Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index
Suche

Themen
Publikationen
Arbeitsmaterialien Medien
Aus Politik und Zeitgeschichte
AV-Medienkatalog
CD-ROM/ CD/ DVD
Einzel-
publikationen
Filmhefte
fluter
HanisauLand
Informationen zur politischen Bildung
Info aktuell
Internet-Angebote
Mobile Angebote
Karten
Das Parlament - Themenausgaben
Pocket
Rechtsreihe
Schriftenreihe
Die Schulstunde als Talkshow
Thema im Unterricht
Themenblätter im Unterricht
Themen und Materialien
Zeitbilder
Sonstige
Was geht?
Suche
Neuerscheinungen zur Leipziger Buchmesse
Veranstaltungen
Wissen
Lernen


Informationen zur politischen Bildung (Heft 278)

Bestimmungsfaktoren der Außenpolitik


Shlomo Shpiro / Jonathan Rynhold
Inhalt

Grundlagen

Einfluss der Innenpolitik

Bündnispartner USA

Europäische Union

Beziehungen zu anderen Staaten

Deutsch-israelisches Verhältnis

Grundlagen
Bereits bei seiner Gründung im Jahr 1948 stellten die arabischen Staaten Israels Existenzrecht in Frage und versuchten seine Eingliederung in die internationale Gemeinschaft zu verhindern. Bis zum heutigen Tag ist Israel das einzige Land in den Vereinten Nationen, das keiner regionalen Gruppe angehört. Dadurch kann es keinen Sitz im Sicherheitsrat einnehmen. Die arabische Welt hat ebenfalls verhindert, dass sich israelische Organisationen anderen internationalen Organisationen, wie etwa dem Roten Kreuz, anschließen können.
Trotz seiner keineswegs normalisierten internationalen Stellung gelang es Israel, ein hohes Maß an weltweiter Legitimierung zu erhalten, obwohl es wegen seiner Politik gegenüber den Palästinensern in den besetzten Gebieten auf weit verbreitete Kritik stößt. Daran haben das Ende des Ost-West-Konflikts und das in der Folge möglich gewordene Osloer Abkommen von 1993 nur kurzzeitig etwas geändert. Der Ausbruch der zweiten Intifada im Oktober 2000 führte zu Jahren des Blutvergießens und brachte den Osloer Friedenprozess fast vollständig zum Stillstand.

Zwang zur Verteidigung

Traditionell haben sich die israelischen Regierungen stets darum bemüht, die Unterstützung einer Großmacht zu erhalten, um die Sicherheit des Landes gegenüber der arabischen Bedrohung zu erhöhen. Im Unabhängigkeitskrieg von 1948 wurden die notwendigen Waffen von der Tschechoslowakei geliefert. Bei Ausbruch des Korea-Krieges 1950 wandte sich die israelische Politik den westlichen Bündnispartnern zu. Als der Ostblock daraufhin 1955 zu einer pro-arabischen Position überschwenkte, ging Israel zwischen 1955 und 1967 eine strategische Allianz mit Frankreich ein. Nach dem Suezkrieg 1956, der auf Intervention der amerikanischen Regierung beendet wurde, bemühte sich die israelische Politik - zunächst mit wenig Erfolg - um eine engere Bindung an die USA.
Kurz vor dem Sechs-Tage-Krieg 1967 holten die Israelis die Zustimmung Washingtons ein, bevor sie einen Präventivschlag gegen die vereinten Streitkräfte Ägyptens, Syriens und Jordaniens starteten. Nach dem Krieg besetzte Israel die eroberten Gebiete mit dem Ziel, als Gegenleistung für einen Rückzug einen vollständigen Frieden zu erreichen. Dieses als "Land für Frieden" bekannte Prinzip wurde seither zum Eckstein der israelisch-arabischen Verhandlungen und in der UN-Resolution 242 (siehe S. 62) international anerkannt. Außerdem baute Israel nach dem Sieg im Sechs-Tage-Krieg eine enge strategische Beziehung zu den Vereinigten Staaten auf.

Internationale Schlichtungsansätze

Traditionell stand Israel internationaler Vermittlung im arabisch-israelischen Friedensprozess zwar ablehnend gegenüber, akzeptierte jedoch sowohl nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973 als auch beim Aushandeln des 1979 unterzeichneten Friedensvertrags mit Ägypten die Vermittlung der USA im Friedensprozess. Nachdem sich die antiisraelischen Positionen der Vereinten Nationen und der Sowjetunion in den späten 1980er Jahren gewandelt hatten, öffnete sich Israel auch der Idee einer internationalen Friedenskonferenz unter der Voraussetzung, dass sich deren Rolle auf die Vermittlung der gegensätzlichen Positionen beschränke und nicht - wie von den arabischen Regierungen beabsichtigt - auf verpflichtende Entscheidungen.
Im Jahr 1991 begann mit der Nahost-Friedenskonferenz in Madrid eine Ära des intensiveren internationalen Engagements im israelisch-arabischen Konflikt. Geheimverhandlungen zwischen den israelischen Repräsentanten und den palästinensischen Abgesandten führten 1993 zum Osloer Abkommen, in dem Israel die PLO als Vertreterin des palästinensischen Volkes anerkannte. Die Vereinbarungen sahen die Errichtung einer Palästinensischen Autonomiebehörde als einen ersten Schritt hin zu einem unabhängigen palästinensischen Staat vor. Im Jahr 1994 wurde der Autonomiebehörde die Kontrolle über die meisten palästinensischen Städte im Westjordanland (West Bank) und im Gaza-Streifen übertragen sowie die Erlaubnis für den Einsatz eigener Polizeikräfte gegeben. Doch die terroristischen Angriffe auf israelische Ziele dauerten an. Die Zusammenarbeit zwischen den israelischen und palästinensischen Sicherheitskräften konnte sich nicht so weit entwickeln, dass es gelungen wäre, den Terror in der Region zu verhindern. Im Oktober 2000 kam es zum Abbruch der Beziehungen zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde. Die nächsten vier Jahre waren von heftiger Gewalt überschattet. Tausende Palästinenser und Israelis wurden getötet oder verwundet. Der Sieg der Hamas bei den Parlamentswahlen im Januar 2006, der Krieg im Sommer 2006 zwischen Israel und der Hisbollah im Süden des Libanon sowie die Übernahme der Macht im Gaza-Streifen durch die Hamas im Sommer 2007 machten jeglichen Kompromiss zwischen beiden Seiten unmöglich. Ende 2007 unternahmen die USA einen Versuch, den Friedensprozess wieder zu beleben, aber der Weg zu einem dauerhaften Frieden scheint länger denn je.
Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Kontakt | Home
18. März 2010
Druck-Version
Artikel versenden
Bestellen
Inhalt
Bild vergrößern
Israel
Editorial
Von der zionistischen Vision zum jüdischen Staat
Gesellschaftsstrukturen und Entwicklungstrends
Staatsaufbau und politisches System
Grundzüge des Wirtschaftssystems
Bestimmungsfaktoren der Außenpolitik
Geschichte des Nahost-Konflikts
Israelisch-
palästinensische Streitfragen
Israel im 21. Jahrhundert
Zeittafel zur Geschichte Israels
Karten
Literaturhinweise
Redaktion
Lexikonsuche
Suchwort:
Lexika:
Aus Politik und Zeitgeschichte
60 Jahre Israel
60 Jahre Israel
Am 14. Mai 1948 gründete sich der Staat Israel. Unmittelbar danach begann mit Angriffen arabischer Armeeverbände aus sechs Ländern der erste arabisch-israelische Krieg. Auch nach 60 Jahren wird die Hoffnung auf eine friedliche Existenz immer wieder erschüttert.
60 Jahre Israel
Schriftenreihe
Die Israelis
Die Israelis
Wie leben gewöhnliche Menschen in einem außergewöhnlichen Land? Donna Rosenthal erzählt Geschichten von Menschen in Israel, die mehr offenbaren als manch wissenschaftliche Analyse.
Die Israelis