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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 28-29/2005)

Fragile Staatlichkeit als globales Sicherheitsrisiko


Ulrich Schneckener
Inhalt

Einleitung

Sicherheitsstrategien von USA und EU

High Level Panel der Vereinten Nationen

Fragile Staaten und "neue Kriege"

Fragile Staaten und Terrorismus

Fragile Staaten und "Schattenglobalisierung"

Strategien externer Akteure

Dilemmata beim state-building

Perspektiven

Einleitung
In der modernen Staatenwelt erfüllt der Staat - zumindest der Theorie nach - eine doppelte Ordnungsfunktion. Zum einen übernimmt der einzelne Staat die Aufgabe, für eine spezifische Bevölkerung innerhalb konkreter Territorialgrenzen die öffentliche Ordnung zu gewährleisten. Zum anderen konstituieren alle Staaten gemeinsam das internationale System, sie sind damit die primären (wenn auch nicht alleinigen) Träger der globalen Ordnung. Schwache, versagende, zerfallende oder gescheiterte Staaten - allgemeiner formuliert: fragile Staaten - unterminieren beide Funktionen, sie verursachen insofern nicht nur Probleme auf nationaler oder regionaler, sondern auch auf internationaler Ebene.

Zur Person
Ulrich Schneckener
Dr. rer. pol., geb. 1968; wissenschaftlicher Mitarbeiter, Stiftung Wissenschaft und Politik, Ludwigkirchplatz 3 - 4, 10719 Berlin.
E-Mail: ulrich.schneckener@swp-berlin.org

In der Tat ist eine Reihe von Staaten de facto nicht in der Lage, grundlegende Funktionen und Dienstleistungen gegenüber ihren Bürgern zu erbringen sowie ihrer Verantwortung und ihren Verpflichtungen als Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft gerecht zu werden. Diese Erkenntnis ist keineswegs sonderlich originell - schon gar nicht für Experten, die sich seit Jahrzehnten mit Entwicklungs- und Transformationsländern bzw. mit Krisen- und Konfliktregionen befassen. Sie prägten Begriffe wie "Quasi-Staaten", "Para-Staaten" oder "anomische Staaten", um die mangelhafte oder fehlende Funktions- und Steuerungsfähigkeit in zahlreichen Staaten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas zu beschreiben.[1] Im sicherheitspolitischen und strategischen Denken westlicher Industrienationen spielte jedoch das Phänomen fragiler Staatlichkeit systematisch keine Rolle. Es galt als ein Problem mit lokal und regional begrenzten Folgen, insbesondere für die Bevölkerung vor Ort, das zwar im Extremfall auch ein Eingreifen von außen erforderlich machte (Somalia 1992), aber im Regelfall getrost der Entwicklungspolitik und der humanitären Hilfe überlassen werden konnte.

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19. März 2010
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Inhalt
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Zerfallende Staaten
Editorial
Failed States und Globalisierung - Essay
Vom Entwicklungsstaat zum Staatsverfall
Fragile Staaten als Problem der Entwicklungspolitik
Good Governance gegen Armut und Staatsversagen
Fragile Staatlichkeit als globales Sicherheitsrisiko
Der Aufstieg des Lokalen
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Aus Politik und Zeitgeschichte
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Der Nationalismus bleibt ein geschichtsmächtiger Faktor. Die Idee der Nation wurde zum Motor der Neugestaltung Osteuropas. Bringt der Nationalstaat im Globalisierungszeitalter ausreichend Integrationskraft auf, um die Stabilität von Gesellschaften zu gewährleisten?
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