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Informationen zur politischen Bildung (Heft 278)

Zeittafel zur Geschichte Israels


Angelika Timm

1882-1903
Erste zionistische Einwanderungswelle (Alijah) nach Palästina (20000 bis 30000)

1896
"Der Judenstaat" von Theodor Herzl erscheint in Wien

1897
Gründungskongress der Zionistischen Weltorganisation in Basel (29.-31.8.), Annahme des Baseler Programms

1904-1914
Zweite Alijah, hauptsächlich aus Russland und Polen (35000 bis 40000)

1909
Grundsteinlegung von Tel Aviv (11.4.)

1910
Offizielle Gründung des ersten Kibbuz (Degania, 25.10.)

1917
Balfour-Erklärung Großbritanniens (2.11.); den Juden wird eine nationale Heimstätte in Palästina zugesagt

1917/18
Großbritannien besiegt die Armee des Osmanischen Reichs und besetzt Palästina

1919-1923
Dritte Alijah, überwiegend aus Russland (ca. 35000)

1920
Wahlen zum ersten Parlament des Jischuv (19.4.) Antijüdische Pogrome in Jerusalem (April) Konferenz der Entente-Staaten in San Remo (19.-26.4.);
Übertragung des Mandats über Palästina an Großbritannien Gründung der jüdischen Verteidigungsorganisation Haganah (13.6.) und des Gewerkschaftsverbandes Histadrut (15.12.)


1921
Arabische Unruhen in Jaffa (Mai)

1922
Bestätigung des britischen Mandats über Palästina durch den Völkerbund (24.7.)

1924-1931
Vierte Alijah, vor allem aus Polen und der Sowjetunion (ca. 80000)

1925
Eröffnung der Hebräischen Universität Jerusalem (1.4.)

1929
Arabische Unruhen in Hebron, Safed und Jerusalem (23.-29.8.)

1932-1938
Fünfte Alijah, nach der Machtübernahme Hitlers in Deutschland Einwanderungswelle aus Europa (ca. 200000)

1936-1939
Arabische Aufstände gegen britische Mandatspolitik und jüdische Einwanderung

1939
Weißbuch der britischen Regierung über Einwanderungsbeschränkungen für Palästina (17.5.)

1939-1947
Einwanderung von Verfolgten des Nationalsozialismus trotz britischer Immigrationsbeschränkungen (Alijah B)

1947
Übergabe der Palästina-Frage an die UNO (14.2.)
Status Quo-Vereinbarung zwischen Jewish Agency und religiösen Parteien (19.6.)
Resolution 181(II) der UN-Vollversammlung über die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat sowie die Internationalisierung Jerusalems (29.11.)


1948
Beendigung des britischen Mandats, Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel in Tel Aviv durch David Ben Gurion (14.5.)
Einmarsch arabischer Militärverbände in Palästina/Israel (15.5.)
Bildung der israelischen Verteidigungsarmee Zahal (31.5.)
Israelisches Pfund (I£) wird offizielle Währung


1948/49
Unabhängigkeitskrieg Israels (Erster arabisch-israelischer Krieg)

1948-1951
Jüdische Masseneinwanderung aus arabischen Staaten, insbesondere aus Ägypten, Irak und Jemen, sowie aus Polen und Rumänien (ca. 690000)

1949
Wahlen zur 1. Knesset (25.1.)
David Ben Gurion zum Ministerpräsidenten gewählt (14.2.)
Chaim Weizmann wird erster Staatspräsident (16.4.)
Waffenstillstandsabkommen mit Ägypten (24.2.),
Libanon (23.3.), Transjordanien (3.4.) und Syrien (20.7.)
Aufnahme Israels in die UNO (11.5.)


1950
Knessetbeschluss über (West-)Jerusalem als Hauptstadt Israels (23.1.)
"Rückkehrgesetz" (5.7.)
Annexion der Westbank und Ost-Jerusalems durch Jordanien (10.9.)


1952
Luxemburger Abkommen über "Wiedergutmachung" zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel (10.9.)

1955-1957
Jüdische Einwanderung vor allem aus Nordafrika (ca. 100000)

1956
Französisch-britisch-israelischer Sinai-Krieg, ausgelöst durch die ägyptische Blockade der Strasse von Tiran für die israelische Schifffahrt (29.10.-5.11.)

1960
Erstes Treffen zwischen David Ben Gurion und Konrad Adenauer in den USA (14.3.)

1961
Eichmannprozess in Jerusalem (Todesurteil, 15.12.)

1961-1964
Weitere jüdische Einwanderung aus Nordafrika

1963
Rücktritt David Ben Gurions als Ministerpräsident (16.6.); Nachfolger wird Levi Eschkol (26.6.)

1965
Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland (12.5.)

1966
Aufhebung der Militärverwaltung über die arabische Bevölkerung Israels (Dezember)
Schmuel Josef Agnon erhält als erster israelischer Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur (10.12.)


1967
Sechs-Tage-Krieg Israels gegen Ägypten, Syrien und Jordanien; Einnahme von Ost-Jerusalem, Besetzung der Sinai-Halbinsel, des Westjordanlandes, der Golanhöhen und des Gaza-Streifen durch Israel (5.6.-10.6.)
Resolution 242 des UN-Sicherheitsrates (22.11.)


1969
Golda Meir wird Ministerpräsidentin (15.12.)

1969-1970
"Zermürbungskrieg" Israel - Ägypten

1973
Oktober- (Ramadan- oder Jom-Kippur-) Krieg Ägyptens und Syriens gegen Israel (6.10.-26.10.)
Resolution 338 des UN-Sicherheitsrates (22.10.)
UN-Nahostkonferenz in Genf (21./22.12.)


1974
Entflechtungsabkommen Israels mit Ägypten (18.1.) und Syrien (31.5.)
Rücktritt Golda Meirs (10.4.)
Jizchak Rabin wird Ministerpräsident (3.6.)


1975
Sinai-Abkommen zwischen Israel und Ägypten (4.9.)

1977
Wahlsieg des Likud (17.5.)
Menachem Begin wird Ministerpräsident (20.6.)
Rede des ägyptischen Staatspräsidenten Anwar as-Sadat vor der Knesset (20.11.)


1978
Unterzeichnung der Abkommen von Camp David (17.9.)
Friedensnobelpreis für Menachem Begin und Anwar as-Sadat (10.12.)


1979
Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel (26.3.)

1980
Grundgesetz über das vereinigte Jerusalem als Hauptstadt Israels (30.7.)
Israelisches Pfund wird durch Israelischen Schekel (IS) ersetzt (30.9.)


1981
Ablösung der Militärverwaltung in Westbank und Gaza durch eine Ziviladministration (1.11.)
Knessetbeschluss über die Annexion der Golanhöhen (14.12.)


1982
Abschluss der Rückgabe Sinais an Ägypten (25.4.)
Beginn des israelischen Libanonfeldzugs (6.6.)
Massendemonstration der Friedensbewegung Schalom Achschaw mit 400000 Teilnehmern in Tel Aviv gegen den Libanonkrieg (25.9.)


1983
Rücktritt Menachem Begins (28.8.)
Jizchak Schamir wird Ministerpräsident (10.10.)


1984
Regierung der "nationalen Einheit" (große Koalition), zunächst mit Schimon Peres als Ministerpräsident (13.9.)

1984-1985
"Operation Moses" bringt ca. 10000 äthiopische Juden nach Israel

1985
Israelischer (Teil)rückzug aus dem Libanon (Februar-Juni)
Notstandsplan zur Stabilisierung der Wirtschaft (Juli)


1986
Jizchak Schamir wird Ministerpräsident der Regierung der "nationalen Einheit" (20.10.)

1987
Ausbruch der palästinensischen Intifada (8./9.12.)

1989
Beginn der Masseneinwanderung aus der Sowjetunion

1990
Misstrauensvotum der Knesset beendet Regierung der nationalen Einheit (15.3.)

1991
Irakische Raketenüberfälle auf Israel während des Golfkrieges (18.1-25.2.)
"Operation Salomo" zur Evakuierung äthiopischer Juden (23-25.5.)
Nahost-Friedenskonferenz in Madrid (30.10-2.11.)


1992
Koalitionsregierung aus Arbeitspartei, Merez und Schas unter Jizchak Rabin als Ministerpräsident (13.7.)

1993
Geheimverhandlungen zwischen Vertretern Israels und der PLO bei Oslo (20.1.-20.8.)
Gegenseitige Anerkennung von Israel und PLO durch Briefwechsel zwischen Jizchak Rabin und Jassir Arafat (9./10.9.)
Unterzeichnung der Israelisch-Palästinensischen Grundsatzerklärung über palästinensische Selbstverwaltung in Washington ("Oslo I", 13.9.)


1994
Überfall des jüdischen Siedlers Baruch Goldstein auf muslimische Gläubige in Hebron (25.2.)
Autonomieabkommen über Gaza und Jericho in Kairo (4.5.)
Vereinbarungen über Aufnahme diplomatischer Beziehungen Israels mit Marokko (1.9.) und Tunesien (1.10.)
Friedensvertrag Israel - Jordanien (26.10.)
Friedensnobelpreis an Jizchak Rabin, Jassir Arafat und Schimon Peres (10.12.)


1995
Terroranschläge palästinensischer Selbstmordattentäter in Tel Aviv (24.7.) und Jerusalem (21.8.)
Interimsabkommen Israel - PLO über Ausdehnung der palästinensischen Selbstverwaltung im Westjordangebiet (28.9.)
Rückzug der israelischen Streitkräfte aus sechs Städten des Westjordanlandes (25.10.-28.12.)
Ermordung von Ministerpräsident Jizchak Rabin auf Friedenskundgebung in Tel Aviv durch den jüdischen Extremisten Jigal Amir (4.11.)
Assoziierungsabkommen mit EU unterzeichnet (20.11.)
Schimon Peres wird Ministerpräsident (22.11.)


1996
Wahlen im Westjordanland, im Gaza-Streifen sowie in Ost-Jerusalem zum Palästinensischen Rat (20.1.)
Selbstmordattentate palästinensischer Terroristen in Jerusalem, Ashkelon und Tel Aviv (Februar/März)
Israelische Militäraktion "Früchte des Zorns" in Südlibanon (11.-27.4.)
Wahlen zur 14. Knesset (29.5.) und erstmalige Direktwahl des Ministerpräsidenten (Benjamin Netanjahu/Likud)


1997
Israel übergibt 80 Prozent von Hebron an die Verwaltung der Palästinenser (Januar)

1999
Wahl zur 15. Knesset und Direktwahl Ehud Baraks (Arbeitspartei) zum Ministerpräsidenten (17.5.)

2000
Rückzug Israels aus dem Südlibanon beendet (24.5)
Assoziierungsabkommen mit Europäischer Union tritt in Kraft (1.6.)
Israelisch-palästinensische Gespräche in Camp David (11.-25.7.)
Ausbruch der Al-Aqsa-Intifada (28.9.)
Gipfel von Scharm el-Scheich (16.-18.10.)
Rücktritt Ehud Baraks als Ministerpräsident (9.12.)


2001
Israelisch-palästinensische Verhandlungen in Taba (21.1.-27.1.)
Ariel Scharon wird in direkter Wahl Ministerpräsident (6.2.)


2002
Saudiarabischer Friedensplan (26.1.)
Israelische Militäroperationen "Schutzschild" und "Entschlossenes Handeln" in den palästinensischen Autonomiegebieten (März/April bzw. Juni)


2003
Wahlsieg des Likud (28.1.)
Bildung einer Koalitionsregierung (Likud, Schinui, Nationalreligiöse Partei, Ichud Leumi) unter Ministerpräsident Ariel Scharon (3.3.)
Road Map des Nahostquartetts (UN, USA, EU, Russland) (30.4.)
Beginn des Baus von Sperranlagen zwischen Israel und Westjordanland


2004
Tod Jassir Arafat (11.11.), Beisetzung in Ramallah (12.11.) Nachfolger wird Mahmud Abbas

2005
Israelischer Abzug aus dem Gaza-Streifen (beendet 12.9.)
Ariel Scharon trennt sich vom Likud und gründet Kadima, der sechs Minister und zahlreiche Mitglieder des Likud und der Arbeitspartei beitreten (August/November)


2006
Ministerpräsident Scharon erleidet einen schweren Schlaganfall (4.1.); Ehud Olmert übernimmt die Amtsgeschäfte
Hamas gewinnt bei demokratischen Parlamentswahlen die absolute Mehrheit im palästinensischen Legislativrat (26.1.)
Wahlen zur 17. Knesset. Regierungsbildung durch Ehud Olmert (Kadima) mit Arbeitspartei, Schas und Rentnerpartei (4.5.); Regierungsbeitritt Jisrael Beitenu (30.10.)
Nach Entführung eines israelischen Soldaten durch militante Palästinenser Einmarsch israelischer Truppen in den Gazastreifen (28.6.)
Zweiter Libanonkrieg (12.7.-14.8.); Etablierung der Winograd-Untersuchungskommission auf Druck israelischer Öffentlichkeit (17.9.)


2007
Veröffentlichung des ersten Winogradberichts (1.5.)
Wahl von Schimon Peres zum Staatspräsidenten (28.5.)
Machtübernahme der Hamas im Gaza-Streifen (Mitte Juni)
Internationale Nahostkonferenz in Annapolis (27.11.)


2008
Austritt von Jisrael Beitenu aus der Koalition Olmert (16.1.)
Abschließender Winogradbericht wirft Israels politischer und militärischer Führung schwere Versäumnisse während des Libanonkrieges im Sommer 2006 vor (30.1.)
Erste deutsch-israelische Regierungskonsulationen in Israel (17.3.)


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10. Februar 2012
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Israel
Editorial
Von der zionistischen Vision zum jüdischen Staat
Gesellschaftsstrukturen und Entwicklungstrends
Staatsaufbau und politisches System
Grundzüge des Wirtschaftssystems
Bestimmungsfaktoren der Außenpolitik
Geschichte des Nahost-Konflikts
Israelisch-
palästinensische Streitfragen
Israel im 21. Jahrhundert
Zeittafel zur Geschichte Israels
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Literaturhinweise
Redaktion
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Aus Politik und Zeitgeschichte
60 Jahre Israel
60 Jahre Israel
Am 14. Mai 1948 gründete sich der Staat Israel. Unmittelbar danach begann mit Angriffen arabischer Armeeverbände aus sechs Ländern der erste arabisch-israelische Krieg. Auch nach 60 Jahren wird die Hoffnung auf eine friedliche Existenz immer wieder erschüttert.
60 Jahre Israel
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Die Israelis
Die Israelis
Wie leben gewöhnliche Menschen in einem außergewöhnlichen Land? Donna Rosenthal erzählt Geschichten von Menschen in Israel, die mehr offenbaren als manch wissenschaftliche Analyse.
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