Ein Jahr nachdem Aung San Suu Kyi, Führerin der Demokratiebewegung in Myanmar, 1991 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war, erhielt die Guatemaltekin Rigoberta Menchú Tum diesen Preis. Der geschichtliche Augenblick, der eine Maya-Frau vor zehn Jahren zu einer international bekannten Persönlichkeit machte, hat symbolische Bedeutung: Erstmals konnte sich die Stimme einer Indígena-Frau international Gehör verschaffen und die Weltöffentlichkeit auf die Situation der indigenen Bevölkerung in Guatemala aufmerksam machen. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien wurde 1996 der Bürgerkrieg nach 36 Jahren durch den Abschluss der Friedensverträge beendet. Diese legen die Grundlagen für eine Friedensgesellschaft, deren zentrale Elemente die Achtung der Menschenrechte, Kollektivrechte der indigenen Bevölkerung und Frauenrechte sowie der Aufbau eines demokratischen Rechtsstaates sind.
Zur Person
Ludgera Klemp Dipl.-Soz., Dr. rer. pol., geb 1952; Auslandsmitarbeiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung; zur Zeit Leiterin des Projektes "Genderförderung im Friedensprozess" der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Guatemala.
E-Mail: klemp@intelnet.net.gt
Veröffentlichungen zu Themen der Entwicklungszusammenarbeit und globalen Strukturpolitik sowie Aspekten der Staatsmodernisierung in multiethnischen Entwicklungsgesellschaften.