|
|
 |

 |

Informationen zur politischen Bildung (Heft 269)
 |
 |
 |
 |
 |
Lebenssituation ethnischer Minderheiten |

 |
 |
Rainer Geißler
|
 |
 |
 |
 |
Die Studien zur Bevölkerungsentwicklung - durch die Bevölkerungswissenschaft, durch Wirtschaftsinstitute, durch die Enquête-Kommission "Demographischer Wandel" des Deutschen Bundestages, durch das Statistische Bundesamt - gehen von erheblichen Zuwanderungen in den nächsten Jahrzehnten aus. Wanderungsprognosen bergen stets viele Unsicherheiten, und die heutigen Vorhersagen über zukünftige Zuwanderungen muten zudem auf den ersten Blick angesichts der derzeitigen hohen Arbeitslosigkeit überraschend an. Ihr demographischer Hintergrund sind die niedrigen Geburtenraten in der deutschen Bevölkerung.
Deutsche Frauen bringen so wenig Kinder zur Welt, dass die nächsten Generationen in den alten Ländern jeweils um etwa ein Drittel und in den neuen Ländern um die Hälfte kleiner sein werden als die Mütter-Generationen. Das Statistische Bundesamt prognostiziert, dass die Bevölkerung Deutschlands ohne Zuwanderungen von heute 82 Millionen auf 59 Millionen im Jahr 2050 zurückgehen würde. In Ostdeutschland werden selbst unter Berücksichtigung realistischer Zuwanderungsraten bereits bis 2030 Bevölkerungsverluste von mehr als einem Drittel erwartet.
Ein Bevölkerungsrückgang in diesem Ausmaß würde sowohl die Wirtschaft als auch das System der sozialen Sicherung in erhebliche Schwierigkeiten bringen. Selbst wenn man Gegenmaßnahmen zur Erhöhung der Erwerbsquote (mehr Frauenerwerbstätigkeit, kürzere Ausbildungszeiten, späterer Ruhestand) in Rechnung stellt, würde Deutschland nach soliden Schätzungen von 2010 bis 2050 ohne Zuwanderung 16 Millionen Erwerbspersonen bzw. ein Drittel seines Arbeitskräftepotenzials einbüßen.
Es ist nicht genau vorherzusagen, wie viele Menschen in nächsten Jahrzehnten zuwandern werden. Die meisten Berechnungen gehen von durchschnittlichen Jahreszahlen aus, die zwischen 100000 und 300000 Zuwanderern liegen. Für die Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages "bleibt 200000 [...] der wahrscheinlichste Wert für den zukünftigen durchschnittlichen Wanderungssaldo pro Jahr".
Es ist also absehbar, dass sich in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten die Entwicklung zu einer "Einwanderungsgesellschaft modernen Typs" aus ökonomischen, demographischen und humanitären Gründen fortsetzen wird. Die Politik und die deutsche Bevölkerungsmehrheit werden also in absehbarer Zukunft weiterhin mit der Herausforderung konfrontiert sein, mit diesen wachsenden Minderheiten "fairständnisvoll" umzugehen, sie als notwendigen und nützlichen Teil der deutschen Gesellschaft anzuerkennen und durch Gewährung gleicher Chancen einzugliedern. |
 |
 |
|
 |
10. Februar 2012
 |
 |
 |
Zahlen und Fakten |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
Die soziale Situation in Deutschland
Wie sind die sozialen Aufgaben in Deutschland verteilt? Und für welche Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft müssen Lösungen gefunden werden? Das Online-Angebot hilft dabei, die soziale Situation in Deutschland besser einschätzen und beurteilen zu können. |
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
|