Deutscher Widerstand 1933-1945

Literaturhinweise

30.4.2003
Antje Dertinger, Der treue Partisan. Ein deutscher Lebenslauf: Ludwig Gehm, Verlag Dietz, Bonn 1989. Eine spannend erzählte Geschichte vom unbeirrten Widerstand eines jungen Sozialisten aus Frankfurt am Main, der dafür ins Zuchthaus und KZ kommt, schließlich der berüchtigten Bewährungseinheit 999 zugeteilt wird und nach der Desertion den Widerstandskampf an der Seite griechischer Partisanen fortsetzt.

Detlef Garbe, Zwischen Widerstand und Martyrium. Die Zeugen Jehovas im "Dritten Reich", München 1993. Aus der Verteidigung ihrer Glaubensfreiheit durch die Zeugen Jehovas wurde beharrliche und verlustreiche Verweigerung gegenüber dem NS-Staat. Als einzige Glaubensgemeinschaft widersetzte sich die Gruppe geschlossen dem Kriegsdienst.

Hermann Graml (Hrsg.), Widerstand im Dritten Reich. Probleme, Ereignisse, Gestalten, Frankfurt a. M. 1984 (19942). Der Band enthält fünf wichtige Aufsätze zu zentralen Problemen der Widerstandsforschung und neun Porträts wichtiger Personen. Mit einer Ausnahme sind die im Band versammelten Texte früher an anderer Stelle erschienen, aber hier am besten zugänglich.

Lothar Gruchmann, Autobiographie eines Attentäters. Johann Georg Elser. Der Anschlag auf Hitler im Bürgerbräu 1939, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 19892. Kenntnisreich eingeleitet besteht der Band aus dem Protokoll der Vernehmungen, die Georg Elser nach seinem mißglückten Attentat auf Hitler über sich ergehen lassen muß.

Lina Haag, Eine Handvoll Staub, Röderberg-Verlag, Frankfurt a. M. 19857 (Neuauflage als Fischer Taschenbuch 1995). Lina Haags Aufzeichnungen aus der Haft im Gefängnis und dem Konzentrationslager in Form eines Briefes an ihren Mann, der als KPD-Abgeordneter Widerstand leistet und schon 1933 verhaftet wird, gehören zu den eindrucksvollsten Darstellungen der Verfolgung. Der schlichte Bericht hat zugleich hohen literarischen Rang.

Eugen Herman-Friede, Für Freudensprünge keine Zeit. Erinnerungen an Illegalität und Aufbegehren 1942-1948, Metropol Verlag, Berlin 1991. Die Erinnerungen entreißen die Widerstandsgruppe "Gemeinschaft für Frieden und Aufbau" der Vergessenheit. Der Verfasser gehörte der Gruppe an, die vom Herbst 1943 bis Oktober 1944 bei Berlin aktiv war. In die Gemeinschaft waren Juden und Nichtjuden gegen den Nationalsozialismus engagiert.

Peter Hoffmann, Widerstand - Staatsstreich - Attentat. Der Kampf der Opposition gegen Hitler, Piper Verlag München 19852. Das umfassende und detailreiche Standardwerk zum politischen und militärischen Widerstand der traditionellen Eliten in Deutschland ist erstmals 1969 erschienen und wurde wie die anderen Arbeiten des Verfassers nach dem Forschungsstand ergänzt und erweitert.

Anton Hoch/Lothar Gruchmann, Georg Elser. Der Attentäter aus dem Volke. Der Anschlag auf Hitler im Münchner Bürgerbräu 1939, Fischer Taschenbuch, Frankfurt a. M. 1980. Die beiden Verfasser, Historiker am Institut für Zeitgeschichte in München, haben das Verdienst, Biographie und Motive von Georg Elser als erste erforscht und von Legenden befreit zu haben.

Gernot Jochheim, Frauenprotest in der Rosenstraße, Verlag Edition Hentrich, Berlin 1993. Ein lange Zeit unbekanntes und wegen seiner Umstände faszinierendes Kapitel des Widerstandes: Ende Februar/Anfang März 1943 protestieren mitten in Berlin Hunderte von Angehörigen jüdischer Zwangsarbeiter gegen deren Deportation nach Auschwitz und sind damit erfolgreich.

Lexikon des Deutschen Widerstandes, hrsg. von Wolfgang Benz und Walter H. Pehle, S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 1994. Ein Nachschlagewerk, das in zehn Überblickskapiteln und mehr als sechzig Sachartikeln über alle Aspekte des Widerstandes - Gruppen, Ereignisse, Zusammenhänge, Begriffe - umfassend Auskunft gibt und 650 Kurzbiographien enthält.

Lexikon des Widerstandes 1933 bis 1945, hrsg. von Peter Steinbach und Johannes Tuchel, C. H. Beck Verlag, München 1994. Knappes Nachschlagewerk vor allem zu Personen des Widerstandes.

Klaus-Michael Mallmann/Gerhard Paul, Herrschaft und Alltag. Ein Industrierevier im Dritten Reich. Widerstand und Verweigerung im Saarland 1935-1945, Verlag Dietz, Bonn 1991. Die Ergebnisse eines Forschungsprojektes zur "widerwilligen Loyalität" im nationalsozialistischen Alltag einer industriellen Region enthält der Band.

Christian Petry, Studenten aufs Schafott. Die weiße Rose und ihr Scheitern, Piper Verlag, München 1968. In der großen Zahl von Arbeiten zur Weißen Rose gilt die folgende Studie immer noch zu Recht als Klassiker. Sie setzt sich auch kritischer als manche andere Arbeit mit dem studentischen Widerstand der Weißen Rose auseinander.

Piraten, Swings und Junge Garde. Jugendwiderstand im Nationalsozialismus, hrsg. von Wilfried Breyvogel, Verlag Dietz, Bonn 1991. Neuere Forschungen zu Verweigerung, Protest und Jugendopposition faßt ein Sammelband zusammen, der 1990 aus einer Konferenz hervorging, bei der auch die Wirkungsgeschichte von Jugendwiderstand thematisiert wurde.

Jürgen Schmädeke/Peter Steinbach (Hrsg.), Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Die deutsche Gesellschaft und der Widerstand gegen Hitler, Piper Verlag, München und Zürich 1985. Den besten Überblick über die westdeutsche und internationale Forschung zum Widerstand bis Mitte der 80er Jahre bietet dieser umfangreicher Konferenzband mit Referaten vieler Experten. Das Schwergewicht liegt auf der Frage, in welchem Maße die deutsche Gesellschaft zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus fähig war.

Inge Scholl, Die Weiße Rose. Erweiterte Neuausgabe, Fischer Taschenbuch, Frankfurt a. M. 1993 (erstmals 1955). Die Lebensgeschichte von Hans und Sophie Scholl, erzählt von ihrer Schwester.

Solidarität und Widerstand. Dachauer Hefte 7 (1991). Ein Themenheft der Zeitschrift Dachauer Hefte widmet sich dem Widerstand der Verfolgten mit Berichten aus Konzentrationslagern und Studien zu Personen und Formen des Widerstandes unter den besonders schwierigen Bedingungen der Verfolgungssituation.

Gerda Szepansky, Frauen leisten Widerstand: 1933-1945. Lebensgeschichten nach Interviews und Dokumenten, Fischer Taschenbuch, Frankfurt a. M. 1983. Verweigerung, Opposition und Widerstand von Frauen ist in fünfzehn Lebensgeschichten erzählt.

Ger van Roon, Widerstand im Dritten Reich. Ein Überblick, Verlag C. H. Beck, München 19905. Die erstmals 1979 erschienene Überblicksdarstellung zu den wichtigsten Themen und Problemen des Widerstandes ist immer noch nützlich.