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Informationen zur politischen Bildung (Heft 280)
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Weltwirtschaft und internationale Arbeitsteilung |

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Georg Koopmann / Fritz Franzmeyer
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Grundlage modernen Wirtschaftens ist die Arbeitsteilung. Sie führt zu Tausch oder - in der Geldwirtschaft - zu Handel. Reger Handel ist daher Ausdruck hoch entwickelter Arbeitsteilung. Dabei bringt internationale Arbeitsteilung insgesamt bessere Ergebnisse hervor als eine Arbeitsteilung, die nur im nationalen Rahmen stattfindet. Nach diesem Konzept spezialisiert sich nämlich diejenige Wirtschaftskraft auf die Produktion eines Gutes bzw. einer Dienstleistung, die dies aus ökonomischer Sicht relativ am besten kann, das heißt zu den geringsten Produktionskosten.
Kern der Globalisierung ist die Ausweitung internationaler Arbeitsteilung. Dabei bilden sich weltweite Märkte heraus, auf denen Waren und Dienstleistungen gehandelt, Investitionen getätigt, Technologien übertragen und Informationen ausgetauscht werden. Internationale Arbeitsteilung ermöglicht es den einzelnen Ländern, ihre unterschiedlichen Stärken auszuspielen und dadurch Einkommensgewinne zu erzielen.
Allerdings kennt die Globalisierung nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer. In den Ländern, die relativ reichlich mit Kapital und qualifizierten Arbeitskräften ausgestattet sind, steigen die Kapitaleinkommen tendenziell stärker als die Arbeitseinkommen, und die Spreizung der Löhne zwischen einfacher und qualifizierter Arbeit nimmt zu. Hieraus können Spannungen in den einzelnen Ländern und zwischen ihnen entstehen, die den Sozialstaat westlicher Prägung in ein Dilemma stürzen. Denn bei dem Versuch, die Einkommensverteilung zu Lasten der Arbeitnehmerschaft, die sich aus der Globalisierung ergeben kann, wieder zu korrigieren, sind dem Staat gerade wegen der Globalisierung die Hände gebunden. Eine schärfere Besteuerung von Kapitaleinkommen könnte zum Beispiel das Kapital dazu veranlassen, in andere Länder abzuwandern, und damit den Handlungsspielraum für die Lohnpolitik so stark einengen, dass am Ende die angestrebte Korrektur nicht zu Stande kommt und die Regierung in der "Globalisierungsfalle" gefangen ist.
Tatsächlich ist der Anteil von Kapital- und Vermögenssteuern am gesamten Steueraufkommen in fast allen Industrieländern deutlich gesunken. Auch hat die Spreizung der Einkommen in den Industrieländern zugenommen. Dies ist allerdings faktisch weniger der Globalisierung anzulasten als technologischen Entwicklungen, die gering qualifizierte Arbeitskräfte benachteiligen.
Entwicklungsländer werden durch die Globalisierung in die Lage versetzt, sich auf die Herstellung arbeitsintensiver Produkte wie zum Beispiel Bekleidungserzeugnisse zu spezialisieren, dabei die Löhne zu erhöhen und die Einkommensverteilung zu verbessern. Tatsächlich haben Länder, die sich wirtschaftlich geöffnet haben, meist ein höheres Wachstum erreicht und die Armut stärker reduziert als Länder, die sich der Öffnung verweigert haben. Das Problem für alle am Globalisierungsprozess beteiligten Staaten ist, dass sie sich stets aufs Neue wechselnden Bedingungen anpassen müssen und sich dabei vielfach überfordert fühlen. |
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10. Februar 2012
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Zahlen und Fakten |
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Globalisierung
Kaum ein Thema wird so intensiv und kontrovers diskutiert wie die Globalisierung. "Zahlen und Fakten" liefert aktuelle Grafiken, Texte und Tabellen zu einem der wichtigsten und vielschichtigsten Prozesse der Gegenwart. |
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