden) und unterstreichen die Gefahr, dass es – wenn eine Kreditkarte oder andere wichtige Finanzdaten gestohlen werden – unter Umständen am eigenen Bankkonto zu missbräuchlichen Abbuchungen kommen kann.
Der Begriff Sicherheit spielt natürlich eine Rolle bei diesen Fragestellungen, unterscheidet sich aber hier wesentlich von seiner Bedeutung im Zusammenhang mit der Privatsphäre. Speziell diese zweite Bedeutung bezieht sich auf grundlegende Elemente der Demokratie. |
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10. Februar 2012
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