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Informationen zur politischen Bildung (Heft 271)
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"Fremde" in den Medien |

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Juliane Wetzel
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Das Fernsehen prägt gerade bei der jüngeren Generation mehr noch als die Printmedien Meinungen, (Vor-)Urteile und Klischees. Deshalb gehört es zu den wichtigsten Instrumenten, um interkulturelle Phänomene zu vermitteln. Filme über andere Kulturen können den Blickwinkel und das Wissen erweitern. Fernsehserien wie "Tatort" und "Lindenstraße" versuchen, die Themen "Ausländer in Deutschland" und "Rechtsextremismus" in Form von Milieustudien zu präsentieren, auch Talkshows behandeln immer wieder entsprechende Fragestellungen.
Es gibt durchaus Sympathieträger, deren Rollen nicht auf ihren migrantischen Hintergrund reduziert werden, sondern "Normalität" spiegeln: Dies ist zum Beispiel der Fall bei Miroslav Nemec (kroatischer Abstammung) als Tatortkommissar Ivo Batic (ARD) oder bei Erdogan Atalay (türkischer Herkunft) als Autobahnpolizist Semir Gerkhan in "Alarm für Cobra 11" (RTL). Als Nemec 1991 zum Tatortkommissar avancierte, war dies ein Rollenwechsel, denn in seinen vorherigen Rollen in den Krimreihen "Derrick" und "Der Fahnder" hatte er häufig den Bösen zu verkörpern. Kriminalserien haben in den letzten Jahren auch dazu beigetragen, das Rollenbild der Frauen ausländischer Herkunft auf dem Bildschirm zu verändern. Als Kommissarinnen, Schutzpolizistinnen und Fahnderinnen vertreten sie deutsche Ordnungsprinzipien.
Michael Bommes vom Rat für Migration hält es für wichtig, dass Migrantinnen und Migranten als "Durchschnittsbestandteile" des Fernsehens - vom Schauspieler bis zum Nachrichtensprecher - präsent sind. Der Medienpädagoge Bernd Schorb fordert mehr "fremde" Gesichter im deutschen Fernsehen, und zwar nicht nur "als plakative Ausländer, sondern als normale Mitbürger". In dieser Hinsicht sind die Privatsender bereits einen Schritt weiter als ARD und ZDF. Ausländer sind als Moderatoren, Autoren oder Reporter stärker integriert. Die Türkin Gülcan Karahanei moderiert beim Musiksender Viva. Die Sendungen "Was guckst du?!" auf SAT 1 mit Kaja Yanar und Erkan (PRO 7 "headnut.tv") mit deutsch-türkischem Hintergrund kommen bei Jugendlichen gut an. Allerdings bleibt es fraglich, inwiefern sie das Ausländerbild tatsächlich beeinflussen, weil sie in erster Linie als Stars wahrgenommen werden. |
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10. Februar 2012
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Thema im Unterricht/Extra |
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Gesellschaft für Einsteiger
Ob Alter, Religion, Herkunft oder Beruf: Es gibt viele Merkmale, in denen sich die Menschen einer Gesellschaft unterscheiden. Doch wie bestimmen sie unsere individuelle Entwicklung und unser Zusammenleben? Die 20 farbigen Arbeitsblätter nähern sich auf einer sehr persönlichen Ebene den Grundlagen der Soziologie. |
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