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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 5-6/2010)

Landwirtschaft und Klimawandel in historischer Perspektive


Werner Rösener
Inhalt

Einleitung

Klimaoptimum des Hochmittelalters

Bevölkerungsexpansion und Landesausbau

Intensivierung der Getreidewirtschaft

Ausweitung der Weinbaugrenzen

Klimaverschlechterung im Spätmittelalter

Wüstungen und verlassene Siedlungen

"Kleine Eiszeit"

Klimawandel der Moderne

Folgen für die Landwirtschaft

Schluss

Einleitung
Das Weltklima verändert sich seit einiger Zeit fundamental, wie kaum mehr ernsthaft bestritten wird. Die große Klimakonferenz von Kopenhagen hat sich im Dezember 2009 in zähen Verhandlungen bemüht, die globale Erwärmung durch verschiedene Maßnahmen bis zum Jahre 2050 auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die weltweit registrierte Erwärmung ist zweifellos zur globalen Herausforderung des 21. Jahrhunderts geworden. Die Klimazonen verschieben sich, vielen Weltregionen und Ländern drohen Hitzewellen, Dürrezeiten, Starkniederschläge, Sturmfluten und ein beträchtlicher Anstieg des Meeresspiegels. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft in Form von Wassermangel, Überschwemmungen, Missernten und Bodenerosion sind dabei besonders gravierend.

Zur Person
Werner Rösener
Dr. phil., geb. 1944; Professor für Geschichte des Mittelalters am Historischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen, Otto-Behaghel-Straße 10, 35394 Gießen.
E-Mail: werner.roesener@geschichte.uni-giessen.de

Während die Erderwärmung und ihre Auswirkungen offenbar unstrittig sind, wird die entscheidende Frage, wie hoch der menschliche Anteil am Klimawandel zu bewerten ist, kontrovers diskutiert. Seriöse Klimaforscher verweisen zu Recht darauf, dass das Weltklima seit Jahrtausenden keineswegs konstant geblieben ist, sondern großen Schwankungen unterworfen war. Nach dem Ende der letzten Eiszeit (10 000 v. Chr.) kam es bereits vor etwa fünf- bis sechstausend Jahren zu einer Warmzeit mit hohen Durchschnittstemperaturen.[1] Bei der Erforschung der Klimaentwicklung der vergangenen tausend Jahre stießen Klimahistoriker auf das Wärmeoptimum des Hochmittelalters, das im Unterschied zur heutigen Erwärmung natürliche Ursachen hatte und keinesfalls anthropogen bedingt war. Wie verhält es sich mit dieser Wärmeperiode des Hochmittelalters? Welche Auswirkungen hatte sie auf Bevölkerungsentwicklung, Siedlungsstruktur und Landwirtschaft?
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10. Februar 2012
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