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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 32-33/2006)

Afrika zwischen Autokratie und Demokratie


Peter Meyns
Inhalt

Einleitung

Das Ende des Transitionsparadigmas?

Lang andauernde Transitionen

Funktionierende Demokratien

Autokratische Wahlsysteme

Hybride Regime

Ausblick

Einleitung
Gut 15 Jahre ist es her, dass der Wind des demokratischen Wandels den afrikanischen Kontinent erreichte und eine politische Entwicklung auslöste, die verschiedentlich als zweite Befreiung oder zweite Demokratisierung bezeichnet wurde, um die Ablösung autokratischer Herrschaftsformen, welche die nachkoloniale Entwicklung nach einer kurzen Phase demokratischer Herrschaft weithin geprägt hatten, zu charakterisieren. Die weltpolitischen Veränderungen der späten achtziger Jahre waren damals der äußere Auslöser; die Bedingungen für den eintretenden Wandel waren jedoch in den verschiedenen Ländern Afrikas selbst nach jahrelanger ökonomischer Misswirtschaft und selbstherrlicher Einpartei- und oft sogar Ein-Mann-Herrschaft herangereift.[1]

Zur Person
Peter Meyns
Dr. rer. pol., geb. 1940; Professor i.R. für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg, Institut für Politikwissenschaft, 47048 Duisburg.
E-Mail: meyns@uni-duisburg.de

Heute gibt es nur wenige Staaten in Afrika, die nicht Mehrparteiensysteme sind und regelmäßig Wahlen abhalten. Dennoch ist die Euphorie der Anfänge der zweiten Demokratisierung längst einer Ernüchterung gewichen, die in vielen Ländern hinter der Fassade formaler demokratischer Institutionen neue oder fortdauernde autokratische Herrschaftspraktiken erkennt. Beispielhaft belegen die Überschriften, die der renommierte amerikanische Afrikaforscher Richard Joseph für zwei Aufsätze zur politischen Entwicklung in Afrika gewählt hat, diesen Stimmungsumschwung[2]. In der demokratischen Transitionsforschung verlagerte sich das Interesse auf die Unvollkommenheiten der Demokratieentwicklung in Afrika ebenso wie in anderen Teilen der Welt, und Begriffe wie "defekte Demokratie", "illiberal democracy" und "blockierte Demokratien" wurden geprägt, um diese zu charakterisieren.[3]
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10. Februar 2012
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Rund 885 Millionen Menschen leben in 53 afrikanischen Staaten. Auf dem Kontinent gibt es über 3.000 Bevölkerungsgruppen und mehr als 2.000 Sprachen. Das Dossier präsentiert Afrika gestern und heute und beleuchtet die Perspektiven zukünftiger Entwicklungen.
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