|
|
 |

 |

Informationen zur politischen Bildung (Heft 254)
 |
 |
 |
 |
 |
Weg zur Gleichberechtigung |

 |
 |
Gisela Helwig
|
 |
 |
 |
 |
Mit der Unterzeichnung einer "Aktionsplattform" ging in Peking am 15. September 1995 die Vierte Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen zu Ende. An den zwölftägigen Beratungen der Regierungsdelegationen unter dem Motto "Handeln für Gleichberechtigung, Entwicklung und Frieden" sowie an dem Forum der Nichtregierungsorganisationen (NRO) nahmen nach offiziellen Angaben insgesamt rund 47000 Delegierte teil.
Um den Entwurf des Abschlußdokuments hatte es bereits 1994 heftige Auseinandersetzungen gegeben. Auf den fünf Vorbereitungskonferenzen der Regionen Asien/Pazifik, Lateinamerika/Karibik, Europa/Israel/USA/Kanada, Afrika und West-Asien war das Bestreben zahlreicher Regierungen deutlich geworden, bei der Definition von Frauenrechten und Frauenförderung Formulierungen durchzusetzen, die hinter bereits erreichte internationale Vereinbarungen zurückgingen. Auf der Konferenz für Israel, Nordamerika und Europa in Wien forderten einige Staaten, bei politischen Maßnahmen nicht mehr von dem Ziel der "Gleichheit" (equality), sondern nur noch von "Gleichwertigkeit" (equity) auszugehen. In der Erklärung von Djakarta ebenfalls im Vorfeld der Weltfrauenkonferenz für die asiatisch-pazifische Region wurde die grundsätzliche Anerkennung der "Universalität und Unteilbarkeit" der Menschenrechte durch den Zusatz abgeschwächt, daß "allen Ländern gemäß ihrer Kultur, ihren Wertnormen und Traditionen wie auch ihren sozialen, wirtschalichen und politischen Gegebenheiten eine innerstaatliche Kompetenz [zukommt], eigene Grundsätze zur Förderung der Frauen zu formulieren und umzusetzen". |
 |
 |
|
 |
16. März 2010
 |
|