Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index
Suche

Themen
Publikationen
Arbeitsmaterialien Medien
Aus Politik und Zeitgeschichte
AV-Medienkatalog
CD-ROM/ CD/ DVD
Einzel-
publikationen
Entscheidung im Unterricht
Filmhefte
fluter
HanisauLand
Informationen zur politischen Bildung
Info aktuell
Internet-Angebote
Mobile Angebote
Karten
Pocket
Rechtsreihe
Schriftenreihe
Spicker Politik
Thema im Unterricht
Themenblätter im Unterricht
Themen und Materialien
Zeitbilder
Spiele
Sonstige
Was geht?
Suche
Veranstaltungen
Wissen
Lernen


Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 17/2009)

Ungleiche Kindheiten - alte und neue Disparitäten


Doris Bühler-Niederberger
Inhalt

Einleitung

Kindheit als Konstruktion sozialer Ungleichheit

Andauernde Ungleichheiten

Gute Kindheiten - schlechte Kindheiten

Fazit

Fazit
"Kindheit" - im Sinne einer Ausgestaltung dieser Lebensphase, die den (historisch variierenden) Normen entspricht - ist eine anspruchsvolle Konstruktion, die ganz grundsätzlich mit Ungleichheit verbunden ist. Seit die behütete, geförderte und lange Kindheit im 18./19. Jahrhundert Wirklichkeit geworden ist, wird von Seiten der Eltern bei ihrer sorgfältigen Ausgestaltung das Ziel mitbedacht, den eigenen Kindern einen Vorteil im späteren Leben zu verschaffen. Diesen Anforderungen kann jedoch nur ein Teil der Eltern gerecht werden. Sollten die real gelebten Kindheiten weniger ungleich sein, so muss an drei Punkten angesetzt werden:

Erstens: Es gilt, die Startbedingungen der Kinder der unteren Schichten zu verbessern: Die allerersten Lebensjahre werden in besonderem Maße durch ungleiche private Verhältnisse geprägt. Vom Ausbau der Früherziehung darf man sich hier nicht alles versprechen, nutzen doch gerade Eltern der unteren Schichten die Einrichtungen der Früherziehung seltener.[34] Was in den privaten Räumen in den frühen Jahren angeboten wird, bedarf dringend der Erforschung; die Forschung interessiert sich bisher weit mehr für die Schüler oder findet hier leichteren Zugang.

Zweitens: Für die mittlere Kindheit gilt es, die Chancengerechtigkeit durch Abbau institutioneller Barrieren zu erhöhen; das aktuelle Ausmaß mangelnder Leistungsgerechtigkeit ist nicht hinzunehmen in einer Gesellschaft, in der Statuserwerb in erster Linie über Bildung und damit Leistung legitimiert wird.

Drittens: Da Kinder die kulturellen Erben ihrer Eltern bleiben, werden die Eltern mittlerer und höherer Schichten ihre Anstrengungen - gerade auch als Reaktion auf ausgleichende Bemühungen - weiter verstärken. Es gilt also auch darauf hinzuwirken, dass Kindheit als eigenständige Lebensphase an Gewicht gewinnt, als eine Lebensphase, die autonome Räume jenseits von elterlichen Kultivierungsanstrengungen zulässt, die gegenseitige Übernahme von Verantwortung in Familien ermöglicht und das Selbstbewusstsein stärkt, das darin wurzelt. Damit dies erreicht werden kann, sind wahrscheinlich einmal mehr die Mütter gefragt. Auf der Suche nach Modellen, die ihnen weniger quer zu eigenen Lebenswünschen stehen als das "intensive mothering", könnten sie zu Familienentwürfen finden, die zugleich in der Lage sind, eine entsprechende Emanzipation des Kindes zu befördern.
Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home
10. Februar 2012
Druck-Version
Artikel versenden
PDF-Version
Bestellen
Inhalt
Bild vergrößern
Ungleiche Kindheit
Editorial
Ungleiche Kindheiten - alte und neue Disparitäten
Von feinen Unterschieden zu großen Ungleichheiten
Kindheitsmuster und Milieus
Mediensozialisation von Kindern aus sozial benachteiligten Familien
Kindheiten in Stadt(teil) und Familie
Familienarmut: Ursachen und Gegenstrategien
Lexikonsuche
Suchwort:
Lexika:
Schriftenreihe
Mittelmaß für Kinder
Mittelmaß für Kinder
In Deutschland wird zu wenig für die Kinder getan. Der UNICEF-Bericht fordert mehr Aufmerksamkeit für die Jüngsten in der Gesellschaft.
Mittelmaß für Kinder
Die soziale Situation in Deutschland
Familie und Kinder
Zahlen und Fakten: Familie und Kinder
Werden nur Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind betrachtet, so lebten im Jahr 2006 lediglich 39 Prozent der Bevölkerung als Elternteil oder Kind in einer Familie.
Familie und Kinder
Schriftenreihe
Kinder in Deutschland 2007
Kinder in Deutschland 2007
Was bedeutet es, heute ein Kind zu sein? Was denken Kinder über Familie, Kindergarten, Schule und Freizeit?
Kinder in Deutschland 2007