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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 32-33/2006)

Die Aids-Pandemie in Sub-Sahara-Afrika


Sarah Tietze
Inhalt

Einleitung

Teufelskreis aus Ursache und Wirkung

Ungleichheit von Frauen und Männern

Mobilität, Migration und Urbanisierung

Humanitäre Krisen und kriegerische Konflikte

Schwache Staaten

Lebensrettende Medizin

Aids-Politik

Ausblick

Einleitung
Der afrikanische Kontinent trägt die Hauptlast der weltweiten AIDS-Epidemie.[1] In Afrika leben zehn Prozent der Weltbevölkerung, aber mehr als 60 Prozent aller HIV-Infizierten.[2] Zudem breitete sich die Seuche in den unterentwickelten Staaten Sub-Sahara-Afrikas sehr schnell aus. Während die Zahl der Infizierten 1989 noch bei fünf Millionen lag, stieg die Anzahl bis 2006 auf ca. 26 Millionen an.[3] Nur in drei Ländern - Kenia, Uganda und Simbabwe - lässt sich ein Rückgang bei der nationalen Prävalenz, also dem prozentualen Anteil der HIV-Infizierten an der Gesamtbevölkerung, feststellen.

Zur Person
Sarah Tietze
M.A., geb. 1977; Doktorandin und Lehrbeauftragte am Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München, Oettingenstrasse 67, 80538 München.
E-Mail: sarahtietze@hotmail.com

Das Ausmaß der Seuche variiert innerhalb der Region. Das Zentrum der globalen AIDS-Epidemie liegt im südlichen Teil des Kontinents. Dort finden sich die weltweit am schwersten betroffenen Staaten mit Infektionsraten zwischen 20 und 40 Prozent. In Ostafrika ist die Prävalenz geringer. In Tansania beträgt sie zum Beispiel 8,8 und in Kenia 6,7 Prozent.[4] In West- und Zentralafrika gibt es noch kein Land, das eine Prävalenz von über zehn Prozent aufweist.[5]

Ziel dieses Beitrags ist es, zum einen die Ursachen und Auswirkungen der AIDS-Pandemie in Sub-Sahara-Afrika darzustellen und die komplexen sozialen, ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen zu verdeutlichen, die einerseits die Ausbreitung der tödlichen Seuche begünstigen und andererseits in zunehmenden Maß von ihr beeinflusst werden. Zum anderen soll kurz erörtert werden, wie es um Lösungsansätze und ihre Durchführbarkeit bestellt ist. Dabei werden in der gebotenen Kürze der Zugang zu lebensrettenden Medikamenten und die AIDS-Politik afrikanischer Regierungen thematisiert.

Zwei Besonderheiten von AIDS erschweren die Bekämpfung der Seuche und machen ihre Auswirkungen so dramatisch. Erstens hat die Krankheit eine vergleichsweise lange Inkubationszeit von sechs bis acht Jahren. Während dieses Zeitraumes bleibt die Infektion zwar symptomfrei, aber der Betroffene ist bereits ansteckend. Wenn er sich keinem HIV-Test unterzieht, bleibt er ahnungslos und infiziert unwissentlich andere Menschen. Außerdem kann eine AIDS-Epidemie lange unerkannt bleiben, weil es eine Zeit lang dauert, bis das volle Ausmaß der Seuche anhand der steigenden Zahl von Erkrankten deutlich sichtbar wird. Dieser Verzögerungseffekt erleichtert es sowohl auf der Ebene von Politik und Gesellschaft als auch auf der individuellen Ebene, AIDS zu leugnen und zu verdrängen. Das erschwert Aufklärungskampagnen und die Präventionsarbeit. Zweitens befällt AIDS, da es sexuell übertragbar ist, im Gegensatz zu vielen anderen Infektionskrankheiten den leistungsfähigsten Teil der Bevölkerung: die jungen Erwachsenen. Diese Gruppe sollte eigentlich die Versorgung von Kindern und alten Menschen sicherstellen. Die Krankheit reißt eine Lücke mitten in die Bevölkerungspyramide und zerstört so nachhaltig gesellschaftliche Strukturen.
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10. Februar 2012
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Afrika
Editorial
Afrika zwischen Autokratie und Demokratie
Wie viel Demokratie gibt es in Afrika?
Trinkwasserversorgung und Armut in Sub-Sahara-Afrika
Fünf Jahre NEPAD
Konfliktlagen am Horn von Afrika
Die Aids-Pandemie in Sub-Sahara-Afrika
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Rund 885 Millionen Menschen leben in 53 afrikanischen Staaten. Auf dem Kontinent gibt es über 3.000 Bevölkerungsgruppen und mehr als 2.000 Sprachen. Das Dossier präsentiert Afrika gestern und heute und beleuchtet die Perspektiven zukünftiger Entwicklungen.
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