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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 50/2009)

Engagiert vor Ort: Wege und Erfahrungen von Kommunalpolitikerinnen


Uta Kletzing
Inhalt

Einleitung

Soziodemographische und zeitliche Ressourcen

Motivation und Motivatoren

Kommunalpolitischer Alltag

Handlungsbedarf

Mehr Frauen in die Kommunalpolitik!

Einleitung
Mit einer Bundeskanzlerin an der Spitze der Regierung und zahlreichen Frauen in herausragenden Positionen sind Frauen in der Politik selbstverständlicher geworden. 90 Jahre nachdem Frauen das aktive und passive Wahlrecht errungen haben, und 60 Jahre nach Verankerung des Gleichstellungsartikels im Grundgesetz ist somit viel erreicht.

Zur Person
Uta Kletzing
Dipl.-Psych., MPP, geb. 1975; Leiterin des Bereichs Politik und Verwaltung der EAF - Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin e. V., Schumannstraße 5, 10117 Berlin.
E-Mail: kletzing@eaf-berlin.de

Doch gerät mit diesen öffentlich sichtbaren und erfolgreichen Frauen bisweilen aus dem Blickfeld, dass im politischen Alltag nach wie vor Vieles zu tun bleibt - gerade im kommunalpolitischen Alltag. Nach den Aufbruchszeiten der 1980er und frühen 1990er Jahre, wo mit Einführung der Quotenregelungen erstmals die Zehnprozenthürde in den Parlamenten überschritten wurde, stagniert der Frauenanteil in Bund und Ländern seit über einem Jahrzehnt auf einem Niveau von etwa 30 Prozent.[1] In den Kommunalparlamenten liegt der Frauenanteil durchschnittlich sogar bei lediglich 25 Prozent.[2] "Durchschnittlich" heißt auch, dass es immer noch Stadt-, Gemeinde- und Kreisräte gibt, in denen keine einzige Frau vertreten ist. Der Blick auf die kommunalen Spitzenpositionen zeigt zudem, dass nur vier Prozent der hauptamtlichen (Ober-)Bürgermeister[3] und weniger als zehn Prozent der Landräte[4] Frauen sind.

Was muss passieren, damit sich diese Anteile erhöhen? Um Antworten auf diese Frage zu finden, hat die EAF - Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) etwa 1100 ehrenamtliche und hauptamtliche Kommunalpolitikerinnen aus über 500 repräsentativ ausgewählten Kommunen mit mehr als 10 000 Einwohnerinnen und Einwohnern befragt.[5] Den Schwerpunkt bildete die Fragebogen-Untersuchung von 1036 ehrenamtlichen Stadt- und Gemeinderätinnen; zur Ergänzung und Vertiefung wurden zudem Intensivinterviews mit 24 ehren- und hauptamtlichen Kommunalpolitikerinnen geführt.[6]

Mit der Studie "Engagiert vor Ort - Wege und Erfahrungen von Kommunalpolitikerinnen" liegt die bisher umfangreichste Untersuchung über kommunalpolitisch aktive Frauen sowie die förderlichen und hinderlichen Faktoren für ihren Einstieg und Aufstieg vor. Wer sind sie, welche Motive haben sie, wer und was hat sie auf ihrem Weg in die Kommunalpolitik unterstützt? Welche Erfahrungen haben sie gesammelt und wo sehen sie Handlungsbedarf?
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10. Februar 2012
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