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Informationen zur politischen Bildung (Heft 280)

Globaler Terrorismus


Ulrich Schneckener
Inhalt

Einleitung

Al-Qaida als Prototyp

Charakteristika terroristischer Gewalt

Andere Formen politischer Gewalt

Entwicklung des Terrorismus

Internationale Ausweitung

Bekämpfungsstrategien

Andere Formen politischer Gewalt
Terrorismus ist nicht identisch mit staatlich organisiertem oder geduldetem Terror (Staatsterror). Ein zentraler Unterschied besteht darin, dass staatliche oder staatlich beauftragte Akteure typischerweise nicht verdeckt aus dem Untergrund, sondern bewusst offen agieren, um die Bevölkerung oder bestimmte Gruppen einzuschüchtern und zu unterdrücken. Ferner dient Staatsterror in der Regel dazu, den Status quo - die Absicherung der Herrschaft - zu garantieren, während Terrorismus gerade auf die Veränderung des Ist-Zustands setzt. Schließlich handelt es sich bei Staatsterror um Maßnahmen eines "starken" Akteurs, der sich auf einen mächtigen Staatsapparat stützen kann. Ein Beispiel für staatlichen Terror sind die "Säuberungen" und Schauprozesse, die Stalin in den dreißiger Jahren in der Sowjetunion durchführen ließ, um seine Macht zu sichern. Terrorismus ist hingegen das Mittel eher "schwacher" Akteure.

Guerillabewegungen

Unterschiede zu den Strategien von Guerilla- oder Rebellenbewegungen weist das terroristische Kalkül hinsichtlich dreier Aspekte auf: Erstens streben Guerillabewegungen typischerweise die Eroberung und Kontrolle von Territorien an; sie verstehen sich als "künftige Armeen" einer Nation, die durch Abtrennung eines Teilgebietes (Sezession), die Beendigung einer Fremdherrschaft (Anti-Kolonialismus) oder den Umsturz einer Regierung (Revolution) zu befreien ist.

Zweitens wollen Guerillakämpfer ihr Ziel durch den Einsatz physischer Gewalt erreichen, wozu Terrorgruppen in der Regel nicht in der Lage sind. Es gilt, die militärische Schlagkraft des Gegners zu schwächen, ihn letztlich zu besiegen oder zur Kapitulation zu zwingen, um dann dessen Platz einzunehmen.

Drittens konzentrieren sich Rebellen bei ihren paramilitärischen Operationen in der Regel auf Angehörige regulärer Streit- und Sicherheitskräfte sowie auf die Repräsentanten des staatlichen Machtapparates, etwa Politiker, Richter und Polizisten. Terrorgruppen neigen hingegen dazu, bewusst auch "normale" Bürgerinnen und Bürger zu attackieren, um möglichst große Schockeffekte auszulösen.

In der Realität besteht allerdings zumeist eine Grauzone zwischen beiden Phänomenen, da Gruppen im Zuge eines Konflikts ihren Charakter wandeln können. Aus einer Organisation, die zunächst allein mit terroristischen Anschlägen auf sich aufmerksam macht, wird im Laufe der Zeit eine Guerillabewegung, der es gelingt, weite Teile der Bevölkerung zu mobilisieren. Oder umgekehrt: Was - zumindest deklaratorisch - als Befreiungsbewegung begann, endet im Terror gegen Zivilisten. Darüber hinaus gibt es Fälle, bei denen sich Charakteristika beider Typen verbinden, indem beispielsweise die Gruppen Teile des Staatsgebietes kontrollieren, aber gleichzeitig Terroranschläge auf Zivilisten in den übrigen Landesteilen verüben (wie zum Beispiel die Tamil Tigers auf Sri Lanka).

Ob eine Gruppierung als Terrororganisation oder als Befreiungskämpfer wahrgenommen wird, hängt allerdings nicht selten auch von der politischen Interessenlage der Betrachtenden ab.
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19. März 2010
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Kaum ein Phänomen wird so intensiv und kontrovers diskutiert wie die Globalisierung. Zahlen und Fakten zeigt: Die ökonomische, soziale und kulturelle Vernetzung war noch nie so ausgeprägt wie zu Beginn des 21. Jahrhunderts.
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