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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 35-36/2002)
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Endlos nach der "Endlösung": Deutsche und Juden |

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Michael Wolffsohn
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Deutschland und die jüdische Welt haben die nach ihrer Ansicht jeweils richtigen "Lehren aus der Geschichte" gezogen. Gerade deshalb kommen sie nicht zueinander. Sie entwickeln sich voneinander weg und geraten zunehmend gegeneinander. Die Kontroverse Möllemann gegen Friedman verdeckte durch Personalisierung mehr, als sie aufdeckte - und man entdeckte (sofern man wirklich hinschaute) Grundsätzliches im jeweiligen gesellschaftlichen (nicht persönlichen) Bereich.
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Zur Person |
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Michael Wolffsohn Dr. phil., geb. 1947 in Tel Aviv; Professor für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr München.
Anschrift: Historisches Institut, Universität der Bundeswehr München, 85577 Neubiberg. E-Mail: mwolffsohn@gmx.de
Veröffentlichungen u.a.: Wem gehört das Heilige Land?, München 2002.
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Seit mehr als 50 Jahren argumentieren Deutsche und Juden auf der kollektiven (nicht unbedingt individuellen) Ebene aneinander vorbei; sie reden viel von "Verständnis" und verstehen einander immer weniger - gerade weil sie so viel reden und dabei nur die eigene, doch nicht die andere Seite sehen oder gar verstehen. Schlagworte wie "Antisemitismus der Deutschen und Europäer", "Faschismus der Israelis" oder gut gemeinte, doch falsche Fragen - etwa nach der Berechtigung deutscher Kritik an israelischer Politik - vermehren die Verständnislosigkeit und dadurch die nahöstliche Politikunfähigkeit von Deutschen (und Europäern).
Deutsche, auch andere Europäer, und Juden (hier bewusst als Gegensatz gedacht und formuliert) sind jeweils in die Falle der Geschichte, genauer: eines Übermaßes der Erinnerung an Geschichte, an die nationalsozialistische Zeitgeschichte, an den Holocaust, getappt. Das ist meine These, die ich im Folgenden begründen möchte.
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10. Februar 2012
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