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Informationen zur politischen Bildung (Heft 268)

Kalter Krieg von 1945 bis 1989


Jörg Nagler
Inhalt

Einleitung

Wohlstandsgesellschaft

Zwischen Reform und Protest

Vietnam-Krieg

Gesellschaftskrise in den siebziger Jahren

Konservative Wende 1980

Einleitung
Wie bereits im Ersten Weltkrieg waren die Vereinigten Staaten die eigentlichen Sieger dieses zweiten globalen Konfliktes. Zwar hatten etwa 300000 US-Amerikaner ihr Leben lassen müssen, doch gemessen an den enormen Verlusten der anderen Krieg führenden Großmächte stellte dies eine eher geringe Zahl dar. Wirtschaftlich und militärisch war das Land zur Supermacht avanciert. Es produzierte jetzt mehr als 60 Prozent der weltweiten Industriegüter und besaß zwei Drittel der globalen Goldreserven. Der Weltmarkt stand ihm fast konkurrenzlos offen, seit eine Konferenz in Bretton Woods im Juli 1944 den US-Dollar als internationale Leit- und Reservewährung festgelegt hatte. Noch besaßen die USA das Atomwaffenmonopol und beherrschten mit überlegener Waffentechnologie Land und Wasser. Außer der Sowjetunion, die gleichfalls zur bedeutenden Weltmacht aufgestiegen war, existierte kein ernsthafter Gegner mehr. Allerdings hatten sich schon während des Krieges sowjetisch-amerikanische Differenzen gezeigt, die nun immer offener zutage traten, wie zum Beispiel über die Zukunft Deutschlands, die Höhe der Reparationszahlungen und das weitere Schicksal Osteuropas. Präsident Roosevelt hatte noch gehofft, dass sich diese aufkommenden Differenzen nach dem Friedensschluss durch eine Weltorganisation ausgleichen lassen würden. Die Vereinten Nationen, im Frühjahr 1945 in San Francisco ins Leben gerufen (mit späterem Sitz in New York), fanden denn auch - anders als der Völkerbundgedanke nach dem Ersten Weltkrieg - Zustimmung in der amerikanischen Bevölkerung. Ein effektives Organ zur Wahrung des Weltfriedens konnte diese Organisation jedoch aufgrund des sich anbahnenden Konfliktes zwischen den ideologischen Machtblöcken im Kalten Krieg nicht werden.
Die Ursachen des Kalten Krieges, der sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachhaltig auf die Innen- und Außenpolitik, die wirtschaftliche und auch kulturelle Entwicklung aller Nationen auswirkte, sind komplex und zwischen zwei Polen angesiedelt: dem sowjet-kommunistischen Expansionsstreben einerseits und dem amerikanisch-kapitalistischen auf der anderen Seite.
Die Vereinigten Staaten nahmen das sowjetische Verlangen nach einer Sicherheitszone nicht nur in Osteuropa als Indiz für ein weltweites Expansionsstreben wahr und reagierten darauf mit einer "Eindämmungsstrategie" (containment), durch die ein weiteres Vordringen der Sowjets und des Kommunismus weltweit verhindert werden sollte. Die enormen Kosten für die Umsetzung dieser Strategie konnten im Inneren nur mit einem kommunistischen Bedrohungsszenario begründet werden.
Innenpolitisch wollte Truman als überzeugter Befürworter eines amerikanischen Sozialsystems die Tradition des New Deal 1948 mit dem Reformprogramm des Fair Deal fortsetzen. Die Einführung eines Mindestlohnes, einer obligatorischen Krankenversicherung und eine drastische Verbesserung des Bildungswesens sollten dazugehören.
Das Reformprogramm scheiterte jedoch an einem gesellschaftlichen Klima, das schon durch die permanente Rhetorik des Anti-Kommunismus reformkritisch war. Dazu kam eine gewisse "satte Zufriedenheit" durch den seit 1946 einsetzenden Wirtschaftsboom und die erfolgreiche Umstellung von Kriegs- auf Friedenswirtschaft. Zwischen 1950 und 1960 nahm das Bruttosozialprodukt um 77 Prozent zu. Davon profitierten allerdings nicht alle Bevölkerungsschichten gleichmäßig. Insbesondere die Afro-amerikaner waren nach wie vor benachteiligt. Die Beteiligung afroamerikanischer Soldaten im Zweiten Weltkrieg hatte dazu beigetragen, deren Diskriminierung abzubauen und auch ihr Selbstwertgefühl zu stärken; angesichts fortdauernder rassistischer Anfeindungen und Gewaltausschreitungen insbesondere in den Südstaaten forderten die schwarzen Kriegsheimkehrer, nun auch unterstützt von weißen Mitstreitern, die Umsetzung der Ideale einer Demokratie ohne Rassentrennung und Diskriminierung im eigenen Land. Schließlich war dieser Krieg gegen Rassismus und für den Erhalt von Demokratie geführt worden. Präsident Truman unterstützte diese Vorstellungen, indem er eine Kommission ins Leben rief, die sich um den Schutz der Bürgerrechte der schwarzen Bevölkerung kümmern sollte und Afroamerikaner mit wichtigen Ämtern in seiner Administration betraute.
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10. Februar 2012
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Inhalt
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USA -Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft
Die Autoren
Editorial
Von den Kolonien zur geeinten Nation
Weg zur Weltmacht 1898 bis 1945
Kalter Krieg von 1945 bis 1989
Aufbruch in eine "Neue Weltordnung"
Grundzüge des Wirtschaftslebens
Gesellschaftsstruktur und -politik
Vereinigte Staaten im Vergleich
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Die Vereinigten Staaten von Amerika: Vorbild für die einen, Feindbild für die anderen. Kaum eine andere Nation vermag es, die Gemüter so intensiv zu vereinen oder zu spalten. Die USA, das Land der Superlative und Extreme, in einem Dossier.
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