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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 27/2009)

Atypische Beschäftigungs-
verhältnisse: Formen, Verbreitung, soziale Folgen


Berndt Keller / Hartmut Seifert
Inhalt

Einleitung

Normalarbeitsverhältnis und Formen atypischer Beschäftigung

Entwicklung und Ausmaß atypischer Beschäftigung

Sind atypische Beschäftigungsverhältnisse prekär?

Langfristige Effekte

Arbeitsmarktpolitik und atypische Beschäftigung

Ausblick

Einleitung
Forderungen, den Arbeitsmarkt zu deregulieren und flexible Beschäftigungsformen zu fördern, gehören seit Jahren zu den Kernpunkten in der beschäftigungspolitischen Debatte.[1] Unter Ökonomen dominiert die Auffassung, die andauernde Massenarbeitslosigkeit sei in erster Linie auf Inflexibilitäten des Arbeitsmarktes zurückzuführen. Diese Einschätzung fußt vor allem auf theoretischen Annahmen über die Funktionsmechanismen des Arbeitsmarktes. Den empirischen Beleg sind die Vertreter der These von dem "verkrusteten Arbeitsmarkt" aber schuldig geblieben. Im internationalen Vergleich wurde zwar gezeigt, dass der institutionell-rechtliche Rahmen des Arbeitsmarktes in Deutschland relativ stark reguliert war. Empirisch ließ sich jedoch kein kausaler Zusammenhang zur Höhe der Arbeitslosigkeit feststellen.[2]

Zur Person
Berndt Keller
Dr. rer. soc., geb. 1946; Professor für Arbeitspolitik an der Universität Konstanz, Fakultät für Politik- und Verwaltungswissenschaft, 78457 Konstanz.
E-Mail: berndt.karl.keller@uni-konstanz.de

Ungeachtet dessen setzte die Politik, beginnend mit dem Beschäftigungsförderungsgesetz von 1985, auf eine sukzessive Deregulierung. In zahlreichen Schritten wurde, vor allem im Rahmen der "Hartz-Gesetze" (die vier Gesetze "für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt"), der Spielraum für sämtliche Dimensionen der Flexibilität erheblich ausgeweitet.[3] Das Ziel war, den Einsatz von Leiharbeit, befristeter und geringfügiger Beschäftigung sowie von Teilzeitarbeit zu steigern. Das ist gelungen. Die Expansion dieser Beschäftigungsformen wirft jedoch neue Probleme auf, die sich nun in Form erhöhter Prekaritätsrisiken niederschlagen.

Zur Person
Hartmut Seifert
Dr. rer. pol., geb. 1944; ehemaliger Leiter des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung.
E-Mail: h.g.seifert@t-online.de

Diesen Aspekten gilt der vorliegende Beitrag. Er beginnt, atypische und Normalarbeitsverhältnisse begrifflich voneinander abzugrenzen, skizziert anschließend Entwicklung und Ausmaß atypischer Beschäftigungsformen und vergleicht danach anhand sozialer Kriterien, wie sich atypische und Normalarbeitsverhältnisse unterscheiden. Einige Schlussfolgerungen zur besseren sozialen Absicherung atypischer Beschäftigung schließen den Beitrag ab.
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09. Februar 2012
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Inhalt
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Arbeitsmarktpolitik
Editorial
Entwicklung der Arbeitsförderung
Funktionswandel der Arbeitsmarktpolitik
Aktive Arbeitsmarktpolitik im Wandel
Arbeitsmarktpolitik seit 2003: Reformbilanz und Handlungsbedarf
Zur Ökonomie der Arbeitslosenversicherung
Die korporatistische Arbeitsverwaltung
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Arbeitsmarktpolitik ist in der Bundesrepublik Deutschland eines der wichtigsten Politikfelder überhaupt. Sie ist einer-
seits "wahlentscheidend" und greift andererseits tief in die individuellen Belange der Bürger ein. Das Dossier stellt die theoretischen Grund-
lagen der Arbeitsmarkt-
politik, die Ziele und die Akteure, die gesetz-
lichen Grundlagen und die Instrumente der Arbeitsmarktpolitik vor.
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Die Reaktionen auf die Arbeitsmarktreformen, insbesondere auf Hartz IV, gehen weit auseinander: Während die einen die Hartz-Gesetze als Durchbruch einer Reformblockade begrüßen, sehen andere darin den Anfang vom Ende deutschen Sozialstaates.
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