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Informationen zur politischen Bildung (Heft 269)

Lebenssituation ethnischer Minderheiten


Rainer Geißler
Inhalt

Einleitung

Europaweite Parallelen

Deutsche Ausländerpolitik

Von der Abkehr zur Akzeptanz

Vielfältige Unterschiede

Sozioökonomische Lage

Soziale Integration

Perspektiven

Europaweite Parallelen
Der wachsende Anteil der ethnischen Minderheiten ist keine Besonderheit der deutschen Sozialstruktur. Auch in vielen anderen europäischen Gesellschaften - in der Schweiz und in Norwegen, in allen Ländern der Europäischen Union, selbst in den ehemaligen Auswanderungsländern Spanien und Italien - hat die Zahl der Zuwanderer in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Am höchsten lag der Ausländeranteil im Jahr 2001 in den beiden Kleinstaaten Luxemburg (38 Prozent) und Schweiz (20 Prozent).
Auch Deutschland gehört zusammen mit Belgien und Österreich zu einer Gruppe von Gesellschaften, die einen überdurchschnittlich hohen Ausländeranteil von acht bis neun Prozent aufweisen.

bild17.jpg

Die Verwendung dieser Grafik ist honorarpflichtig.

Beim internationalen Vergleich muss allerdings beachtet werden, dass diese Prozentwerte stark von der Einbürgerungspraxis und vom Staatsbürgerschaftsrecht der jeweiligen Länder abhängen, und diese variieren stark von Gesellschaft zu Gesellschaft.
Da in Deutschland nur vergleichsweise wenige Ausländer eingebürgert wurden und da Kinder ausländischer Eltern, die vor der Reform des Staatsbürgerschaftsrecht am 1. Januar 2000 geboren wurden, die Staatsangehörigkeit ihrer Eltern haben (Abstammungsprinzip bzw. ius sanguinis: Recht des Blutes), ist die Zahl der ethnischen Minderheiten in Deutschland nicht viel größer als die Zahl der Ausländer. In den meisten anderen Ländern der EU sind die ethnischen Minderheiten wegen großzügigerer Einbürgerungsbestimmungen erheblich größer als es die Ausländerstatistiken nachweisen.
Nach den Berechnungen von Harald W. Lederer vom Europäischen Forum für Migrationsstudien an der Universität Bamberg ist der Anteil der von 1986 bis 1994 eingebürgerten Ausländer in fast allen EU-Ländern um ein Vielfaches höher als in Deutschland - in Schweden zum Beispiel um mehr als das Zehnfache -, und in einigen Gesellschaften - wie beispielsweise im Vereinigten Königreich, in Belgien, den Niederlanden, Portugal und Spanien - gilt bei der Geburt von Kindern das Territorialprinzip (ius soli: Recht des Bodens), das heißt, das Kind ausländischer Eltern erwirbt mit der Geburt die Staatsangehörigkeit des Geburtslandes.
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10. Februar 2012
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Inhalt
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Editorial
Struktur und Entwicklung der Bevölkerung
Materielle Lebensbedingungen
Rolle der Eliten in der Gesellschaft
Armut in der Wohlstandsgesellschaft
Lebenssituation ethnischer Minderheiten
Bildungsexpansion und Bildungschancen
Geschlechtsspezifische Ungleichheit
Modernisierung
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