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Informationen zur politischen Bildung (Heft 280)

Globaler Terrorismus


Ulrich Schneckener
Inhalt

Einleitung

Al-Qaida als Prototyp

Charakteristika terroristischer Gewalt

Andere Formen politischer Gewalt

Entwicklung des Terrorismus

Internationale Ausweitung

Bekämpfungsstrategien

Al-Qaida als Prototyp
Diese vier Aspekte kennzeichnen den global operierenden Terrorismus, als dessen Prototyp das radikal-islamistische Netzwerk al-Qaida unter der Führung des saudischen Millionärs Osama Bin Laden (geb. 1957) gelten kann, das für die Anschläge des 11. September verantwortlich ist. Al-Qaida ("Basis") entstand 1988/89 in Afghanistan und Pakistan. Ausgangspunkt waren Rekrutierungsbüros, die weltweit islamische Kämpfer anwarben und militärisch ausbildeten, um sie dann im Guerillakrieg gegen die sowjetische Besatzung Afghanistans (seit 1979) einzusetzen.

Al-Qaidas Entwicklung lässt sich in drei Phasen unterteilen: In der Frühphase (1988-1990) konzentrierte sich Bin Laden zwar primär auf den Krieg in Afghanistan. Doch zugleich begann er, seine eher am Guerillakampf orientierte Organisation zu einer global tätigen Terrorgruppe umzuwandeln, indem er beispielsweise entsprechende Ausbildungs- und Trainingslager organisierte.

In der zweiten Phase (1990-1996) weitete al-Qaida seine Aktivitäten erheblich aus: Zum einen verschärfte Bin Laden seine Agitation gegen die "korrupten" und "unislamischen" Eliten in muslimisch geprägten Ländern und beteiligte sich am Aufbau von lokalen Terrorzellen. Zum anderen engagierte sich das Netzwerk mit der Entsendung von Kämpfern und mit finanzieller Unterstützung in einer Reihe von Konflikten, in denen sich muslimische Gruppen bedroht sahen (zum Beispiel Süd-Philippinen, Bosnien, Kosovo, Tschetschenien, Kaschmir, Somalia). In dieser Phase knüpfte die al-Qaida-Führung enge Kontakte zu anderen islamistischen Führern, Terror- und Guerillagruppen - von Nordafrika über den Nahen und Mittleren Osten bis nach Zentral- und Südostasien.

In der dritten Phase (ab 1996) geriet die westliche Welt, vor allem die USA und Israel, noch stärker in das Blickfeld von al-Qaida. Die primäre Zielsetzung verschob sich: Der Kampf wurde nicht mehr direkt gegen "korrupte" Regime, sondern gegen den "Westen" geführt, der diese Regime von außen stützt und dem unterstellt wird, die islamisch geprägte Welt zu "unterdrücken".
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10. Februar 2012
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