|
|
 |

 |

Informationen zur politischen Bildung (Heft 269)
 |
 |
 |
 |
 |
Editorial |

 |
 |
Jutta Klaeren
|
 |
 |
 |
 |
Die Sozialstruktur in Deutschland hat wie in allen modernen Staaten westlicher Prägung in den letzten Jahrzehnten einen grundlegenden Wandel erfahren. Die Haupttrends lassen sich mit den Stichworten beschreiben wie "Herausbildung einer Leistungs- und Wohlstandsgesellschaft", Entfaltung zu einer "Industriellen Dienstleistungsgesellschaft" sowie Ausbildung einer "Wissens- und Bildungsgesellschaft", in der die Technisierung immer stärker das tägliche Leben in der Arbeitswelt sowie im Privaten durchdringt und von den Menschen eine kontinuierliche Höherqualifizierung fordert. Das vorliegende, überarbeitete Heft erläutert und analysiert diese und einige weitere Entwicklungstendenzen in Deutschland, dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die neuen Bundesländer gelegt.
 |
 |
 |
|
Jutta Klaeren, Redaktion Informationen zur politischen Bildung
(Foto: L. Welding, Köln)
|
 |
|  |
 |
Seit dem Herbst 1989 befindet sich die ostdeutsche Sozialstruktur "in einer Phase der radikalen, ja revolutionären Umwälzung" (Rainer Geißler). Zwar ist es gelungen, in vielen Bereichen die bestehende Lücke im Lebensstandard zwischen Ost- und Westdeutschland zu schließen, so bei den Renten und der Ausstattung der Haushalte mit langlebigen Konsumgütern, aber es existieren immer noch Unterschiede, beispielsweise bei Löhnen und Gehältern sowie in den Vermögensverhältnissen.
Ein besonderes Problem für die gesamte Gesellschaft in Deutschland ist die hohe Arbeitslosigkeit. Sie war in der DDR ein unbekanntes Phänomen, da die Staats- und Parteiführung mit erheblichem finanziellem Aufwand auch unproduktive Arbeitsplätze erhielt. Für viele Ostdeutsche ist daher der Systemwechsel mit Arbeitslosigkeit verbunden.
Angst vor Arbeitsplatzverlust und damit einhergehenden Armutsrisiken erfassen immer mehr Menschen in der Bundesrepublik. Fast 91 Prozent der Teilnehmerinnern und Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage der Bielefelder Universität 2004 waren der Überzeugung, dass "die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden". Auch wenn dies für letztere so nicht zutrifft, wie Rainer Geißler im Kapitel über "Armut in der Wohlstandsgesellschaft" zeigt, öffnet sich die Schere im Lebensstandard zwischen Armen und Bevölkerungsdurchschnitt immer weiter.
Im Fazit der Bielefelder Studie wird die Befürchtung geäußert, durch die wachsende Kluft käme "sozialer Kitt" abhanden und die Gefahr der Abgrenzung gegenüber Randgruppen und den in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten wachse. Nicht zuletzt deshalb ist die Integration der ethnischen Minderheiten in diesem Land von großer Bedeutung.
Der Zuwanderung und ihren Folgewirkungen ist in diesem Heft ein eigenes Kapitel gewidmet. Rainer Geißler beschreibt darin auch den Einstellungswandel, den Politik und Gesellschaft in jüngster Zeit vollzogen haben. Nach jahrzehntelanger Verdrängungshaltung setzt sich jetzt auch offiziell die Einsicht durch, dass sich die Bundesrepublik Deutschland auf dem Weg zu einer "Einwanderungsgesellschaft modernen Typs" befindet.
Wie in der Vergangenheit wird der soziale Wandel der Gesellschaft sicherlich auch in Zukunft weitergehen: Richtung und einzelne Veränderungen sind noch nicht überschaubar. |
 |
 |
|
 |
10. Februar 2012
 |
 |
 |
Zahlen und Fakten |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Die soziale Situation in Deutschland
Wie sind die sozialen Aufgaben in Deutschland verteilt? Und für welche Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft müssen Lösungen gefunden werden? Das Online-Angebot hilft dabei, die soziale Situation in Deutschland besser einschätzen und beurteilen zu können. |
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
|