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Informationen zur politischen Bildung (Heft 271)
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Antisemitismus |

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Werner Bergmann
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Als die Überlebenden des Holocaust aus den Lagern oder den Verstecken kamen, glaubten viele, das Ausmaß der Verbrechen werde jedem Antisemitismus den Boden entziehen. Diese Erwartung hat sich nicht erfüllt. Zwar hat der Antisemitismus heute in den europäischen Ländern und den USA im Vergleich zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts abgenommen, und es gibt auch keine Diskriminierungen von staatlicher Seite mehr. Dennoch sehen sich Juden in vielen Ländern Vorurteilen und Übergriffen ausgesetzt. In Deutschland haben antisemitische Straftaten seit den 1990er Jahren im Vergleich zu den Jahrzehnten davor erheblich zugenommen und im Jahre 2001 einen neuen Höchststand erreicht.
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Die Verwendung dieser Grafik ist honorarpflichtig.
Woher kommen die Vorurteile gegen Juden? Weshalb halten sich antijüdische Stereotype so hartnäckig, obwohl man ihnen nun jahrzehntelang in der Schule und der Öffentlichkeit entgegengetreten ist und in vielen europäischen Ländern nur noch wenige Juden leben? Welche Rolle spielt dabei, dass negative Äußerungen über Juden in der Öffentlichkeit tabuisiert sind, dass das Thema "Juden" von vielen wegen des Holocausts als belastet und heikel empfunden und gemieden wird? Gerade in Deutschland, wo Schuld- und Schamgefühle begreiflicherweise einem normalen Verhältnis zwischen Deutschen und Juden entgegenstehen, eignen sich antijüdische Bemerkungen, Witze oder gar Übergriffe besonders treffsicher als Mittel der Tabuverletzung und Provokation. Insofern gibt es vor allem in Deutschland und Österreich einen spezifischen "Antisemitismus wegen Auschwitz", der sich gegen die Juden wendet, weil sie als diejenigen gesehen werden, die die Deutschen permanent an die NS-Verbrechen erinnern.
Dieser "Schuldabwehr-Antisemitismus" greift auf alte antijüdische Vorurteile und Stereotype zurück und aktualisiert sie. Will man den heutigen Antisemitismus in seinen verschiedenen Ausprägungen verstehen, muss man deshalb auf die Geschichte der Judenfeindschaft zurückblicken. Hier wurde ein negatives Bild des Juden geprägt, das mehrere historische Schichten besitzt, wobei die älteren Vorurteilsschichten in der nächsten Phase nicht "vergessen", sondern nur von neuen überlagert wurden. |
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10. Februar 2012
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Thema im Unterricht/Extra |
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Gesellschaft für Einsteiger
Ob Alter, Religion, Herkunft oder Beruf: Es gibt viele Merkmale, in denen sich die Menschen einer Gesellschaft unterscheiden. Doch wie bestimmen sie unsere individuelle Entwicklung und unser Zusammenleben? Die 20 farbigen Arbeitsblätter nähern sich auf einer sehr persönlichen Ebene den Grundlagen der Soziologie. |
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