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Schriftenreihe (Bd. 386)

5.3 Biometrie


Inhalt

Mittel zur Identifizierung

Biometrische Technologien

Gesichtserkennung

Fingerabdruckerkennung

Weitere biometrische Technologien

Einsatzgebiete von biometrischen Technologien

Bedrohte Privatsphäre

Gesichtserkennung
Um eine andere Person zu erkennen, blicken wir ihr zumeist ins Gesicht, da die sichtbaren Unterscheidungsmerkmale im Gesicht konzentriert auftreten. Insbesondere die Augen scheinen nicht nur darüber Auskunft zu geben, wer jemand ist, sondern auch wie sich diese Person fühlt, worauf ihre Aufmerksamkeit gerichtet ist usw. Will jemand seine Identität oder die Sichtbarkeit innerer Vorgänge verbergen, so muss er sich maskieren. Daher kann die Gesichtserkennung als eine Art elektronischer Demaskierung bezeichnet werden.

Die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht ist ein Austauschprozess, der in zwei Richtungen funktioniert. Jemanden anzusehen, bedeutet das eigene Gesicht zu exponieren und es dem anderen zu ermöglichen, einen selbst anzusehen. Jemanden zu beobachten, ohne selbst von der Person gesehen zu werden, versetzt die exponierte Person gegenüber dem Zuseher in eine angreifbare Position.

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Muster für Gesichtserkennung
© MIT

Iriserkennung
Iriserkennung stützt sich auf die Tatsache, dass die Retina jedes Individuums eine individuelle Struktur besitzt. Die Oberfläche der Iris setzt sich aus einem Kranz, Vertiefungen, Fäden, Flecken, Gruben, ringförmig angeordneten Rillen und Wellen zusammen, die in unendlich vielen verschiedenen Variationen erscheinen und in ebenso vielen Arten miteinander kombiniert sind. Iris-Scanning gilt als ganz besonders genaue Identifizierungstechnologie, da sich die Eigenschaften der Iris im Leben eines Menschen nicht verändern und weil eine Iris mehrere hundert messbare Variablen aufweist. Überdies ist es ein schnelles Verfahren, das nicht länger als ein bis zwei Sekunden dauert.

All diese Eigenschaften haben die Iriserkennung zu einer attraktiven Technologie im Einsatz für Sicherheitsanwendungen gemacht, wie beispielsweise für die Gefängnisüberwachung. Die Iristechnologie wird aber auch für Onlineanwendungen eingesetzt, wo sie die Identifizierung via Passwort ersetzen kann. Wie auch im Fall der anderen biometrischen Technologien ist die Verwendung von Iris-Scanning zum Schutz privater Bereiche eine zweischneidige Angelegenheit. Denn der Schutz gegen den Identitätsdiebstahl funktioniert nur horizontal, nicht vertikal, also etwa im Falle der Dateneignung durch Behörden: die Datenbeschaffung, die während der Identifizierung geschieht, wird auch nicht als Diebstahl der Identität einer Person durch das biometrische System bezeichnet.

Im Prozess der Iriserkennung trifft die biometrische Technologie beinahe buchstäblich ins "Schwarze des Auges". In einer Welt, die mit sich verändernden und manipulierten Bildern übersättigt ist, setzt man auf die Iris, um an die "letzte Wahrheit" in Form einer digital artikulierten Identität heranzukommen.

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Iris-Vermessung
© Telecommunications Software and Multimedia Laboratory
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10. Februar 2012
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Die Politik der Infosphäre
Vorworte
V. Globale Sicherheit
5.1 Überwachung
5.2 Kryptografie
5.3 Biometrie
5.4 Echelon
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