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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 6-7/2002)
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Entwicklungspolitische Nicht-Regierungs-organisationen in Deutschland |

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Euphorie, Ernüchterung, Erneuerung Walter Eberlei
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Das Jahr 1992 und der Ort Rio de Janeiro markieren einen Höhepunkt für Nicht-Regierungsorganisationen (NRO). Das Ende des Kalten Krieges befreite den Blick für die neuen globalen Herausforderungen, voran den Schutz der Umwelt und den Kampf gegen Armut. Der Zusammenbruch des Staatssozialismus und eine Hochkonjunktur für multilaterale Politik ließen manche das Ende des Nationalstaats einläuten. Für nichtstaatliche Akteure schienen sich ganz neue Spielräume zu eröffnen. Die von den politischen Bewegungen Osteuropas maßgeblich beeinflussten Systemwechsel in ihren Ländern weckten darüber hinaus euphorische Erwartungen an zivilgesellschaftliche Kräfte. Durch den Süden, befreit von Stellvertreterkriegen und blockpolitisch gestützten Despoten, wehte der wind of change. Menschenrechte, Partizipation, Demokratisierung wurden überall propagiert.
PDF-Version: 57 KB
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Zur Person |
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Walter Eberlei Dr. sc. pol., geb. 1960; wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg.
Anschrift: Institut für Entwicklung und Frieden, Geibelstr. 41, 47048 Duisburg.
E-Mail: walter.eberlei@uni-duisburg.de
Veröffentlichungen u.a.: Zivilgesellschaftliche Akteure in globalisierten Politikarenen. Das Beispiel Schuldenregime, in: Achim Brunnengräber u.a. (Hrsg.), NGOs als Legitimationsressource. Zivilgesellschaftliche Partizipationsformen im Globalisierungsprozess, Opladen 2001; Länderbeispiel Uganda, in: Misereor u.a (Hrsg.), Entschuldung und Armutsbekämpfung, Aachen 2001.
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In Rio de Janeiro kulminierten diese Trends, und die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung (UNCED) wurde zum "Erdgifel" hochstilisiert. Über 1 400 NRO entsandten Delegationen. Zum ersten Mal versammelten sich unter den hochinteressierten Augen der Weltöffentlichkeit so viele zivilgesellschaftliche Akteure wie nie zuvor aus fast allen Ländern der Erde zu einem "Globalen Forum" und feierten sich und eine erhoffte neue Ära der Weltpolitik. Auch in Deutschland, wo das NRO-Forum "Umwelt und Entwicklung" eine sehr positive Resonanz unter entwicklungspolitischen und umweltpolitischen NRO fand, schwebten die Erwartungen in ungekannten Höhen.
Zehn Jahre nach Rio ist die Euphorie verflogen. Die NRO, auch in Deutschland, zeigen sich deutlich ernüchtert - über die Chancen zu einem umfassenden globalen Politikwandel ebenso wie über ihre eigenen Möglichkeiten, dazu einen Beitrag zu leisten. Daher an dieser Stelle eine kritische Zwischenbilanz: Welche Merkmale kennzeichnen die deutsche entwicklungspolitische NRO-Landschaft heute? Welche Trends der vergangenen zehn Jahre sind für NRO bedeutsam? Und: Vor welchen zentralen Herausforderungen stehen NRO? Der Beitrag rückt diese Fragen ins Zentrum und konzentriert sich dabei auf entwicklungspolitische NRO in Deutschland.
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09. Februar 2012
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Dossier: Deutsche Demokratie |
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Demokratie bedeutet Herrschaft, die vom Volk ausgeht und durch das Volk in seinem Interesse ausgeübt wird. Die Einflussnahme der Bürger auf die Politik hat jedoch viele Facetten. |
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