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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 29-30/2002)
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Armut und soziale Ausgrenzung im europäischen Kontext |

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Politische Ziele, Konzepte und vergleichende empirische Analysen Petra Böhnke
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VI. Abschließende Bemerkungen |
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| Anhand der Einkommens- und Lebensstandardindikatoren lässt sich unschwer erkennen, wie stark Lebensbedingungen, Wohlstand und Versorgungsdefizite in Europa divergieren. Mit der Erweiterung der Union wird sich die Heterogenität der Lebensumstände, der kulturellen sowie sozialpolitischen Traditionslinien nochmals verstärken und erhöhten Druck auf die angestrebte Angleichung der Lebensbedingungen ausüben. Sozialen Ausgrenzungsprozessen wird dabei nicht mit einer länderübergreifenden Strategie zu begegnen sein; sie stehen im Gegenteil in enger Verbindung mit wohlfahrtsstaatlichen und nationalspezifischen Eigenheiten, mit dem allgemeinen Niveau an Lebensqualität in einem Land und den zur Verfügung stehenden Unterstützungsnetzwerken. Obwohl Desintegration, anomisches Verhalten sowie individuelle Ängste und Sorgen mit Arbeitslosigkeit und Armut deutlich in Verbindung stehen, folgt ihr Ausmaß doch nicht proportional der Verbreitung derartiger struktureller Benachteiligungen, sondern wird maßgeblich von deren Relativität und vorhandenen Bewältigungsmustern in nationalen Kontexten bestimmt. Diese Erkenntnis gerät angesichts der enormen konzeptionellen Gestaltungsfunktion europäischer politischer Akteure auf dem Gebiet der Armutsberichterstattung etwas in Vergessenheit und ist doch maßgebliche Voraussetzung, um Ausgrenzungsrisiken in ihrer Entstehung zu begreifen und Maßnahmen zu ihrer Verhinderung vorantreiben zu können. |
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10. Februar 2012
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