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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 34-35/2006)

Kultur- oder "Kreativwirtschaft": Was ist das eigentlich?


Andreas Joh. Wiesand
Inhalt

Einleitung

Eine neue "kreative Klasse"?

"Kulturwirtschaft" oder "Creative Industries"?

Akademische und politische Hypotheken

Wer sind die "Kreativen"?

"Kulturwirtschaftsberichte" - Brücken zwischen Politik, Kultur und Ökonomie

Einige zentrale Ergebnisse der Berichte

Empfehlungen - nicht nur für die Schublade

Ein Vorschlag zur Diskussion: der "Kreativsektor"

Einige zentrale Ergebnisse der Berichte
Trotz ihrer Unterschiede in Definitionen und Vorgehensweisen belegen deutsche und ausländische Kulturwirtschaftsberichte doch relativ einheitlich einige wirtschaftlich wie auch kulturell relevante Tatsachen, darunter etwa:

  • eine im Vergleich zu anderen Sektoren erstaunliche wirtschaftliche Dynamik der privaten Kultur- und Medienbetriebe;
  • die wichtige Rolle der Kulturwirtschaft als Arbeitsmarktfaktor, teilweise auch gegen allgemeine Trends;
  • geringe Betriebsgrößen, eine Vielzahl von Neugründungen und in aller Regel tätige Inhaber;
  • die entscheidende Rolle selbständiger Künstler/innen, Autoren/innen, Designer/innen etc. für die Produktion und teilweise auch die Vermittlung von Inhalten ("content") sowie für die Lancierung von Innovationen in komplexen Märkten;
  • eine in den meisten Branchen/Betrieben vergleichsweise geringe Kapitalintensität (was naturgemäß auch negative Auswirkungen haben kann, etwa für Investitionen oder Marketingaktivitäten);
  • intensive Verbindungen oder Komplementärverhältnisse mit dem öffentlichen und gemeinnützig getragenen Kulturleben;
  • eine große Offenheit der meisten Akteure für die Integration neuer Technologien und
  • zunehmend europäisch-grenzüberschreitende Kooperationsbeziehungen in vielen Branchen.

    Es ist vor diesem Hintergrund wohl kein Zufall, dass die Initiative für Kulturwirtschaftsberichte in Deutschland zunächst von Wirtschaftsbehörden ausging. Obwohl es keine Patentrezepte für ihren Erfolg gibt, erkannte man mit Hilfe dieser Berichte die Kulturwirtschaft zunehmend als eine interessante Kategorie in der regionalisierten Strukturpolitik. Vor allem arbeitsmarktpolitische Fragen des Kultur- und Medienbetriebs stoßen immer wieder auf großes Interesse, wobei die künstlerische Mobilität teilweise - und nicht ganz zutreffend - als Indikator für allgemeine Trends in Richtung auf mehr Flexibilität gewertet wird.

    Einige Berichte verdeutlichten auch, dass Betriebe der Kulturwirtschaft wichtige Voraussetzungen oder Verbundleistungen für die Entwicklung anderer Branchen schaffen, dabei unter anderem für den Fremdenverkehr ("Kulturtourismus") und die Konsumgüterindustrie. Inzwischen finden solche Fragen sogar Beachtung in der regionalen, bundesweiten und europäischen Kulturpolitik und lösten vielfältige Aktivitäten in der Forschung aus - mit unterschiedlichen Ergebnissen und Positionen.[22]
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    11. März 2010
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    Kulturwirtschaft
    Editorial
    Kulturwirtschaft und Raumentwicklung Essay
    Kultur- oder "Kreativwirtschaft": Was ist das eigentlich?
    Daten und Fakten zur Kulturwirtschaft
    Kulturberufe und Kulturwirtschaft - Gegensatz oder Symbiose?
    Strukturwandel durch Kulturwirtschaft
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