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Aus Politik und Zeitgeschichte

Vom Kalten zum "Grauen Krieg" - Paradigmenwechsel in der amerikanischen Außenpolitik


Heinrich Kreft
Inhalt

Einleitung

I. Die amerikanische "Hypermacht"

II. Neuorientierung der US-Außenpolitik

III. Innenpolitische Auswirkungen

IV. Eine neue globale "Heilige Allianz" gegen den Terror?

V. Perspektiven: Eine neue Pax Americana?

Einleitung
Die Terroranschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon bei Washington haben für immer den Blick der USA auf sich selbst und die Welt verändert. Der erste ernsthafte Angriff auf das amerikanische Festland, seit die Briten 1812 das Weiße Haus niederbrannten, hat die amerikanische Bevölkerung tief getroffen und zugleich geeint wie kein anderes Ereignis seit der japanischen Attacke auf die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor. Diese führte bekanntlich zum aktiven Eingreifen der USA in den Zweiten Weltkrieg. Allerdings waren Japan und die USA zu diesem Zeitpunkt bereits seit einiger Zeit auf Konfrontationskurs. [1]

Zur Person
Heinrich Kreft
Dr. phil., M.A., B.A. (USA), geb. 1958; seit 1985 im Auswärtigen Dienst, 1996-2001 im Planungsstab; seit Juli 2001 in Washington, D.C. als Visiting Fellow am Henry L. Stimson Center und der Heritage Foundation; zurzeit Public Policy Scholar am Woodrow Wilson International Center for Scholars.

Anschrift: 9808 Kentsdale Drive, Potomac, MD, 20854, USA.
E-Mail: krefthb@wwic.si.edu

Zahlreiche Veröffentlichungen zu außen- und entwicklungspolitischen Themen: USA, Lateinamerika und China.

Der Terrorismus ist quasi über Nacht zur neuen großen Gefahr geworden, welche die amerikanische Sicherheitsdebatte dominiert und ohne Zweifel auch für die nächste Zeit beherrschen wird. Hatten bis zum 11. September innenpolitische Themen wie Bildungsreform und Steuersenkungen die politische Agenda der erst im Januar 2001 ins Amt gekommenen Bush-Administration bestimmt, rückten an diesem Tag schlagartig der Kampf gegen den internationalen Terrorismus und die Landesverteidigung ("homeland defense") in den Vordergrund.

Wird die Bekämpfung des internationalen Terrorismus zum neuen organisatorischen Prinzip der amerikanischen Politik? Stehen wir vor einer neuen Polarisierung: Barbaren gegen die zivilisierte Welt, oder vor einem "Kampf der Kulturen", wie von Samuel Huntington prognostiziert? [2] Nicht nur die USA, sondern der Westen insgesamt hat sich als in hohem Maße verwundbar gezeigt sowohl gegenüber massiven Terrorattacken als auch gegenüber schleichenden Attacken geringer Intensität mit biologischen Waffen, in diesem Fall Milzbranderregern.

In den USA zweifelt kaum jemand daran, dass die größte Bedrohung für das Land vom Terrorismus ausgeht. So sollte es nicht überraschen, dass Präsident Bush in seiner Rede vom 20. September 2001 vor beiden Häusern des Kongresses dem internationalen Terrorismus den Kampf ansagte: "Unser Krieg gegen den Terror beginnt mit Al Qaida, aber er endet nicht dort. Er wird nicht enden, bevor nicht jede Terrorgruppe mit globaler Reichweite aufgespürt, aufgebracht und besiegt ist." [3]
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09. Februar 2012
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Inhalt
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US-Außenpolitik
Editorial
Das Ringen um eine neue Weltordnung
Die USA und die transatlantischen Beziehungen nach dem 11. September 2001
Vom Kalten zum "Grauen Krieg" - Paradigmenwechsel in der amerikanischen Außenpolitik
Zwischen Multilateralismus und Unilateralismus Eine Konstante amerikanischer Außenpolitik
Irak und Iran in der Phase II des amerikanischen Krieges gegen den Terror
China und die USA: Washingtons Fernostpolitik nach dem 11. September 2001
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