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Informationen zur politischen Bildung (Heft 268)
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Gesellschaftsstruktur und -politik |

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Jörg Nagler
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Der weiße Bevölkerungsanteil wird nach den demographischen Berechnungen bis 2050 zunehmend schrumpfen, von 75,1 im Jahre 2000 auf 52,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum wird der schwarze Bevölkerungsanteil von 12,3 auf 15,4 Prozent anwachsen sowie der asiatische von drei auf 8,7 Prozent. Hispano-Amerikaner werden 2050 voraussichtlich 24,5 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen: 2003 betrug ihr Anteil 13,7 Prozent der Gesamtbevölkerung, das entspricht 39,9 Millionen Menschen.
Wie in den meisten Industrienationen nimmt die Geburtenrate auch in den USA kontinuierlich ab. Allerdings liegt sie mit 2,0 (Stand 2002) weitaus höher als in Deutschland (1,2). Nach dem "Baby-Boom" zwischen 1940 und 1960 mit durchschnittlich 24 Geburten auf 1000 Einwohner ist die Geburtenrate beständig gesunken und erreichte 2002 einen Stand von 13,9 Geburten pro tausend Einwohner. Dieses Phänomen wird weit reichende Konsequenzen für die Altersstruktur und die Sozialversicherung der Bevölkerung haben, zumal die durchschnittliche Lebenserwartung amerikanischer Bürgerinnen und Bürger weiter steigt: Für Männer betrug sie 1960 66,6 und für Frauen 73,1 Jahre, 2001 dagegen 74,4 respektive 79,8 Jahre. Das Durchschnittsalter lag 2002 bei 35,7 Jahren und wird im Jahre 2040 voraussichtlich bei 40,3 Jahren liegen. Die über 65-Jährigen stellten 2002 13,9 Prozent der Gesamtbevölkerung; damit hat sich ihr Anteil seit 1940 fast verdoppelt und wird in den nächsten Jahrzehnten noch erheblich ansteigen. Allerdings werden, wie immer in der Geschichte der USA, neue Immigranten die Altersstruktur günstig beeinflussen.
Mobilität
Die geographische Mobilität der amerikanischen Bevölkerung ist sprichwörtlich. Schon der Entschluss, in dieses Land auszuwandern, deutete auf ein hohes Maß an Flexibilität und Mobilität hin, die sich dann in den USA fortsetzten; hinzu kamen die Besiedlungswellen in den Westen, die jeweils erhebliche räumliche Veränderungen mit sich brachten. Gleichzeitig vollzog sich der Trend zur Urbanisierung und der damit in Verbindung stehenden Landflucht. Die Wanderungsbewegungen der afro-amerikanischen Bevölkerung in den Norden und Westen gehörten ebenso dazu wie die Abwanderung der wohlhabenderen Weißen aus den Innenstädten in die Vorstädte und schließlich diejenige aus den kalten Städten des Nordostens in den sunbelt des Südens. Diese räumliche Mobilität hält ungebrochen an.
Neben den wirtschaftlichen Faktoren hatte die Einwandernden schon immer die Möglichkeit gelockt, im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" den Traum des eigenen sozialen Aufstiegs umzusetzen. Von jeher war der Glaube an die persönliche Aufstiegsfähigkeit tief mit der amerikanischen Vorstellungswelt verknüpft und reicht, wie sich an entsprechenden Umfrageergebnissen ablesen lässt, bis in die Gegenwart. Vergleichende Studien dieser Art zeigen auch, dass in den USA - im Vergleich zu Deutschland - ein weitaus höheres Maß an sozialer Mobilität herrscht. Dies bedeutet aber auch, dass neben den immer wieder betonten Aufstiegsmöglichkeiten im Land auch ein erhöhtes Risiko für den sozialen Abstieg besteht - die negative Kehrseite der sozialen Mobilität. |
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09. Februar 2010
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