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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 31/2008)

Euphorie des Aufbruchs und Suche nach gesellschaftlicher Wirkung


Stefan Nährlich
Inhalt

Einleitung

Aus früher Euphorie lernen

Suche nach gesellschaftlicher Wirkung

Kooperationen mit gemeinnützigen Organisationen

Neue Kooperation als Herausforderung

Einleitung
Warum, so fragten sich Anfang der 1980er Jahre (nicht nur) amerikanische Manager, sind die japanischen Automobilbauer den US-Fabriken so überlegen, obwohl sich technisch-operativ die Produktionsweisen doch sehr ähnlich sind? Tom Peters und Robert H. Waterman, zwei Managementberater, machten sich wie viele andere auf die Suche nach einer Antwort und legten 1982 mit ihrem Buch "In Search of Excellence" das erste Managementbuch vor, das die Millionenauflage überschritt.[1] Ihre Analyse erfolgreicher US-Firmen begründete nicht nur einen neuen Aufbruch nach dem "Japan-Schock", sondern auch den Boom eines neuen Managementansatzes: der Unternehmenskulturforschung. Die "Lessons from Americas best-run companies", so der Untertitel ihres Buches, zeigten, dass die Überlegenheit japanischer Firmen gegenüber US-Unternehmen auf deren komparative Kulturvorteile zurückzuführen war.

Zur Person
Stefan Nährlich
Dr. rer. pol., geb. 1963; Wirtschaftswissenschaftler; Geschäftsführer von Aktive Bürgerschaft, Kompetenzzentrum für Bürgerengagement der Volksbanken Raiffeisenbanken, Albrechtstraße 22, 10117 Berlin-Mitte.
E-Mail: stefan.naehrlich@aktive-buergerschaft.de

Gut 25 Jahre später gehört die Berücksichtigung der Unternehmenskultur zum Standardrepertoire in Managementtheorie und -praxis. Die Erkenntnisse über das, was Unternehmenskultur ausmacht, welche positiven und negativen Wirkungszusammenhänge zwischen Unternehmenskultur und -performance bestehen und inwieweit die Kultur eines Unternehmens gestaltbar und veränderbar ist, ist auf ein hohes Niveau gestiegen. Der Weg dahin war nicht frei von Anstrengungen, die erste Wegstrecke lediglich von vagem Erkenntnisgewinn geprägt, Irrwege eingeschlossen. So fand sich ein großer Teil der von Peters und Waterman aufgelisteten "excellent companies" fünf Jahre später in einer Liste kapitalverschwendender Unternehmen wieder, was unter deutschen Betriebswirten mit der Bemerkung quittiert wurde, dass die für die US-Aktionäre erzielte Rendite "selbst den Anlageberatern von Hausfrauen in ländlichen Raiffeisenbanken allenfalls ein mitleidiges Lächeln entlocken wird".[2]
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10. Februar 2012
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