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Informationen zur politischen Bildung (Heft 271)

"Fremde" in den Medien


Juliane Wetzel
Inhalt

Einleitung

Gewalt und Medienverantwortung

Mediale Beispiele

Schlagwort "Ausländerkriminalität"

Die Folgen des 11. September 2001

Fernsehen

Medieninitiativen

Schlagwort "Ausländerkriminalität"
Untersuchungen haben ergeben, dass die Zahl der fremdenfeindlichen Straftaten immer dann anstieg, wenn das Thema "Asylmissbrauch" im Zentrum des öffentlichen Interesses stand. Die Medien haben darauf nicht nur reagiert, sondern als Mittler zwischen Politik und Bevölkerung, aber vor allem als Gestalter des Diskurses agiert und damit das Massenbewusstsein beeinflusst.
Nach der Grundgesetzänderung des Asylrechts 1993 verlor das Thema Zuwanderung zeitweise an Bedeutung und wurde durch die Problematisierung einer organisierten Kriminalität mit Schlagworten wie "Russen-Mafia" abgelöst. Die "Asylantenflut" wurde durch Kriminalitätszuschreibungen und den vermeintlichen Missbrauch des Sozialstaates ersetzt. Politiker und Presse entwarfen Bedrohungsszenarien, in deren Mittelpunkt die "Ausländerkriminalität" stand. Berichte über ausländische Syndikate und Drogenkartelle, Schutzgelderpressung, Schieberbanden und Mädchenhandel beeinflussen noch immer das Bild der Ausländer in Deutschland. Dies zeigte sich erneut im Zusammenhang mit der Visa-Affäre 2004/2005, als die Presse mit der umstrittenen liberalen Visa-Vergabe an Ukrainer den Eindruck erweckte, ukrainische Kriminelle und Schwarzarbeiter würden massenweise das Land überfluten und die Zwangsprostitution hätte dramatisch zugenommen. Statistiken zeigen, dass Schwarzarbeit mehrheitlich von Inländern geleistet wird und die eine Million Ukrainer, die in den Jahren 1998 bis 2004 Deutschland besuchten, weder in der Kriminalstatistik noch bei der Prostitution relevant in Erscheinung traten.
Eine im Jahr 2003 durchgeführte Untersuchung des WDR-Fernsehprogramms macht deutlich, dass es gegenüber den 1990er Jahren durchaus positive Veränderungen gibt. In den letzten Jahren haben Beiträge zugenommen, in denen Personen mit migrantischem Hintergrund ohne einen direkten Zusammenhang mit einem Migrationsthema präsent sind, also eine Normalität des Zusammenlebens verschiedener Ethnien widerspiegeln. Positive bzw. sachlich neutrale Darstellungen überwiegen, wobei auch ein kritisches Problembewusstsein seinen Platz hat.
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10. Februar 2012
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Vorurteile
Editorial
Was sind Vorurteile?
Fremde, Fremdsein - von der Normalität eines scheinbaren Problemzustandes
"Fremde" in den Medien
Türkische Minderheit in Deutschland
Polenbilder in Deutschland seit 1945
Rassistische Vorurteile
Antisemitismus
Sinti und Roma als Feindbilder
"Zigeuner" und Juden in der Literatur nach 1945
Vorurteile gegen sozial Schwache und Behinderte
Stereotype des Ost-West-Gegensatzes
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