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Informationen zur politischen Bildung (Heft 268)
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Von den Kolonien zur geeinten Nation |

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Jörg Nagler
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In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verzeichneten die Vereinigten Staaten eine Phase immensen Wachstums von Territorium, Bevölkerung und Wirtschaft. Territoriale Expansion und Erschließung neuen Bodens sollten zwecks Betonung des Föderalismus nicht durch eine westliche Ausdehnung der schon bestehenden Einzelstaaten, sondern vielmehr durch die Gründung neuer erreicht werden. Bereits 1787 verabschiedete der Kongress die "Nordwest-Ordinanz" für das Gebiet nordwestlich des Ohio: Sie bestimmte, dass eine Zwei-Kammern-Legislative eingerichtet werde, sobald sich fünftausend freie Männer in einem bestimmten Gebiet angesiedelt hätten. Wenn dort 60000 Einwohner gesiedelt und eine republikanische Verfassung verabschiedet hatten, konnte dieses Territorium sodann als gleichberechtigtes Mitglied in den Staatenbund aufgenommen werden. Die Sklaverei wurde vom großen Ohio-Territorium ausgeschlossen.
Die Besiedlung westlich der Appalachen schritt nun schnell voran: Um die Jahrhundertwende wurden Vermont (1791), Kentucky (1792), Tennessee (1796) und Ohio (1803) in die Union aufgenommen.
Territoriale Zugewinne
Bevor die weitere Besiedlung des Landes vonstatten gehen konnte, erschien es erforderlich, die noch verbliebenen europäischen Mächte möglichst friedlich zu verdrängen. 1803 konnte Thomas Jefferson als dritter Präsident (1801-1809) von Frankreich gegen die Summe von 15 Millionen US-Dollar das große "Louisiana"-Gebiet - die riesige, über zwei Millionen Quadratkilometer umfassende Landmasse zwischen Mississippi und den Rocky Mountains - erwerben und so eine Verdopplung des Territoriums der Vereinigten Staaten erzielen.
Das seit dem Erwerb des "Louisiana"-Gebietes zwischen Spanien und den USA umstrittene West-Florida (die heutigen Staaten Alabama und Louisiana sowie der südliche Teil Mississippis) wurde 1810 annektiert. Im "Zweiten Unabhängigkeitskrieg" gegen England (1812-1814) wurde zwar die Hauptstadt Washington besetzt und niedergebrannt, es gelang jedoch wiederum, die Briten zu vertreiben und im Frieden von Gent den Vorkriegszustand wiederher-zustellen. Dieser Sieg führte zu einer dauerhaften internationalen Verankerung der Souveränität der Vereinigten Staaten.
Ostflorida kam 1819 gegen eine Kaufsumme von fünf Millionen US-Dollar an Spanien in den Besitz der USA. In diesem Vertrag wurde nun auch zum ersten Mal der gesamte spanisch-amerikanische Grenzverlauf vom Golf von Mexiko bis zum Pazifik bestimmt. Nach dem Verzicht der USA auf Texas ließ Spanien Ansprüche auf Gebiete fallen, die sich nördlich des 42. Breitengrades zwischen den Rocky Mountains und dem Pazifik befanden. Damit geriet das ganze Territorium nördlich von Kalifornien in die US-amerikanische Einflusssphäre. Außerdem wurde die Grenze zwischen beiden Hoheitsgebieten von den Rocky Mountains bis zum Golf von Mexiko festgelegt. Mit dieser spanisch-amerikanischen Übereinkunft war eine neue transkontinentale Grenze der Vereinigten Staaten entstanden, und das "Louisiana"-Gebiet von 1803 hatte erstmalig eine südwestliche Begrenzung erhalten. Die Chronologie der Aufnahme einzelner Staaten in die Union belegt die schnelle Expansion: Zwischen 1816 und 1821 kamen Indiana (1816), Mississippi (1817), Illinois (1818), Alabama (1819), Maine (1820) und Missouri (1821) hinzu. Durchschnittlich wuchs die Union nach dem Frieden von 1815 bis zum Beginn des Bürgerkrieges 1861 alle drei Jahre um einen neuen Einzelstaat.
Das nationale Selbstbewusstsein dieser Zeit fand in der Außenpolitik ihren Niederschlag. In seiner Jahresbotschaft an den Kongress von 1823 wandte sich Präsident James Monroe (1817-1825) gegen jede weitere Kolonisierung europäischer Mächte in der westlichen Hemisphäre; solche Unternehmungen würden fortan als eine Gefährdung der Sicherheit der Vereinigten Staaten interpretiert werden. Die USA würden sich ihrerseits nicht in die Angelegenheiten der europäischen Mächte einmischen. Diese Botschaft, später als "Monroe-Doktrin" bezeichnet, entfaltete erst seit Ende des 19. Jahrhunderts ihre eigentliche außenpolitische Bedeutung und wurde im 20. Jahrhundert als Leitsatz US-amerikanischer Außenpolitik international bekannt.
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Quellentext
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Monroe-Doktrin vom 2. Dezember 1823 [...] Abs. 48. [...] An den Kriegen der europäischen Mächte um ihre eigenen Angelegenheiten haben wir nie teilgenommen, noch verträgt sich eine solche Handlungsweise mit unserer Politik. Nur wenn in unsere Rechte eingegriffen wird, oder sie ernstlich bedroht sind, nehmen wir Kränkungen übel oder treffen Vorbereitungen zu unserer Verteidigung. Mit den Wandlungen, die auf dieser Hemisphäre vor sich gehen, sind wir notwendiger Weise [...] verbunden. Das politische System der verbündeten Mächte ist in dieser Hinsicht grundverschieden von dem Amerikas. Dieser Unterschied rührt von demjenigen her, der zwischen ihren bezüglichen Regierungen besteht. [...]
Wir schulden es [...] der Aufrichtigkeit und den freundschaftlichen, zwischen den Vereinigten Staaten und jenen Mächten bestehenden Beziehungen, zu erklären, dass wir jedweden Versuch ihrerseits, ihr System auf irgend welchen Teil dieser Hemisphäre auszudehnen, als gefährlich für unseren Frieden und unsere Sicherheit ansehen würden. In die bestehenden Kolonien oder Dependenzen irgend einer europäischen Macht haben wir uns nicht eingemischt und werden wir uns nicht einmischen. Aber wir könnten einen Eingriff seitens einer europäischen Macht in die Regierungen, die ihre Selbstständigkeit erklärt und sie aufrecht erhalten haben, und deren Unabhängigkeit wir nach großer Überlegung und auf Grund gerechter Prinzipien anerkannt haben, zu dem Zwecke sie zu unterdrücken oder in irgend einer Weise ihr Schicksal zu bestimmen, in keinem anderen Lichte denn als Kundgebung eines unfreundlichen Verhaltens gegenüber den Vereinigten Staaten ansehen. [...]
Herbert Schambeck u.a. (Hg.), Dokumente zur Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, Berlin 1993, S. 302 ff.
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Die Nordwestgrenze der Vereinigten Staaten wurde festgelegt, als Großbritannien 1846 im so genannten Oregon-Vertrag das Oregon-Gebiet südlich des 49. Breitengrades, im übrigen den weitaus fruchtbareren und größeren Teil, als US-amerikanisch anerkannte. Nachdem Mexiko 1821 die Unabhängigkeit erlangt hatte, lud es amerikanische Siedler ein, das nur spärlich besiedelte Texas zu kultivieren. 1835 lebten bereits 35000 US-Amerikaner in Texas. Sie erklärten ein Jahr später nach einem erfolgreichen Aufstand ihre Unabhängigkeit, die umgehend von den Vereinigten Staaten anerkannt wurde, aber aufgrund des Widerstandes nordstaatlicher Politiker vorerst noch nicht zur Aufnahme in die Union führte.
In den 1840er Jahren wurde die Landerschließung durch das Schlagwort "Manifest Destiny" ideologisch untermauert. Danach war es die "offenkundige Schicksalhaftigkeit" oder "Bestimmung" der Vereinigten Staaten, als "Reich der Freiheit" mit einer vorbildhaften Demokratie den ganzen nordamerikanischen Kontinent vom Atlantik bis zum Pazifik missionarisch in Besitz zu nehmen.
In dieser Stimmungslage erfolgte Ende 1845 die Aufnahme von Texas als 28. Einzelstaat in die Union. Dies führte zum Krieg mit Mexiko, bis es im Vertrag von Guadalupe Hidalgo vom Februar 1848 auf Kalifornien und New Mexico verzichtete und den Rio Grande als Grenzfluss zu Texas anerkannte.
Die territoriale Expansion der Vereinigten Staaten hatte damit im Zeitraum von 1845 bis 1849 ihren Höhepunkt erreicht. Mit mehr als drei Millionen Quadratkilometern Gebietszuwachs hatten sich die USA innerhalb kurzer Zeit um zwei Drittel vergrößert. Das riesige Gebiet der heutigen Staaten Arizona, Kalifornien, Nevada, Texas und Utah sowie Teile von New Mexico, Colorado und Wyoming waren der jungen Nation als Siedlungsland hinzugefügt worden. Durch den Kaufvertrag von 1853, in dem die USA von Mexiko südliche Teile Arizonas und New Mexicos für den Bau der Eisenbahnlinie zum Pazifik erstanden, und den Kauf Alaskas von Russland 1867 waren dann die kontinentalen Grenzen der Vereinigten Staaten endgültig geschaffen.
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Besiedlung und Immigration
Die Erschließung und Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents vom Atlantik bis zum Pazifik vollzog sich in drei Etappen, wenn auch mit fließenden Übergängen: Zunächst wagten sich Trapper, Pelzjäger und Fallensteller in noch unerschlossene Gebiete vor. Der mit wahrem Pioniergeist vorangetriebene Siedlungsbereich zwischen Wildnis und euro-amerikanischer Zivilisation, die frontier, hat denn auch bis heute für die US-amerikanische Gesellschaft einen hohen symbolischen Stellenwert behalten.
Ihnen folgten Ansiedler, die ohne Zustimmung des formalen Eigentümers Land urbar machten (squatters), aber oft nur vorübergehend blieben, um schließlich von Farmern abgelöst zu werden. Es entstanden nun dauerhafte Niederlassungen mit Kirchen, Schulen, Banken und Behörden sowie einer lokalen Ordnungsgewalt, dem Sheriff. Parallel zu dieser Ackerbau-frontier (Besiedlungsgrenze) gab es riesige Grasflure, auf denen Rancher ihr Vieh weideten, wobei es vereinzelt zu Kleinkriegen zwischen Viehzüchtern und Farmern kam.
Schon die ersten Trapper hatten bei ihren Erkundungen nach Edelmetallvorkommen Ausschau gehalten und ihr Wissen weiter gegeben. So gab es sehr bald auch eine Bergbau-frontier mit chaotisch-kurzlebigen Minenstädten, die eruptionsartig mit Einwohnerzahlen von mehreren Tausenden boomten, dann aber nach Ausbeutung der Minen zu den heute noch teilweise zu besichtigenden ghosttowns wurden.
Die Besiedlung verlief wellenartig. Eine der größten Binnenwanderungswellen setzte nach dem Frieden von 1815 ein, als die Nationalbevölkerung etwa 8,5 Millionen Menschen zählte. Die Aussichten, im Westen "sein Glück zu machen", führten zur schnellen Landerschließung. Während noch 1810 nur jeder siebte Amerikaner westlich der Appalachen lebte, war es ein Jahrzehnt später bereits jeder vierte. 1815 hatten diese Pioniere viertausend Quadratkilometer bundeseigenen Landes erworben; nur vier Jahre später hatte sich diese Zahl verfünffacht. Der Public Land Act von 1820, der das Mindestareal für eine Farm von 160 (circa 64 Hektar) auf 80 acres und den Mindestpreis für einen acre erheblich reduzierte, erleichterte den Erwerb von Farmland. Es folgten weitere Landverteilungsgesetze, wobei das Familienfarm-Gesetz (Homestead Act) von 1862 die weitestgreifenden Konsequenzen in Bezug auf die Westwärtsbewegung hatte: Jedem Siedler wurden gegen eine geringe Gebühr 160 acres auf Dauer zugesprochen, sobald er dieses Areal fünf Jahre bewirtschaftet hatte.
1830 lebte bereits ein Drittel der nun nahezu 14 Millionen Einwohner zählenden amerikanischen Bevölkerung westlich der Appalachen, und in den vierziger Jahren verloren die Staaten zwischen Appalachen und Mississippi bereits ihren frontier-Charakter. Eine natürliche Grenze der Wanderungsbewegung, zumindest für die landwirtschaftliche Erschließung, hatten lange Zeit die westlich von Arkansas beginnenden trockenen Präriegebiete, die Great Plains, gebildet. Die Westwärtsbewegung machte nun einen großen Sprung und verschaffte sich durch die von Trappern und Forschungsreisenden erschlossenen Routen (trails) - der berühmteste unter ihnen war der "Oregon Trail" - Zugang zum Fernen Westen.
Der legendäre Goldrausch von 1849 wurde durch Goldfunde in Kalifornien ausgelöst und ließ allein im ersten Jahr 80000 Menschen dorthin strömen. Nur drei Jahre später war die Bevölkerungszahl bereits um das Dreifache gestiegen, wodurch die Westwärtsbewegung nun auch verstärkt in diese Region ausgedehnt wurde.
Auswirkungen auf die Urbevölkerung
Die Erschließung des Westens ist untrennbar mit der Vertreibung und teilweisen Vernichtung der indianischen Ureinwohner verbunden. Kriege und Kontakt mit bislang unbekannten Krankheitserregern, gegen die die Indianer nicht resistent waren, dezimierten ihre Population im heutigen Gebiet der USA von ursprünglich geschätzten mehreren Millionen auf etwa 500000. Der Versuch der Bundesregierung, westlich der Staaten Arkansas und Missouri territoriale Grenzen zwischen ihnen und den Siedlern festzulegen, wurde aufgegeben, als der Siedlerstrom dorthin stark anschwoll. Danach erwarb sie in Verträgen, die die Indianer benachteiligten, gegen ein geringes Entgelt weiträumige Landflächen.
Nach damals vorherrschender Meinung erschien es zwecklos, indianische Ureinwohner zu "zivilisieren". Dem zufolge verfügte ein Bundesgesetz 1830 die Vertreibung aller noch im Osten befindlichen Indianer in Gebiete westlich des Mississippi. Hauptsächlich davon betroffen waren die fünf Stämme der Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Creek und Seminolen, die bislang in South Carolina, Georgia und Florida unter dem Schutz der Bundesregierung gelebt hatten. Die Versuche der Ureinwohner, sich juristisch gegen die Umsiedlung zu wehren, verliefen erfolglos. 1837 richtete die Bundesregierung ein Indianerterritorium zwischen dem Missouri und dem Red River im heutigen Oklahoma ein. Insgesamt wurde ihnen nur ein Drittel ihres ursprünglichen Landes westlich des Mississippi zugestanden, dessen Bodenqualität wesentlich schlechter war. 1838 wurden die restlichen 17000 Cherokee von Bundessoldaten bewacht in das Indianerterritorium zwangsumgesiedelt. Etwa 4000 von ihnen verstarben auf der entbehrungsreichen 2000 Kilometer langen Strecke, die als "Weg der Tränen" in die Geschichte eingegangen ist. Um 1840 galt das Gebiet östlich des Mississippi für die Siedler als nahezu "befriedet". Aber auch westlich dieses Flusses sollten Native Americans nicht lange vor dem unermüdlichen Ansturm der Siedler sicher sein; sie wurden in zunehmend kleinere Reservate verbannt. Die geschätzte Zahl der indianischen Urbevölkerung nahm im Zeit-raum von 1845 bis 1860 von 150000 auf 35000 ab.
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Quellentext
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Häuptling Tecumsehs Rede vom 12. August 1810 Tecumseh war als Häuptling der im Bundesstaat Ohio ansässigen Shawnee-Indianer ein fesselnder Redner und ein Mann mit einer tiefen Einsicht und Phantasie. Er war beseelt von der Idee, dass das Land den Indianern gehöre. Im Jahr 1813 starb Tecumseh in der Schlacht von Thames (Süd Ontario). [...]
Es ist wahr, ich bin ein Shawnee. Meine Vorväter waren Krieger. Ihr Sohn ist ein Krieger. Ihnen verdanke ich nur meine Existenz; [...] Mein inneres Wesen hält Zwiesprache mit vergangenen Zeiten und sagt mir, dass es einst, noch vor kurzem, keinen weißen Mann auf diesem Kontinent gab. Dass er damals ganz den roten Männern gehörte, den Kindern derselben Eltern, denen der Große Geist, der sie geschaffen hatte, diesen Kontinent gab, damit sie ihn behalten, ihn durchwandern, seine Erzeugnisse genießen und ihn mit derselben Rasse bevölkern sollten. Einst war es eine glückliche Rasse. Seither wurde sie ins Elend gebracht durch die Weißen, die nie zufrieden sind und sie ständig bedrängen. Es gibt einen Weg, und es ist der einzige Weg, diesem Übel Einhalt zu gebieten und es zu unterbinden: Alle roten Männer müssen sich vereinen und ein allgemeines und gleiches Recht an dem Land beanspruchen, wie es früher war und auch heute sein sollte; denn es wurde nie geteilt, sondern es gehört uns allen zum Gebrauch eines jeden. Kein Teil unseres Volkes hat das Recht, es zu verkaufen, nicht einmal an einen anderen Teil, und noch viel weniger an Fremde; an die, die es ganz haben wollen und sich nicht mit weniger zufrieden geben.Die Weißen haben kein Recht, den Indianern das Land wegzunehmen, denn diese hatten es zuerst; es gehört ihnen. Sie können es verkaufen, aber nur, wenn alle zustimmen. Jeder Verkauf, der nicht von allen getätigt wird, ist nicht gültig.
[...]
Herbert Schambeck u.a. (Hg.), Dokumente zur Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, Berlin 1993, S. 270 ff.
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Durch den Bau der transkontinentalen Eisenbahn, der 1869 abgeschlossen war, strömten nun noch mehr Siedler in das Gebiet westlich des Mississippi. Die zahlreichen Farmen und die Ausrottung der Büffelherden zerstörten die Existenzgrundlagen der Prärieindianer, die zum Teil erbitterten Widerstand gegen die Zerstörung ihrer Lebenswelt leisteten. Mehr als dreißig Jahre währte dieser Kampf, darunter
der Cheyenne-Arapaho-Krieg von 1861 bis 1864, die Sioux-Kriege von 1862 bis 1876 und der Apachen-Krieg von 1871 bis 1886. Die Bundesregierung insistierte auf der Einrichtung von Reservaten. So sollten die nördlichen Sioux in das Dakota-Territorium, die südlichen Prärieindianer nach Oklahoma und die Apachen, Navaho und Ute in Reservate des Südwestens umgesiedelt werden. Als 1876 in den von den Sioux als heilig empfundenen Black Hills in Süd-Dakota Gold gefunden wurde und die Bundesregierung die Goldsucher und Siedler schützte, kam es zu einer Koalition von Sioux und Cheyenne, die 1876 gemeinsam in der Schlacht am Little Bighorn Creek die gesamte Truppe von Colonel George A. Custer töteten. Dies sollte jedoch die letzte erfolgreiche Gegenwehr der Native Americans sein. Im Massaker am Wounded Knee in Süd-Dakota, bei dem Bundestruppen 1890 über 300 wehrlose Indianer, unter ihnen Frauen und Kinder, umbrachten, wurde der indianische Widerstandswille gänzlich gebrochen.
Einwanderung
Ohne die immensen Einwanderungswellen, die nach 1840 die für die Landerschließung notwendigen Arbeitskräfte in die Vereinigten Staaten brachten, wären die Besiedlung und der rapide wirtschaftliche Aufschwung des Landes undenkbar gewesen. Während zwischen 1820 und 1830 lediglich 152000 Menschen ihr Glück in der Neuen Welt suchten, erfolgte in den darauffolgenden Jahrzehnten ein dramatischer Anstieg der Einwanderungszahlen. Im Jahrzehnt vor 1850 zum Beispiel wurden 1,7 Millionen Neueinwandernde verbucht, und um die Jahrhundertmitte war fast jeder zehnte der über 23 Millionen US-Amerikaner nicht in den Vereinigten Staaten geboren.
Bis gegen Ende des Jahrhunderts kam der Zustrom überwiegend von den britischen Inseln und aus Nord- und Mitteleuropa. Das bei weitem größte Kontingent zwischen 1820 - dem ersten Jahr der zahlenmäßigen Erfassung der Einwanderung durch die US-Regierung - und 1880 stellten dabei die Deutschen mit 3,1 Millionen, dann folgten die Iren mit 2,8 sowie die Engländer mit 1,9 Millionen.
Der Assimilationsprozess verlief durchaus nicht reibungslos. Etwa zwei Drittel der irischen und ein Drittel der deutschen Immigranten nach 1840 waren Katholiken, die auf eine vorwiegend vom englischen Protestantismus geprägte Aufnahmegesellschaft trafen. Daraus erwuchsen ethno-religiöse Konflikte, die zunächst in den Städten des Nordostens, wie zum Beispiel in Philadelphia (1844), und später auch im Mittelwesten zu Aufruhr führten. Spannungen entstanden aber nicht nur durch
verschiedene Konfessionszugehörigkeiten, sondern auch durch die Bereitschaft vieler Immigranten, niedrigere Löhne als alteingesessene Arbeitskräfte zu akzeptieren und damit deren Arbeitsplätze zu gefährden.
Die deutschen Immigranten bevorzugten nach den Hafenstädten New York und Baltimore den Mittelwesten. Iren dagegen zogen eher in die urbanen Gebiete des Nordostens und Engländer hauptsächlich in die Staaten New York, New Jersey und Pennsylvania. Die Südstaaten wurden von den meisten Einwanderern wegen ihrer kaum entwickelten Industrialisierung, der Sklaverei und des heißen Klimas eher gemieden. Insofern vertiefte die geographische Verteilung der Neuankömmlinge noch die kulturelle, politische und wirtschaftliche Ausprägung der Unterschiede zwischen Nord und Süd. Der Westwärtswanderung in die ferneren Gebiete und zur frontier gehörten hauptsächlich gebürtige Amerikanerinnen und Amerikaner an. |
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10. Februar 2012
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Dossier |
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USA
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