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Informationen zur politischen Bildung (Heft 271)
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"Fremde" in den Medien |

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Juliane Wetzel
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Die auflagenstärkste Zeitung in Deutschland - "Bild" - gehört zu jenen Printmedien, die nicht selten mit den Ängsten der Bevölkerung spielen und die öffentliche Meinung mit populistischen Mitteln beeinflussen. Im Frühjahr 2004 wurde die "Bild"-Redaktion in Bremen öffentlich vom Deutschen Presserat gerügt, weil sie gegen das Diskriminierungsverbot im Pressekodex verstoßen hatte. Die Zeitung hatte für eine Serie über angeblich kriminelle Libanesen mit Schlagzeilen wie "Hier wohnt Bremens schlimmste Asyl-Familie" und "Die Asylabzocker" gearbeitet.
Nach der Ermordung des Münchner Schickeria-Mitglieds Rudolph Moshammer titelte "Bild" im Januar 2005: "Der perverse Mosi-Mörder: Er ist Asylant - Sie guckten Pornofilme - Er verlangte 2000 Euro für Sex". Die Zeitung stellte damit indirekt die Herkunft des Täters in einen Zusammenhang mit spezifischen Zuschreibungen (Mörder, Callboy, Perverser). Das Auge des Lesers fiel unmittelbar auf das Bild des Mörders, das mit der Bildunterschrift versehen war: "Er ist Asylant aus dem Irak." Einmal mehr wurde der Eindruck erzeugt, die Tat hätte etwas mit der Herkunft des Täters zu tun gehabt.
Am 18. November 2004 hatte "Bild" Bundesminister Trittins Äußerung über die Möglichkeit, Muslimen einen Feiertag zuzugestehen, ohne dass ihnen Benachteiligungen am Arbeitsplatz entstehen, zur Schlagzeile gemacht und mit einer großen Montage versehen, die eine unüberschaubare Menge betender Muslime vor dem Reichstag zeigt. Die Zeitung griff offenbar diffuse Ängste in der Bevölkerung vor einer Islamisierung der Gesellschaft auf und erweckte mit der Montage den Eindruck, als ob die Muslime den öffentlichen Raum durch ihre Religion prägen (Gebet vor dem Nationalsymbol Reichstag) und Deutschland in einen Gottesstaat verwandeln wollten. Wenige Tage später (24. November 2004) kam "Bild" noch einmal auf das Thema zurück. Unter dem Titel "Herr Trittin, wollen Sie etwa Moslem werden?" wurde eine Bildcollage präsentiert, die Trittin mit Turban und mit einer Sprechblase in arabischer Sprache zeigte. Dadurch schürte die Zeitung erneut Ängste vor einer Islamisierung von Politikund Gesellschaft.
Auch der "Spiegel", jenes Nachrichtenmagazin, das für gründliche Recherche bekannt ist und politische Prozesse und Entscheidungen durchsichtiger zu machen sucht, begibt sich bisweilen auf eine populistische Ebene.
Der "Spiegel" polarisiert mit Titelseiten wie dem Bild eines überfüllten Bootes und der Titelzeile "Der Ansturm der Migranten - Europa macht dicht" (25/2002) oder dem Foto einer jungen Frau mit Kopftuch, die die gesamte Titelseite einnimmt und mit der Überschrift "Das Prinzip Kopftuch - Muslime in Deutschland" suggeriert, Muslime in Deutschland seien überwiegend tief religiös und vor allem Frauen seien diesem Kodex unterworfen (30/2003). Die "Frau mit dem Kopftuch" findet sich in den Medien immer wieder als Symbol für Menschen mit migrantischem Hintergrund. |
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10. Februar 2012
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Thema im Unterricht/Extra |
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Gesellschaft für Einsteiger
Ob Alter, Religion, Herkunft oder Beruf: Es gibt viele Merkmale, in denen sich die Menschen einer Gesellschaft unterscheiden. Doch wie bestimmen sie unsere individuelle Entwicklung und unser Zusammenleben? Die 20 farbigen Arbeitsblätter nähern sich auf einer sehr persönlichen Ebene den Grundlagen der Soziologie. |
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