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Informationen zur politischen Bildung (Heft 280)

Globaler Terrorismus


Ulrich Schneckener
Inhalt

Einleitung

Al-Qaida als Prototyp

Charakteristika terroristischer Gewalt

Andere Formen politischer Gewalt

Entwicklung des Terrorismus

Internationale Ausweitung

Bekämpfungsstrategien

Bekämpfungsstrategien
Der globale Terrorismus stellt die Terrorismusbekämpfung vor neue Herausforderungen:
  • Verändertes Tatprofil: Spätestens seit dem 11. September ist jede Art von Anschlag vorstellbar geworden. Das Dilemma besteht darin, dass sich kein Staat der Welt auf sämtliche Szenarien vorbereiten kann, sondern allein aus Kapazitätsgründen Schwerpunkte bei Aufklärung und Gefahrenabwehr setzen muss.
  • Netzwerke statt Hierarchien: Die spezifische Netzwerkstruktur bedingt eine hohe Flexibilität und Resistenz gegenüber Angriffen von außen. Das Netzwerk kann, zumindest in Teilen, weiter bestehen, solange wichtige Knotenpunkte innerhalb der Organisation oder Schnittstellen zu anderen Terrorgruppen funktionstüchtig bleiben. Es genügt daher nicht, die Kommandoebene auszuschalten oder einem einzelnen Topterroristen hinterherzujagen.
  • Diversifizierung der Finanzierung: Die Möglichkeit, auf mehrere Finanzquellen und Transferwege zurückzugreifen, verschafft den Terroristen ein hohes Maß an Flexibilität, da der Verlust einiger Quellen durch andere kompensiert werden kann und gleichzeitig die Eindämmung von Finanzströmen erheblich erschwert wird.
  • Nicht-staatliche Unterstützung: Es genügt nicht, bestimmte Regierungen mit Sanktionen international unter Druck zu setzen, um sie dazu zu bewegen, ihre Kooperation mit Terrorgruppen zu beenden. Die nicht-staatliche Förderung entzieht sich oftmals der Kontrolle von Regierungen oder aber sie bewegt sich in einem legalen Rahmen.
Bei den Antiterror-Strategien kann zwischen operativen und strukturellen Maßnahmen unterschieden werden: Der operative Bereich dient dazu, gegen bestehende und manifeste terroristische Strukturen vorzugehen und Anschläge zu vereiteln. Dazu gehören militärische Interventionen (wie in Afghanistan), Einsätze von Spezialkräften und Antiterroreinheiten, geheimdienstliche Aufklärung, polizeiliche Maßnahmen, Verbot von Organisationen sowie Vorkehrungen zur Austrocknung der Finanzquellen (zum Beispiel Einfrieren von Konten, Kontrolle von Finanztransfers).

Bei den strukturellen Maßnahmen geht es darum, die Bildung von Terrorgruppen möglichst zu verhindern oder zumindest die Ausbreitung terroristischer Netzwerke einzudämmen, indem den Terroristen ihre politische und sozioökonomische Basis entzogen wird. Deshalb stehen die Lösung von Regionalkonflikten (zum Beispiel Nahost- oder Kaschmirkonflikt), die Stärkung von staatlichen Strukturen in weiten Teilen der Welt, die Eindämmung des Waffenhandels sowie die Stärkung von Regimen zur Nichtverbreitung von ABC-Waffen im Vordergrund.

Zentral ist aber auch die Demokratisierung und wirtschaftliche Modernisierung von Staaten und Gesellschaften gerade in der arabisch-muslimischen Welt, die bisher, nicht zuletzt aufgrund interner Entwicklungsblockaden und autoritärer Strukturen, von den ökonomischen Chancen der Globalisierung kaum profitiert hat. Daher sehen sich weite Teile dieser Gesellschaften als "Verlierer" einer Globalisierung, die vielfach als Synonym für "westliche" Dominanz steht - eine Haltung, die unter bestimmten Bedingungen Extremisten für ihre Zwecke nutzen können.
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15. März 2010
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Kaum ein Phänomen wird so intensiv und kontrovers diskutiert wie die Globalisierung. Zahlen und Fakten zeigt: Die ökonomische, soziale und kulturelle Vernetzung war noch nie so ausgeprägt wie zu Beginn des 21. Jahrhunderts.
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