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Informationen zur politischen Bildung (Heft 287)

Editorial




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Die Verwendung dieses Bildes ist honorarpflichtig.

Die Erde ist alt. Hitzewellen und Eiszeiten, Überschwemmungen und Wüstenbildungen, die Entstehung und das Aussterben zahlloser Arten von Lebewesen, all das ist für unseren Planeten nichts Neues.
Neu dagegen ist: Die Spezies Homo sapiens ist dabei, empfindlich in das System Erde einzugreifen. Seit Beginn der Industrialisierung - gemessen in Erdzeitalterdimensionen ist das kaum ein paar Millisekunden her - geht der Mensch äußerst rücksichtslos mit den Ressourcen der Erde um, und die Folgen treten schon jetzt deutlich zutage: Beispielsweise schwindet die Artenvielfalt in besorgniserregendem Maß, jeden Tag sterben über 100 Tier- und Pflanzenarten aus, weil ihr natürlicher Lebensraum vernichtet wird. Der anthropogene Treibhauseffekt trägt erheblich zu einer globalen Erwärmung bei: Bedingt durch menschliches Handeln, vor allem durch den Verbrauch fossiler Brennstoffe, die Jahrmillionen zum Entstehen benötigten, ist die Durchschnittstemperatur auf der Erde in den vergangenen 100 Jahren bereits um 0,74 Grad Celsius angestiegen. Extreme Naturereignisse nehmen dadurch zu. Ein ernstzunehmendes Problem stellt auch das explosionsartige Wachstum der Weltbevölkerung dar. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich über 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben; Probleme wie Trinkwasser- und Nahrungsmittelknappheit werden an Brisanz noch gewinnen. Die Fülle dieser Entwicklungen innerhalb eines so kurzen Zeitraums ist auch für unseren Planeten neu.
Besonders das Phänomen des Klimawandels und seiner Folgen macht in jüngster Zeit Schlagzeilen. Alarmierend wirkte 2007 der Vierte Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Das UNO-Expertengremium lässt keinen Zweifel am anthropogenen Treibhauseffekt, weist auf die durch den Klimawandel entstehenden Gefahren und Kosten hin und fordert entschlossenes Handeln, um den fatalen Auswirkungen der globalen Erwärmung weitestgehend vorzubeugen und rechtzeitig Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen. Insbesondere die Wichtigkeit effizienterer Energienutzung sowie der Umstellung auf erneuerbare Energien heben die Klimaexperten hervor. Für seine Verdienste erhielt das IPCC den Friedensnobelpreis, ebenso wurde das Engagement des US-amerikanischen Politikers Al Gore für den Klimaschutz mit dem Nobelpreis honoriert.
Doch Medienaufmerksamkeit allein reicht nicht; umweltpolitische Herausforderungen müssen aktivangegangen werden. Besondere Verantwortung tragen die reichen Industrienationen. Sie sind die Hauptverursacher der heutigen Umweltprobleme, währendohnehin arme Weltregionen in besonderem Maße von den Folgen betroffen sind und in Zukunft sein werden.
Mutiges politisches Handeln ist deshalb notwendig,im Hier und Jetzt und auf allen politischen Ebenen: Auf internationaler Ebene verhandeln Politiker, Wissenschaftler und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen um die weitere Ausgestaltung der globalen Umweltpolitik. Bei der Klimakonferenz auf Bali im Dezember 2007 gerieten diese Verhandlungen zu einem zähen Ringen, ging es wie so oft um Abwägungen zwischen Ökonomie und Ökologie. Die Erfolge mögen bescheiden sein, doch immerhin, die Bereitschaft zusammenzuarbeiten ist da und wächst. Die Staaten der Europäischen Union, nicht zuletzt die Bundesrepublik Deutschland, haben sich vorgenommen, in der internationalen Umweltpolitik eine Vorreiterrolle einzunehmen. Auf regionaler und lokaler Ebene ist es manchmal einfacher, umweltpolitisch etwas zu bewegen. Wichtig ist, dass Umweltbewusstsein in der Zivilgesellschaft verankert ist und der Einzelne seine Handlungsmöglichkeiten erkennt und in die Tat umsetzt.
Nachhaltigkeit ist das Konzept der Zukunft - so verantwortungsvoll mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen umzugehen, dass sowohl die Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern als auch die nachfolgenden Generationen die Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse in angemessener Weise zu befriedigen. Nachhaltig zu leben bedeutet nicht zwangsläufig, auf Lebensqualität zu verzichten, möglicherweise aber, die eigene Lebensweise substanziell umzustellen - Ziel ist und bleibt die Steigerung der Lebensqualität weltweit.

Sibylle Klöcker
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10. Februar 2012
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Editorial
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