Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index
Suche

Themen
Publikationen
Arbeitsmaterialien Medien
Aus Politik und Zeitgeschichte
AV-Medienkatalog
CD-ROM/ CD/ DVD
Einzel-
publikationen
Entscheidung im Unterricht
Filmhefte
fluter
HanisauLand
Informationen zur politischen Bildung
Info aktuell
Internet-Angebote
Mobile Angebote
Karten
Pocket
Rechtsreihe
Schriftenreihe
Spicker Politik
Thema im Unterricht
Themenblätter im Unterricht
Themen und Materialien
Zeitbilder
Spiele
Sonstige
Was geht?
Suche
Veranstaltungen
Wissen
Lernen


Aus Politik und Zeitgeschichte (B 17/2002)

"Über-Lebenszeit": Kabarett in der Transformation


Die Dresdner "Herkuleskeule" vor und nach 1989
Sylvia Klötzer
Inhalt

Einleitung

I. "Auf Dich kommt es an, nicht auf alle": Leiden an der DDR

II. "Über-Lebenszeit": Eine Abschiedsvorstellung

III. "Perlen vor die Säue": Ortsbestimmung

Einleitung
"Frustrierte Autoren wollen Partei und Staat beleidigen." [1] Die Beschwerde eines Dresdner Kulturfunktionärs aus dem Sommer 1986 galt der vorletzten DDR-Produktion der "Herkuleskeule". Das Stück "Auf Dich kommt es an, nicht auf alle", geschrieben von Peter Ensikat und Wolfgang Schaller, inszeniert von Gisela Oechelhaeuser, kam schließlich nach längerem "Lavieren" [2] auf Seiten der zuständigen Kulturabteilungen durch die "Interessentenprobe" - die Zensurabnahme - und hatte kurz darauf am 22. Dezember 1986 Premiere.

  • PDF-Version: 393 KB


  • Zur Person
    Sylvia Klötzer
    Ph. D., geb. 1952; wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Europa-Universität "Viadrina" Frankfurt (Oder).

    Anschrift: Fakultät für Kulturwissenschaften, Große Scharrnstr. 59, 15230 Frankfurt (Oder).
    E-Mail: kloetzer@rz. uni-potsdam.de

    Veröffentlichungen u. a.: Über den Umgang mit heißen Eisen, in: Simone Barck u. a. (Hrsg.) Zwischen ,Mosaik' und ,Einheit'. Zeitschriften in der DDR, Berlin 1999; Wir haben immer so nach vorne gelebt. Erinnerungen und Identität bei Monika Maron, in: German Monitor (i. E.).

    In gewisser Hinsicht hatte der Kulturfunktionär Recht: Hier lag tatsächlich ein Kabarettstück vor, das den Zustand der DDR in den Blick nahm - keineswegs wohlwollend. Das bis dahin konsequenteste Programm von Ensikat und Schaller "beleidigt" orthodox gesonnene Funktionäre, indem es sie mit den eigenen Ritualen und Lügen konfrontiert. Das Urteil "frustrierte Autoren" besagt jedoch nicht weniger, als dass auch damals Satire im Sinne Tucholskys gelingen konnte und diese traf. In "Auf Dich kommt es an, nicht auf alle" lässt sich ein letztes Mal ein ernsthaftes Bemühen "gekränkter Idealisten" [3] erkennen, gegen das "Schlechte" im Sozialismus anzurennen in der Hoffnung, dieser könne doch noch "gut" werden, weil er möglicherweise reformierbar sei. Dieser Funke Hoffnung hatte sich an Michail Gorbatschows Glasnost-Politik entzündet und Mitte der achtziger Jahre noch einmal die Energie freigesetzt, gegen die gesellschaftliche Lähmung vorzugehen und sich am Thema der sich weitenden Kluft zwischen offiziell behaupteten gesellschaftlichen Grundsätzen, Zielen und Zuständen auf der einen Seite und der deprimierenden sozialen Wirklichkeit auf der anderen abzuarbeiten. Dieser Ansatz wiederum konnte noch notdürftig als "helfende Kritik" durchgehen, welche die SED von ihrem Kabarett verlangte, die sich jedoch bereits auf die Auftraggeber selbst richtete. Mit dieser Produktion enden - noch vor "Über-Lebenszeit" vom Dezember 1988 - die DDR-Stücke der beiden Autoren an der "Herkuleskeule". "Über-Lebenszeit" weist über die DDR hinaus. Der Gedanke an Reformierbarkeit fehlt. Stattdessen geht es um die Enthüllung des DDR-Systems. Die Satiriker können nur noch bitter und resigniert das Ableben ihres Ideals feststellen, das mit der DDR verbunden war.

    Im Folgenden wird am Beispiel der 1986er Produktion "Auf Dich kommt es an, nicht auf alle" rekonstruiert, was ein Kabarett in der DDR, das zu den Spitzenensembles gehörte, ausmachte. Ein Vergleich zum Programm "Über-Lebenszeit" von 1988, das in der Wendezeit weiter gespielt werden konnte, sowie ein Ausblick auf ein Programm von 1995, "Perlen vor die Säue", das die eigene Vergangenheit - auch die des Kabaretts selbst - zum Thema machte, zielt auf die Frage nach den Prägungen und dem Profil eines nun ostdeutschen Kabaretts.
    Themen | Wissen | Veranstaltungen |
    Publikationen | Lernen |
    Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
    Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home
    10. Februar 2012
    Druck-Version
    Artikel versenden
    Inhalt
    Bild vergrößern
    Alltagskultur Ostdeutschland
    Editorial
    Schwierigkeiten kultureller Assimilation
    "Eigentlich unsere beste Zeit" Erinnerungen an den DDR-Alltag in verschiedenen Milieus
    DDR-Alltag im Film Verbotene und zensierte Spielfilme der DEFA
    "Über-Lebenszeit": Kabarett in der Transformation
    Von Menschen und Übermenschen
    Lexikonsuche
    Suchwort:
    Lexika:
    Online-Angebot der bpb
    jugendopposition.de
    jugendopposition.de
    Ausgezeichnet mit Grimme Online Award: Wie haben junge Menschen in der DDR mit Mut und Musik gegen Stasi und SED-Diktatur gekämpft? Zeitzeugen berichten. Mit zahlreichen Videos, Fotos und Dokumenten.
    jugendopposition.de