Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index
Suche

Themen
Publikationen
Arbeitsmaterialien Medien
Aus Politik und Zeitgeschichte
AV-Medienkatalog
CD-ROM/ CD/ DVD
Einzel-
publikationen
Entscheidung im Unterricht
Filmhefte
fluter
HanisauLand
Informationen zur politischen Bildung
Info aktuell
Internet-Angebote
Mobile Angebote
Karten
Pocket
Rechtsreihe
Schriftenreihe
Spicker Politik
Thema im Unterricht
Themenblätter im Unterricht
Themen und Materialien
Zeitbilder
Spiele
Sonstige
Was geht?
Suche
Veranstaltungen
Wissen
Lernen


Informationen zur politischen Bildung (Heft 243)

Kirchen - Selbstbehauptung und Opposition


Wolfgang Benz
Inhalt

Einleitung

Die Bekennende Kirche

"Mit brennender Sorge"

Widerstand aus christlicher Überzeugung

Einleitung
Die Kirchen standen zunächst dem Nationalsozialismus nicht in grundsätzlicher Ablehnung gegenüber. Protestantischer Tradition entsprach die Vorstellung von einer starken Obrigkeit mit enger Verbindung von Thron und Altar, wie sie das Kaiserreich 1871 bis 1918 darstellte. Der Zusammenbruch des Bis-marck-Reiches im Ersten Weltkrieg stürzte viele evangelische Christen in eine tiefe Krise. Der demokratischen Republik von Weimar standen sie mehrheitlich reserviert gegenüber und richteten ihre Hoffnung auf politische Kräfte, die das Vergangene idealisierten. Die Nähe zur Deutsch-Nationalen Volkspartei, 1933 der bürgerlich-reaktionäre Verbündete Hitlers, war unverkennbar.

Die Katholiken hatten andere Erinnerungen an das Kaiserreich. Ihre Kirche stand damals zur Wahrung religiöser Rechte und kultureller Autonomie in Opposition zum Staat. Die Katholiken galten wie die Sozialdemokraten als national unzuverlässig. Das hatte die Partei des politischen Katholizismus, Zentrum und Bayerische Volkspartei (BVP), fast zwangsläufig in die staatstragende Rolle der Zeit nach 1918 gebracht. Hitler suchte, so lange er noch Mehrheiten brauchte, ein gutes Verhältnis zum politischen Katholizismus. Überredet durch Hitlers kirchenfreundliche Zusicherungen, in Panik wegen des Radikalismus der NSDAP und beschwichtigt durch die Aussicht auf das Konkordat (das Abkommen zwischen der Reichsregierung Hitler und dem Vatikan, das die Rechte der katholischen Kirche in Deutschland festlegte und garantierte) stimmten die Parteien des politischen Katholizismus - Zentrum und Bayerische Volkspartei - im März 1933 dem Ermächtigungsgesetz zu.

Für viele Christen entstand eine paradoxe Situation: Die Mehrzahl der Funktionsträger hatte eben noch in Versammlungen und Kundgebungen deutlich gemacht, daß Katholiken mit ihrer Überzeugung und ihrem Stimmzettel Hitler entgegentreten müßten; nun nahmen die katholischen Bischöfe in ihrer Kundgebung am 28. März 1933 ihre Warnungen vor Hitler und ihre Verurteilung der Ideologie der NSDAP ganz offiziell zurück. Es sei anzuerkennen, daß der Chef der Reichsregierung und Führer der NSDAP öffentlich und feierlich erklärt habe, daß die Unverletzlichkeit der katholischen Glaubenslehre und die Rechte der Kirche garantiert seien. Ohne die frühere "Verurteilung bestimmter religiös-sittlicher Irrtümer aufzuheben" signalisierten die katholischen Bischöfe ein gewisses Vertrauen in die neuen Verhältnisse und ermahnten die Gläubigen zur "Treue gegenüber der rechtmäßigen Obrigkeit".

Widerspruch aus theologisch oder religiös begründeter Ablehnung des autoritär-diktatorischen Staates war zunächst auf Randgruppen und Einzelpersonen in beiden Kirchen beschränkt. Auf katholischer Seite waren es die "Rhein-Mainische-Volkszeitung" mit ihrem Kreis sozial Engagierter (Friedrich Dessauer, Walter Dirks) und Männer der katholischen Arbeiterbewegung wie Jakob Kaiser - nach dem Kriege einer der führenden Politiker der CDU - sowie fromme Christen, die auf ihren Pfarrer hörten und mit der "neuheidnischen" NS-Politik weiter nichts zu tun haben wollten. Auf der evangelischen Seite waren es Theologen wie Dietrich Bonhoeffer und Professor Karl Barth, die Bedenken gegen ein diktatorisches Regime hatten, weil sie den unbedingten Verfügungsanspruch über die Menschen ablehnten.
Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home
10. Februar 2012
Druck-Version
Artikel versenden
Inhalt
Bild vergrößern
Deutscher Widerstand 1933-1945
Zu diesem Heft
Zustimmung und Widerstand im Nationalsozialismus
Der Kampf gegen den Nationalsozialismus vor 1933
Opposition und Widerstand der Arbeiterbewegung
Kirchen - Selbstbehauptung und Opposition
Widersetzlichkeit und Widerstand von einzelnen: Drei Beispiele
Widerstand traditioneller Eliten
Der militärische Widerstand
Selbstbehauptung und Gegenwehr von Verfolgten
Jugend- und Studentenopposition
Verweigerung im Alltag und Widerstand im Krieg
Vorbild und Beispiel politischer Moral
Literaturhinweise
Redaktion
Lexikonsuche
Suchen Sie in unseren Online-Lexika Begriffe aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

Suchwort:

Dossier
Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 55 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte?
Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg