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Schriftenreihe (Bd. 386)
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5.3 Biometrie |

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Während dem Fingerabdruck mit Papier und Stempelkissen der Ruch vordigitaler Polizeitechniken anhaftet, scheint sich sein digitaler Nachfolger als weit verbreitete biometrische Technologie zu etablieren. Die Fingerabdruckerkennung beruht auf der Tatsache, dass die Einzigartigkeit eines Fingerabdruckes durch die Analyse winziger Merkmale wie Schweißdrüsen, Rillenabstände und Verzweigungen definiert werden kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Individuen den gleichen Fingerabdruck haben, wird auf weniger als eins zu einer Milliarde geschätzt.
Als Zugangskontrolle ist der digitale Fingerabdruck vorwiegend bei militärischen Einrichtungen wie dem Pentagon und Forschungszentren der Rüstungsindustrie verbreitet. Auch bei Banken kommt diese Technologie stark zum Einsatz, und große Kreditkarten-Unternehmen wie Visa und MasterCard streben eine breite Integration dieser Fingerabdruckmethoden im Bankkartenbereich an.
Ein großes Hindernis stellen Ungenauigkeiten dar, die durch fettige, verschmutze oder rissige Haut auftreten. Dieses Problem wurde vor kurzem durch die Entwicklung einer Vorrichtung gelöst, die in der Lage ist, die spezifischen Eigenschaften eines Fingerabdrucks ohne direkten Hautkontakt aufzuzeichnen, zu digitalisieren und in ein digitales Bild umzuwandeln.
Wie auch bei anderen biometrischen Technologien treffen bei der Fingerabdruckerkennung der staatlich kontrollierte Polizei- und der zivile Sicherheitsmarkt aufeinander – was einmal mehr bestätigt, dass im Hightechmarkt das Zivile und das Militärische nicht eindeutig zu trennen sind.
So scheint die Utopie einer gefängnisfreien Gesellschaft in die Reichweite einer Technologie zu kommen, die von einer sich rasch drehenden Spirale aus Identifikationserfordernissen und Identifikationstechnologien zügig weiterentwickelt wird und letztlich die freie Bewegung durch eine Simulation derselben zu ersetzen im Stande ist: dies ist zum Beispiel bei den von Digital Angel entwickelten elektronischen Fußfesseln der Fall, die die jeweilige Position von auf Bewährung freigelassenen Gefangenen an die Polizei übermitteln. |
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10. Februar 2012
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