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40 Jahre deutsch-israelische Beziehungen


Martin Kloke
Inhalt

Einleitung

Last der Vergangenheit

Weg zur diplomatischen Anerkennung

Wirtschaftskontakte im Aufwind

Beziehungen in der Bewährung

Europa und das deutsch-israelische Verhältnis

Rolle der Erinnerung

Zukunftsperspektiven

Einleitung
Der jüdische Staat gehört zu jenen Ländern, mit denen Deutschland ein enges Netz wirtschaftlicher, kultureller und politischer Kontakte geknüpft hat: Israel ist für die Bundesrepublik der größte Handelspartner im Nahen Osten. Umgekehrt gilt, dass Deutschland nach den USA zu Israels zweitgrößtem Handelspartner aufgestiegen ist. Heute unterhalten hunderte deutscher Städte und Landkreise, Wissenschafts- und Kultureinrichtungen sowie Schulen und Vereine Kooperations- und Austauschprojekte mit israelischen Partnern - vielfach unterstützt mit öffentlichen Mitteln. Die Zahl der Jugendaustauschprogramme rangiert an dritter Stelle hinter Frankreich und den USA. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft ist mit 4600 Mitgliedern (Stand: November 2004) die größte bilaterale Freundschaftsgesellschaft. Obwohl Israel nur 0,015 Prozent der Erdoberfläche bedeckt, beziehen sich zehn Prozent der Weltnachrichten in den deutschen Medien auf das kleine Land zwischen Jordan und Mittelmeer. Die Bundesrepublik Deutschland würdigt die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu Israel alle zehn Jahre mit einer beispiellosen Intensität.

Das Verhältnis Deutschlands zum jüdischen Staat wird jedoch auch immer wieder durch die Vergangenheit belastet: den Völkermord des nationalsozialistischen Deutschlands an den europäischen Juden. Ein unbedachtes Wort, ein falscher Zungenschlag oder ein missglückter historischer Vergleich reißen unvernarbte seelische Wunden auf und gefährden jene zerbrechliche Balance, die in den letzten vier Jahrzehnten unter großen Mühen beider Seiten aufgebaut werden konnte. Neben der Last der Vergangenheit beeinträchtigt auch der ungelöste israelisch-palästinensische Konflikt die deutsch-israelischen Beziehungen. Die Zuspitzung des Nahostkonflikts seit 2000 ebenso wie die Folgen des 11. September 2001 haben auf beiden Seiten "altneue" Irritationen hervorgerufen.

Gleichwohl bilden die Beziehungen zum Staat Israel eine der tragenden Säulen der deutschen Außenpolitik. Das Bekenntnis zur Verantwortung für Sicherheit und Existenz des jüdischen Staates gehört parteiübergreifend zur Staatsräson der demokratischen Bundesrepublik. Dies zeigte beispielsweise die Rede von Bundesaußenminister Joschka Fischer vor den Vereinten Nationen in New York am 24. Januar 2005 (anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung der NS-Konzentrationslager):"Die deutsch-israelischen Beziehungen werden für uns immer einen besonderen Charakter haben. Das Existenzrecht des Staates Israel und die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger wird immer unverhandelbare Grundposition deutscher Außenpolitik bleiben. Darauf wird sich Israel stets verlassen können. In diesem Jahr feiern wir den 40. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland. Dass Israel uns heute als verlässlicher Partner empfindet, ist keineswegs selbstverständlich und erfüllt uns mit großer Dankbarkeit." Auch in der deutschen Öffentlichkeit ist das Interesse an Israel ungebrochen stark.

Dieses Heft bietet einen Überblick über Höhen und Tiefen der deutsch-israelischen Beziehungsgeschichte. Wer heute eine Bilanz aus 40 Jahren diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel ziehen will, steht aber auch vor der Frage, welche Zukunftsprognose ein kritischer Rückblick auf die 40-jährige Beziehungsgeschichte nahe legt.
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23. Februar 2012
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Deutschland und Israel
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Das Verhältnis zwischen Deutschen und Israelis ist 40 Jahre nach der Aufnahme offizieller Beziehungen gut und belastbar – vielleicht gerade weil die Vergangenheit stets präsent ist.
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