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Informationen zur politischen Bildung (Heft 251)
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Aktuelle Literaturhinweise (2009) |

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Monographien und Sammelbände
Aly, Götz: Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus. Frankfurt/Main 2005. 444 S. (bpb-Schriftenreihe Band 487)
Götz Aly diskutiert in seiner Monographie die Ausplünderung besetzter Staaten und der jüdischen Bevölkerung Europas durch die Nationalsozialisten als Bedingung zur Befriedung der "Heimatfront", der deutschen "Volksgemeinschaft". Provokant spitzt er seine Ergebnisse zur These vom Nationalsozialismus als "umverteilender Gefälligkeitsdiktatur" zu.
Bajohr, Frank / Wildt, Michael (Hg.): Volksgemeinschaft. Neue Forschungen zur Gesellschaft des Nationalsozialismus. Frankfurt/Main 2009. 240 S.
Der Sammelband umfasst Aufsätze zur neueren Erforschung des nationalsozialistischen Ideals der "Volksgemeinschaft". Das Konzept der Volksgemeinschaft wird nicht auf seine Funktion für die NS-Propaganda reduziert, sondern kommt auch in seinen psychologischen und alltäglichen Facetten in den Blick.
Benz, Wolfgang: Der Holocaust. 7. Auflage, München 2008. 126 S.
Wolfgang Benz beschreibt in seinem Standardwerk die Zuspitzung der antisemitischen Praxis im Nationalsozialismus und ihre markanten Stationen: von der Verfemung und Entrechtung über die zunehmende Verfolgung bis zur industriellen Vernichtung der Jüdinnen und Juden. Auch dem Genozid an den Sinti und Roma ist ein Buchkapitel gewidmet.
Buergenthal, Thomas: Ein Glückskind. Frankfurt/Main 2007. 271 S. (bpb-Schriftenreihe Band 682)
Thomas Buergenthal ist Richter am Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen in Den Haag und ist in den USA als profilierter Anwalt für Menschenrechte bekannt. "Ein Glückskind" ist die Schilderung seiner beinahe unfassbaren Lebensgeschichte: Als Sohn eines jüdischen Elternhauses flieht er 1939 mit seiner Familie aus dem tschechischen Lubochna vor dem Zugriff der deutschen Besatzer nach Polen. Als die Wehrmacht auch dort einmarschiert, kommt die Familie ins Ghetto Kielce. Der Junge überlebt das Ghetto, das Vernichtungslager Auschwitz und – als eines von sehr wenigen Kindern – den "Todesmarsch" ins KZ Sachsenhausen. 1946 findet er seine Mutter wieder; 1951 emigriert er in die USA.
Burgdorff, Stephan / Habbe, Christian (Hg.): Als Feuer vom Himmel fiel: Der Bombenkrieg in Deutschland. München 2003. 253 S. (bpb-Schriftenreihe Band 447)
In sieben Abschnitten skizzieren die Beiträge den Luftkrieg über Europa: Von der Vernichtung der spanischen Stadt Guernica durch die deutsche "Legion Condor" 1937 bis zu den Bombardements deutscher Städte durch die Alliierten. Diskutiert werden militärgeschichtliche, moralische und erinnerungspolitische Dimensionen dieses Aspekts des Zweiten Weltkriegs.
Cohn, Willy: Kein Recht – nirgends. Breslauer Tagebücher 1933 – 1941. Eine Auswahl. Köln, Weimar, Wien 2008. 388 S. (bpb-Schriftenreihe Band 768)
Norbert Conrads hat Auszüge aus den erhaltenen Tagebüchern des Historikers Willy Cohn zusammengestellt, die einen beklemmenden Einblick in die letzten Jahre der bedeutenden jüdischen Gemeinde zu Breslau gewähren. Cohn schildert die zunehmende Stigmatisierung und Entrechtung, die Flucht vieler Juden und die Verzweiflung der Zurückgebliebenen. 1941 werden er und seine Familie ins besetzte Litauen deportiert und ermordet.
Frietsch, Elke / Herkommer, Christina (Hg.): Nationalsozialismus und Geschlecht. Bielefeld 2009. 454 S.
Die 21 Aufsätze des Tagungsbandes befassen sich mit Konzeptionen von Geschlecht im Nationalsozialismus und mit Projektionen der historischen Forschung auf die Geschlechterpolitik im "Dritten Reich" – etwa der inzwischen widerlegten Behauptung, Frauen hätten keine Täterinnen des Holocaust sein können.
Gellately, Robert: Hingeschaut und weggesehen – Hitler und sein Volk. Stuttgart, München 2003. 456 S. (bpb-Schriftenreihe Band 416)
Der kanadische Historiker Gellately geht in seinem Buch der Frage nach, in welchem Umfang die deutsche Bevölkerung über Terror und Verfolgung gegen Minderheiten und Randgruppen informiert war. Seine These lautet, dass die Machthaber sich auf einen breiten Konsens des Wegschauens und Ignorierens stützen konnten.
Havemann, Nils: Fußball unterm Hakenkreuz. Frankfurt/Main 2005. 473 S. (bpb-Schriftenreihe Band 519)
Die Studie befasst sich mit der Rolle des Deutschen Fußballbundes (DFB) im Nationalsozialismus und mit der Vereinnahmung des Sports durch die Machthaber. Auf der Basis historischer Quellen ergründet der Autor kritisch, wo sich Funktionäre des DFB opportunistisch angepasst und mit der Diktatur arrangiert haben.
Kershaw, Ian: Hitler.
Band 1: 1889-1936. Stuttgart 1998. 972 S.
Band 2: 1936-1945. Stuttgart 2000. 1343 S.
Zweiteilige Hitler-Biographie des britischen Forschers Ian Kershaw. Darin liefert er eine profunde und detaillierte Darstellung des Aufstiegs Adolf Hitlers vom gescheiterten Künstler, Gefreiten im Ersten Weltkrieg bis zum Diktator, aber auch eine Analyse der politischen, kulturellen und sozialen Verhältnisse in Deutschland, die seinen Weg zur Macht ermöglichten.
Kompisch, Kathrin: Täterinnen. Frauen im Nationalsozialismus. Köln, Weimar, Wien 2008. 277 S.
Das Bild des NS-Regimes ist geprägt von männlichen Tätern und Hauptverantwortlichen, die Rolle von Frauen wird meist nur als die von Opfern gesehen. Kompisch zeigt auf, dass Frauen auch als Täterinnen auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Institutionen auftraten.
Longerich, Peter: "Davon haben wir nichts gewusst!": die Deutschen und die Judenverfolgung 1933 – 1945. München 2006. 447 S. (bpb-Schriftenreihe Band 557)
Der Titel "Davon haben wir nichts gewusst!" zitiert die häufigste Reaktion im Land der Täter auf die Judenvernichtung – Longerich bezeichnet in seinem Buch das System der Vernichtungslager jedoch als "öffentliches Geheimnis" während des NS. Die Aneignung vorgeschobener Ahnungslosigkeit habe bei vielen Deutschen bereits eingesetzt, als die Kriegsniederlage immer absehbarer wurde.
Mallmann, Klaus-Michael / Paul, Gerhard (Hg.): Karrieren der Gewalt. Nationalsozialistische Täterbiographien. Darmstadt 2004. 282 S.
Der Band vereint 23 Biographien von NS-Tätern aus der zweiten oder dritten Reihe der SS oder des Polizeiapparats. Die eher kurzen und gut lesbaren Beiträge aus dem Feld der Täterforschung porträtieren Männer, die den Vernichtungskrieg und die Verfolgungspolitik konkret organisierten und durchführten. Sie machen damit sichtbar, auf welches Personal sich das Regime für seine Verbrechen stützen konnte.
Mallmann, Klaus-Michael / Cüppers, Martin: Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und Palästina. Darmstadt, 2003. 287 S.
Die Autoren weisen nach, dass die nationalsozialistischen Machthaber bereits konkrete Vorbereitungen für eine "Endlösung" im Nahen Osten, also die Vernichtung der lokalen jüdischen Bevölkerung, getroffen hatten, bevor die deutsche Expansion in Nordafrika von den Briten militärisch aufgehalten wurde. Große Teile der arabischen Nationalbewegung um den Großmufti von Jerusalem teilten den Antisemitismus der Nationalsozialisten und begrüßten deren Pläne.
Mazower, Mark: Hitlers Imperium. Europa unter der Herrschaft des Nationalsozialismus. München 2009. 666 S.
Der britische Historiker Mark Mazower beschreibt die "Neue Ordnung", die Hitler für das von der Wehrmacht besetzte Europa anstrebte: ein unter deutscher Herrschaft zwangsvereinter Kontinent, der durch seine Bevölkerungsmasse und ökonomische Produktivität auch den USA überlegen sein sollte. Vor allem die osteuropäische Bevölkerung galt dabei als "rassisch minderwertig" und sollte entsprechend unterdrückt und dezimiert werden.
Pehle, Walter H. (Hg.): Novemberpogrom 1938. Von der Reichskristallnacht zum Völkermord. Frankfurt/Main 1988. 246 S.
Das Buch enthält Beiträge zur Vorgeschichte und Planung der Reichspogromnacht vom 9. November 1938, während der jüdische Geschäfte, Wohnungen und Synagogen demoliert und tausende Menschen in Konzentrationslager verschleppt wurden. Thematisiert wird auch die anschließende "Arisierung" jüdischer Betriebe. Die Publikation umfasst neben Fachaufsätzen auch Zeitzeugenberichte.
Pöttker, Horst: Abgewehrte Vergangenheit. Beiträge zur deutschen Erinnerung an den Nationalsozialismus. Köln 2005. 268 S.
Auch Jahrzehnte nach dem Ende des Nationalsozialismus kursieren noch Strategien zur Verdrängung, Relativierung und Vernebelung der deutschen Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg und die Verbrechen der NS-Diktatur. Anhand von Beispielen aus dem kulturellen und politischen Betrieb Deutschlands zeigt Pöttker solche aktuellen Verdrängungsleistungen auf.
Rathenow, Hanns-Fred / Weber, Norbert H. (Hg.): Nationalsozialismus und Holocaust: historisch-politisches Lernen in der Lehrerbildung. Hamburg 2005. 321 S.
Die Behandlung der Themen Nationalsozialismus und Holocaust gehört zu den anspruchsvollsten und sensibelsten Aufgaben von Lehrenden. Die Herausgeber liefern eine Zusammenstellung praxisorientierter Texte, die als wertvolle didaktische Handreichung dienen kann.
Reichel, Peter / Schmid, Harald / Steinbach, Peter (Hg.): Der Nationalsozialismus – die zweite Geschichte. München 2009. 496 S. (bpb-Schriftenreihe Band 766)
Der Sammelband beleuchtet die "zweite Geschichte" des Nationalsozialismus: den Umgang der deutschen Nachkriegsgesellschaften mit der NS-Diktatur und ihren Verbrechen zwischen den Polen Verdrängung und Aufarbeitung. Die 15 Beiträge thematisieren den Umgang mit der Vergangenheit in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen – Politik, Wissenschaft, Kultur – und mit Blick auf die Diskrepanzen zwischen Ost- und Westdeutschland.
Sander, Ulrich: Mörderisches Finale. NS-Verbrechen bei Kriegsende. Köln 2008. 192 S.
Mit dem Näherrücken der absehbaren Kriegsniederlage intensivierten das NS-Regime die Verfolgungs- und Vernichtungspolitik weiter. In den Jahren 1944 und 45 ermordeten SS und Polizeiapparat massenweise Kriegsgefangene, politische Gegner und Zwangsarbeiter, teilweise buchstäblich in letzter Minute. Der Band vereinigt Portraits von Widerstandskämpfern, Zeitzeugenberichte und historische Analysen zum Thema.
Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur 1933 – 1945. Berlin 2004. 551 S. (bpb-Schriftenreihe Band 438)
Der Sammelband liefert eine Gesamtdarstellung der Erforschung des Widerstands gegen die NS-Diktatur: Von der Arbeiterbewegung über liberale Gegner des Nationalsozialismus und religiöse Gruppen bis hin zu konservativen und militärischen Kreisen werden Motive, Ziele, Umfang, aber auch Beschränktheit des Widerstands erörtert. Die Beiträge thematisieren auch die alltägliche, unorganisierte Dissidenz Einzelner wie auch den Widerstand von Verfolgten, die sich inKonzentrationslagern und Gefängnissen widersetzten.
Tooze, Adam: Ökonomie der Zerstörung. München 2007. 926 S. (bpb-Schriftenreihe Band 663)
Der britische Historiker Adam Tooze analysiert die NS-Diktatur mit Blick auf ihre Wirtschaftspolitik und -strategien. Neben die rassistischen und antisemitischen Ideologien rückt so auch die Utopie einer deutschen ökonomischen Supermacht als Motiv der nationalsozialistischen Machthaber ins Zentrum – eine Utopie, die sie durch einen Eroberungskrieg und millionenfache Sklavenarbeit verwirklichen wollten.
Treß, Werner (Hg.): Verbrannte Bücher 1933. Bonn 2009. 638 S. (bpb-Schriftenreihe Band 1003)
Unter der Parole "Aktion wider den undeutschen Geist" verbrannten nationalsozialistische Studenten am 10. Mai 1933 die Bücher linker, jüdischer oder liberaler Autoren in deutschen Universitätsstädten. Dieser Band stellt einige der verfolgten Autoren und ihre zensierten Texte vor.
Weinke, Annette: Die Verfolgung von NS-Tätern im geteilten Deutschland. Vergangenheitsbewältigungen1949–1969 oder: Eine deutschdeutsche Beziehungsgeschichte im Kalten Krieg. Paderborn 2002. 514 S.
Die Autorin analysiert die strafrechtliche Aufarbeitung von NS-Verbrechen in den 1950ern und 60ern in einer vergleichenden Perspektive. Dabei kommt neben der Aufarbeitung der Vergangenheit vor allem die Systemkonkurrenz des Kalten Krieges in den Blick, die von entscheidender Bedeutung für die jeweilige Aufklärungspolitik war.
Welzer, Harald / Moller, Sabine / Tschuggnall, Karoline: "Opa war kein Nazi." Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis. 6. Auflage, Frankfurt/Main 2008. 249 S.
In Gesprächen mit den Enkeln der NS-Tätergeneration haben die Autoren paradoxe und verstörende Ergebnisse zu Tage gefördert: In frappierender Abweichung von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen tradieren Familien Erzählungen, in denen die eigenen Verwandten von Konzentrationslagern nichts wussten, Hitler ablehnten und zu Anhängern des Widerstands wurden – die Shoah hingegen "hat keinen Platz im deutschen Familiengedächtnis". Der Band geht dieser Diskrepanz zwischen Geschichtsschreibung und Geschichtserzählung nach.
Welzer, Harald (Hg.): Der Krieg der Erinnerung. Holocaust, Kollaboration und Widerstand im europäischen Gedächtnis. Frankfurt/Main 2007. 292 S.
Der europäische Vergleich von familiären und individuellen Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg fördert bedenkliche Ergebnisse zu Tage: Die Studie zeigt, dass die Erinnerung an die Rolle eigener Familienmitglieder und Landsleute oft Kollaboration und Mittäterschaft ausblendet. Antisemitische Stereotype existieren fort und die Rolle von Opfern und Tätern wird im historischen Prozess verwischt.
Welzer, Harald: Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden. Frankfurt/Main 2005. 323 S.
In seiner sozialpsychologischen Studie spürt Welzer einer zentralen Frage der NS-Forschung nach: Wie wurden "ganz normale" Männer zu Massenmördern, den Tätern der Shoah? Seine beunruhigende These ist, dass die Bereitschaft zu morden rasch entsteht, wenn eine Gesellschaft solche Taten durch Straffreiheit und Anerkennung belohnt. Die Erkenntnisse über die NS-Täter ergänzt der Autor durch Beiträge zu anderen Massenverbrechen, etwa dem Genozid in Ruanda von 1994, in denen ebenfalls aus "ganz normalen Menschen" Massenmörder wurden.
Wette, Wolfram / Vogel, Detlef (Hg.): Das letzte Tabu. NS-Militärjustiz und "Kriegsverrat". Berlin 2007. 507 S. (bpb-Schriftenreihe Band 685)
Fahnenflüchtige, Deserteure und Überläufer wurden auch nach 1945 als "Feiglinge" und "Verräter" geschmäht. In "Das letzte Tabu" kritisieren die Autoren die Diskriminierung so genannter "Kriegsverräter", setzen sich mit den gegen sie verhängten Todesurteilen der NS-Militärjustiz auseinander und plädieren für ihre (2009 erfolgte) Rehabilitierung.
Wildt, Michael: Volksgemeinschaft als Selbstermächtigung. Hamburg 2007. 411 S.
Das Thema "Volksgemeinschaft" gewinnt in der Erforschung des NS an Bedeutung. Wildt analysiert das nationalsozialistische Gesellschaftsideal als Alltagspraxis des rassistischen und antisemitischen Ausschlusses. Entscheidend waren nicht allein diskriminierende Gesetze und Befehle, sondern vor allem eine langfristige Transformation der politischen Kultur.
Überblicksdarstellungen
Bauer, Kurt: Nationalsozialismus. Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall. Wien, Köln, Weimar 2008. 616 S.
In 15 Kapiteln zeichnet Kurt Bauer faktenreich und anschaulich die Geschichte des Nazi-Faschismus nach. Den inhaltlichen Leitfaden, an dem der Autor seine Gesamtdarstellung entwickelt, stellen die Begriffe des Nationalismus, des Antisemitismus und des volksgemeinschaftlichen "sozialen Appells" dar.
Benz, Wolfgang: Geschichte des Dritten Reiches. München 2000. 288 S. (bpb-Schriftenreihe Band 377)
Der Band bietet eine Übersicht über die wesentlichen Ereignisse und Zusammenhänge des NS: Den Weg zur Macht, die Repression im Innern, den Verlauf des Krieges, die Verfolgung und Vernichtung der Juden, den Alltag in der Diktatur und die Niederlage im Mai 1945. Auch der Widerstand gegen Hitler wird in dem Buch dargestellt.
Friedländer, Saul: Das Dritte Reich und die Juden.
Band 1: Die Jahre der Verfolgung 1933-1939. München 1998. 458 S.
Band 2: Die Jahre der Vernichtung 1939-1945. München 2006. 869 S.
(Gesamtausgabe: bpb-Schriftenreihe Band 565)
Umfangreiche und eindringlich geschriebene zweibändige Studie über den Antisemitismus. Friedländer entwirft dabei den zentralen Begriff des "Erlösungsantisemitismus", der die fanatische Ideologie der Nationalsozialisten gleichsam als zerstörerische Welterklärung und Heilslehre entschlüsselt.
Kershaw, Ian: Der NS-Staat. 4. Auflage. Hamburg 2009. 414 S.
Überarbeitete Neuauflage des erstmals 1985 erschienenen Standardwerks mit einer Einführung in Kernthemen der Erforschung des Nationalsozialismus: repressive Innen- und expansionistische Außenpolitik, Judenvernichtung, Wirtschaftspolitik und Bedeutung der Person Adolf Hitlers für das Funktionieren des Staates.
Pohl, Dieter: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit: 1933 – 45. 2. Auflage. Darmstadt 2008. 167 S.
Einführende Darstellung und Analyse der Verfolgungsinstitutionen des NS und der sie leitenden Ungleichheitsideologien. Neben SS und Polizeiapparat wird auch die Beteiligung der Wehrmacht an der systematischen Verfolgung von Gegnern und Minderheiten diskutiert. Eine knappe Übersicht zeigt auch die Beteiligung befreundeter und verbündeter Regime an der Verfolgungspolitik der Nationalsozialisten.
Süß, Dietmar / Süß, Winfried (Hg.): Das Dritte Reich. Eine Einführung. München 2008. 400 S.
Die 16 Beiträge dieses Bandes widmen sich vier Aspekten der NS-Diktatur: Institutionen des NS-Staates; Gesellschaft, Alltag und Propaganda; Besatzung und Vernichtungspolitik; Nachgeschichte des Dritten Reichs und Aufarbeitung. Besonders Ergebnisse der jüngeren historischen Forschung kommen in dem Band zur Sprache: etwa die Frauenpolitik des "Dritten Reichs" oder die Leitidee der "Volksgemeinschaft".
Wehler, Hans-Ulrich: Der Nationalsozialismus. Bewegung, Führerherrschaft, Verbrechen. 1919 – 1945. München 2009. 315 S.
In seiner Darstellung des Nationalsozialismus hebt Wehler vor allem auf die mythisch überhöhte Figur des "Führers" Adolf Hitler ab. Er analysiert den NS als eine "politische Religion", deren Erfolg ohne den Führerkult um den Diktator nicht zu erklären wäre. Den Siegeszug des Nationalsozialismus diskutiert er vor dem Hintergrund eines wachsenden radikalen Nationalismus im Gefolge des Ersten Weltkriegs.
Wildt, Michael: Geschichte des Nationalsozialismus. Göttingen 2008. 219 S.
Eine sehr knappe, stringente Überblicksdarstellung, die sich vor allem an Studienanfänger richtet. Neben den einschlägigen Kernthemen – Machtübernahme, Kriegsverlauf, Verfolgung und Vernichtung, Ideologie und Repression – werden auch neuere Ergebnisse der Forschung besprochen, etwa zur Rolle von Frauen im NS. Prominent diskutiert wird das Konzept der nationalsozialistischen "Volksgemeinschaft".
Publikationsreihen von Gedenkstätten und Lagergemeinschaften
KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hg.): Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland
www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de
Lagergemeinschaft Ravensbrück / Freundeskreis e.V. (Hg.): Ravensbrückblätter.
www.ravensbrueckblaetter.de
Benz, Wolfgang / Distel, Barbara (Hg.): Dachauer Hefte. Studien und Dokumente zur Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager.
www.dachauer-hefte.de
Stiftung niedersächsische Gedenkstätten (Hg.): Bergen-Belsen Schriften.
www.bergenbelsen.de
zusammengestellt von Patrick Pilarek |
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10. Februar 2012
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Dossier |
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Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Als er 1945 endete, lag Europa in Trümmern. Über 55 Millionen Menschen waren tot. Wie konnte es soweit kommen? Und wie sollte es weitergehen mit einem Land, das den größten Zivilisationsbruch der Geschichte begangen hatte? |
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